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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kreditwesen; Kreditwirtschaft; Kredsch; Kredulität; Krefeld; Kreglingen; Krehl

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Kreditwesen - Krehl.

Prämienreserve hat. Zu größerer Sicherstellung der Anstalten pflegt auch solidarische Haftbarkeit der betreffenden Versicherten für die aus der Kautionsstellung erwachsenden Verluste ausbedungen zu werden. Eine andre Art der K. ist die namentlich in Frankreich, nicht aber in Deutschland verbreitete Mietversicherung der Hausbesitzer gegen Verluste durch Nichteingang der Mietgelder. Vgl. Schimmelpfeng, Das Problem der K. (Berl. 1887).

Kreditwesen (Debitwesen), s. v. w. Konkurs.

Kreditwirtschaft, s. Kredit, S. 178.

Kredsch (Kredj), zur Nubarasse gehöriges Volk in der innerafrikan. Landschaft Dar Fertit (s. d.), westlich von den Bongo am Diri wohnhaft, 1871 von Schweinfurth, 1877 von Potagos besucht. Sie werden von den Bewohnern Dar Furs Fertit genannt, bestehen aus einer Unzahl kleiner, bunt durcheinander wohnender Stämme und zeichnen sich durch geringe Intelligenz und äußerste Häßlichkeit aus. Ihr Körper ist plump und schwerfällig, ohne Ebenmaß und unter Mittelgröße, der Haarwuchs dürftig, der Kopf brachykephal, die Lippen dicker aufgeworfen und der Mundspalt breiter als bei den übrigen Negervölkern jenes Gebiets. Von Farbe sind sie kupferrot und beller als die Bongo oder Niam-Niam. Die Bauart ihrer Hütten, die ohne Unterbau nur aus einem breiten, kegelförmigen, über ein korbartiges Gerüst gedeckten Grasdach bestehen, ist eine sehr vernachlässigte. Ingeniöser sind ihre Kornspeicher: korbartige Bauten, die, auf Pfählen ruhend, von einem großen Dach überdeckt werden, und mit denen die Vorrichtungen zum Mahlen des Getreides (mittels Reibsteine) verbanden sind. Ihre Sprache ist ganz isoliert.

Kredulität (lat.), Überzeugung, daher Kredulitätseid, s. v. w. Glaubenseid (s. d.); wird aber auch in der Bedeutung von "Leichtgläubigkeit" gebraucht.

