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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Korrodieren - Körting.

während die Weiber dazu auf Fellbündeln und Holztrögen den Takt schlagen und den Tanz mit einem eintönigen Gesang begleiten. Die Tänze, welche ein großes mimisches Talent verraten und Jagden, wobei einzelne Jäger als Tiere auftreten, Kämpfe, Begegnungen mit dem weißen Mann, welcher dabei stets eine lächerliche Rolle spielt, vorstellen, finden in der Regel zur Zeit des Vollmondes statt.

Korrodieren (lat.), zerfressen, beizen, ätzen.

Korrosion (Corrosio), Ätzung, die langsame Zerstörung von tierischen Geweben durch Eiterung und Verschwärung. So werden z. B. bei Schwindsüchtigen in der Lunge große Blutgefäße korrodiert, welche dann zu Bluthusten Veranlassung geben; der Magen wird durch Säuren und Alkalien korrodiert. Vgl. Ätzmittel.

Korrosionspräparate, nach dem Korrosionsverfahren hergestellte anatomische Präparate.

Korrumpieren (lat.), verderben (besonders in sittlicher Beziehung), bestechen; korrumpiert, verderbt, der Bestechung zugänglich.

Korruption (lat.), Verdorbenheit, Sittenverderbnis, besonders Bestechlichkeit; korrupt, verdorben, schlecht, nichts taugend; verkehrt, verschroben.

Korsak, s. Fuchs, S. 768, und Fuchsfelle.

Korsār (ital.), s. v. w. Seeräuber; insbesondere Name der ehemals von Algier, Tunis, Tripolis und den marokkanischen Häfen auslaufenden Raubschiffe.

Korschetz, Getreidemaß, s. Korzec.

Korseke, s. Partisane.

Korsett (franz. corset, "Leibchen"), s. v. w. Schnür-Weibchen, s. Schnürbrust.

Korso (ital. corso, "Lauf, Laufbahn"), in Italien das Wettrennen der Pferde (ohne Reiter); dann besonders das langsame Durchfahren der Hauptstraßen einer Stadt in geschmückten Equipagen, wie es namentlich beim Karneval stattfindet, eine Sitte, welcher Straßen in fast allen größern Städten Italiens den gleichen Namen verdanken; am bekanntesten ist der K. in Rom (s. d.). Sogen. Frühlingskorsos werden jetzt in den öffentlichen Parken der Hauptstädte, namentlich im Wiener Prater, im Bois de Boulogne und im Berliner Tiergarten, veranstaltet, wobei sich die vornehme Welt zeigt und als Regel gilt, daß keine gewöhnlichen Mietwagen mitfahren dürfen.

Korsör, dän. Hafenstadt auf Seeland, Amt Sorö, am Großen Belt, mit (1880) 3954 Einw. Von K., Endpunkt der Eisenbahnlinie Kopenhagen-K., und mit einem ca. 4,5 m tiefen Hafen, findet die Überfahrt nach Fünen und Kiel statt. 1884 liefen in ausländischer Fahrt 2409 Schiffe mit einer Ladung von 67,632 Registertons ein und aus. Nach Deutschland werden besonders Fische und Schweine ausgeführt, Kleie und Ölkuchen von dorther eingeführt. K. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Korssăkow, Alexander Iwanowitsch Rimskoi, russ. General, geb. 24. Aug. 1753, trat sehr jung in den Kriegsdienst, focht mit Auszeichnung im Türkenkrieg 1788 und 1789 und sodann im russisch-schwedischen Krieg, ward als Generalmajor des Semenowskischen Garderegiments von der Kaiserin Katharina II. beauftragt, den Grafen Artois nach England zu begleiten, und begab sich von da nach Flandern zu der vom Prinzen von Koburg kommandierten Armee, in dessen Hauptquartier er der Schlacht von Fleurus beiwohnte (26. Juni 1794). Nach Petersburg zurückgekehrt, nahm er unter Subow am Kriege gegen Persien teil. Paul I. rief ihn bei seiner Thronbesteigung zurück und übergab ihm 1799 das Kommando über eine Armee von 40,000 Mann, um nach dem Feldzugsplan des Erzherzogs Karl die Franzosen aus der Schweiz zu vertreiben. K. nahm nebst dem österreichischen Korps des Feldmarschalls Hotze (25,000) eine Stellung bei Zürich, wurde aber hier 25. Sept. von den Franzosen unter Masséna angegriffen und geschlagen. Er mußte sich zurückziehen, führte die Reste seiner Armee nach Lindau, vereinigte dieselben mit dem Heer des Marschalls Suworow, der den Oberbefehl übernahm, und kehrte mit diesem über Böhmen, wo sie auf Befehl des Kaisers Paul die eingenommenen Winterquartiere verlassen mußten, nach Rußland zurück. Bei Alexanders I. Thronbesteigung (1801) wurde K. zum General der Reiterei ernannt, und 1805-30 war er Generalgouverneur von Litauen; er starb 25. Mai 1840 als Mitglied des Reichsrats in Petersburg.