Krefeld (Crefeld), Stadt und Stadtkreis im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, 6 km links vom Rhein, Knotenpunkt der Linien Neuß-Zevenaar, K.-Rheydt, K.-Hochfeld und Gladbach-Ruhrort der Preußischen Staatsbahn sowie Viersen-Süchteln der Krefelder Eisenbahn, 38 m ü. M., ist regelmäßig gebaut, hat mehrere große Plätze, unter denen der Friedrichsplatz mit einem Denkmal zur Erinnerung an die Jahre 1870 und 1871 geschmückt ist, 3 katholische und 2 evang. Kirchen (darunter die streng gotische Friedenskirche mit 73 m hohem Turm), eine mennonitische Kirche, Synagoge, ein mit großen Wandgemälden geschmücktes Rathaus, ein öffentliches Schlachthaus, schöne Anlagen und Alleen, in denen ein Denkmal des Komponisten der "Wacht am Rhein", Karl Wilhelms, sich befindet, Gas- und Wasserleitung, Kanalisation, Pferde- und Dampfstraßenbahnverbindung mit Ürdingen (am Rhein) und den Ortschaften Hüls und Fischeln. Die Zahl der Einwohner beläuft sich auf (1885) 90,236 (gegen 62,840 im J. 1875), darunter 67,204 Katholiken, 20,112 Evangelische und 1751 Juden. K. ist eine der gewerbsamsten Städte des Deutschen Reichs. Es ist Mittelpunkt der deutschen Seiden- und Samtfabrikation (Zeug und Band) und hatte in Stadt und Umgegend in dieser Industrie 1885: 29,837 Webstühle in Thätigkeit, auf welchen 388,338 kg Rohseide, 293,860 kg Schappe und 870,525 kg Baumwolle verarbeitet wurden. Der Gesamtabsatz an Seiden- und Samtfabrikaten ergab 78 Mill. Mk., wovon 59½ Mill. Mk. auf das Ausland kamen. An Löhnen wurden 23 Mill. Mk. gezahlt. Die leichten Samt- und halbseidenen Stoffwaren von K. sind besonders in Amerika gesuchte Artikel. In der öffentlichen Konditionier-(Seidentrocknungs-) Anstalt wurden 1885: 482,236 kg Seide konditioniert, wovon allerdings ein beträchtlicher Teil auf die nahegelegenen Fabrikstädte Dülken, Viersen etc. entfällt. K. besitzt ferner eine Eisenbahnhauptwerkstätte, Kesselschmieden, Maschinenfabrikation und Eisengießerei, chemische Fabriken, Zuckerraffinerien, Brennereien, Sprit- und Spirituosenfabrikation, Alfenid- und Parkettfabriken, Dampftischlerei, Seifenfabrikation, Gerberei, Buchdruckerei etc. Der Umsatz der dortigen Reichsbankstelle betrug 1885: 483½ Mill. Mk. An höhern Schul- und andern Bildungsanstalten befinden sich in K. ein Gymnasium, ein Realgymnasium, eine Realschule, ein Museum, eine höhere Webe-, Färberei- und Appreturschule (1885: 255 Schüler). In der mit derselben verbundenen Gewebesammlung werden im Auftrag des Kultusministeriums von 1886 ab große Wandgemälde hergestellt, welche, gobelinartig von Prof. Baur in Düsseldorf ausgeführt, die Entwickelung der Seidenindustrie darstellen sollen. K. ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Hauptsteueramtes, eines Landratsamtes für den Landkreis K. und einer Handelskammer; die städtischen Behörden setzen sich zusammen aus 6 Magistratsmitgliedern u. 30 Stadtverordneten. - K. wird zuerst 1166 erwähnt, war ehemals ganz von kurkölnischem Gebiet umgeben, gehörte zum Fürstentum Mörs und kam mit diesem 1702 an Preußen. Kaiser Karl IV. gab dem Ort 1373 Stadtrecht. Das nahegelegene Schloß Krakau wurde 1677 geschleift. Den Anfang ihrer Blüte hat die Stadt den Religionsverfolgungen des 17. und 18. Jahrh. zu danken, infolge deren sich aus den Herzogtümern Jülich und Berg eine Menge Mennoniten, Reformierte und Separatisten hierher flüchteten. Hier 23. Juni 1758 Sieg der Alliierten unter dem Herzog Ferdinand von Braunschweig über die Franzosen unter Clermont. Vgl. Keußen, Die Stadt und Herrlichkeit K. (Kref. 1859); Röttsches, Krefelder Mundart (das. 1875).

^[Abb.: Wappen von Krefeld.]

Kreglingen, Stadt im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Mergentheim, an der Tauber, hat Weinbau und (1885) 1278 meist evang. Einwohner. In der Nähe die 1384 erbaute, jetzt restaurierte Herrgottskirche (früher Wallfahrtskirche) mit kunstvoll geschnitztem Altar.

Krehl, Ludolf, Orientalist, geb. 29. Juni 1825 zu Meißen, studierte in Leipzig, Tübingen und Paris orientalische Sprachen, setzte seine Studien in Petersburg fort, erhielt 1852 eine Anstellung als Sekretär an der königlichen Bibliothek in Dresden, wurde 1861 als außerordentlicher Professor der orientalischen Sprachen und Universitätsbibliothekar nach Leipzig berufen und daselbst 1869 zum ordentlichen Professor und Oberbibliothekar ernannt. Er schrieb: "De numis muhammedanis in numophylacio Regio Dresdensi asservatis commentatio" (Leipz. 1856); "Über die Religion der vorislamischen Araber" (das. 1863); "Über die koranische Lehre von der Prädestination" (das. 1870); "Beiträge zur Charakteristik der Lehre vom Glauben im Islam" (das. 1877); "Das Leben und die Lehre des Muhammed" (das. 1884, Bd. 1). Von seinen Textausgaben sind hervorzuheben: Omar ben Suleimans "Erfreuung der Geister" (Leipz. 1848, mit deutscher Übersetzung), ein Teil von Makkaris "Geschichte der spanischen Araber"