Korssunsche Thüren, die Bronzepforten der Kathedrale von Nowgorod (s. d.).

Körte, Wilhelm, Litterarhistoriker, geb. 24. März 1776 zu Aschersleben, studierte in Halle Litteratur, ward zu Halberstadt Domvikar und nach der Aufhebung des Domstifts 1810 Buchhändler, gab aber das Geschäft 1812 wieder auf und lebte fortan ohne öffentliche Anstellung. Er starb 30. Jan. 1846 in Halberstadt. Außer den Biographien von Gleim (Halberst. 1811), Carnot (Leipz. 1820), Friedr. Aug. Wolf (Essen 1833, 2 Bde.) und Albrecht Thaer (Leipz. 1839) veröffentlichte er: "Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten der Deutschen" (das. 1837, 2. Aufl. 1861) und Ewald Chr. v. Kleists "Werke, nebst des Dichters Leben aus seinen Briefen an Gleim" (Berl. 1803, 5. Aufl. 1853), ferner die "Briefe Heinses, Joh. v. Müllers und Gleims" (Zürich 1806, 2 Bde.) sowie "Sämtliche Werke Gleims" (Halberst. 1811-13, 7 Bde.) und "Gleims Zeitgedichte" (Leipz. 1841).

Korti, Ort in Nubien, am linken Nilufer, südöstlich von Dongola, westlich von Berber, Ausgangspunkt der Karawanenstraße durch die Bajudasteppe nach Metammeh, war im ägyptischen Feldzug 1884-1885 Hauptquartier General Wolseleys.

Körting, Gustav, Philolog, geb. 25. Juni 1845 zu Dresden, studierte 1863-67 auf der Universität Leipzig und wirkt, nachdem er seit 1868 am Kreuzgymnasium zu Dresden als Oberlehrer thätig gewesen, seit 1876 als ordentlicher Professor der romanischen und englischen Philologie an der Akademie zu Münster. Er veröffentlichte außer seiner Inauguraldissertation "Über die Quellen des Roman de Rou" (1867), deren zweiter Teil in dem "Jahrbuch für romanische und englische Litteratur" (Bd. 8) erschien: "Französische Grammatik für Gymnasien" (Leipz. 1872); "Französisches Übungsbuch für Gymnasien" (das. 1874-75); "Diktys und Dares. Ein Beitrag zur Geschichte der Troja-Sage" (Halle 1874); "Geschichte der Litteratur Italiens im Zeitalter der Renaissance", Bd. 1: "Petrarcas Leben und Werke" (Leipz. 1878), Bd. 2: "Boccaccios Leben und Werke" (das. 1880), Bd. 3: "Die Anfänge der Renaissancelitteratur in Italien während des 14. Jahrhunderts" (das. 1884 ff.); "Über das Studium der neuern Sprachen an den deutschen Hochschulen" (Heilbr. 1881) und "Encyklopädie und Methodologie der romanischen Philologie" (das. 1884, 2 Bde.). Nach den Handschriften der Dresdener Bibliothek edierte er: "L'art d'amors und Li remedes d'amors. Zwei altfranzösische Lehrgedichte von Jacques d'Amiens" (Leipz. 1868) und "Altfranzösische Übersetzung der Remedia amoris des Ovid" (das. 1871). In Verbindung mit Koschwitz gibt K. die "Zeitschrift für neufranzösische Sprache