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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Labitzky; Labkraut; Lablache; Labmagen; Laboránt; Laboratorium

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Labitzky - Laboratorium.

lische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht und (1885) 2540 meist kath. Einwohner. Dabei das jetzt verfallene Schloß L.

Labitzky, Joseph, Tanzkomponist, geb. 4. Juli 1802 zu Schönfeld bei Eger, erhielt seine Ausbildung in München durch Winter, unternahm dann mit einer selbstgebildeten Kapelle erfolgreiche Kunstreisen durch ganz Europa und ließ sich 1835 in Karlsbad nieder, wo er bis 1868 die Kurkapelle leitete und sich durch seine genialen Tanzkompositionen neben Strauß und Lanner einen europäischen Ruf errang. Er starb 18. Aug. 1881. Außer Tänzen komponierte er Streichquartette und Variationen für Violine, Flöte, Klarinette und Horn. Von seinen zehn Kindern ist August, geb. 22. Okt. 1832 zu Petschau, seit 1868 Dirigent der Karlsbader Kapelle, ein namhafter Violinist (Schüler von David) und ebenfalls als Tanzkomponist mit Erfolg aufgetreten.

Labkraut, Pflanzengattung, s. Galium.

Lablache (spr. -blásch), Luigi, Opernsänger (Bassist), geb. 6. Dez. 1794 zu Neapel, machte seine Studien am dortigen Konservatorium della pietà de' Turchini unter Leitung Valesis und debütierte 1812 am Theater San Carlino als Buffo napoletano in Fioravantis "Molinara". Später erweiterte er seinen Wirkungskreis, indem er auf verschiedenen Bühnen Italiens in ernsten und komischen Rollen auftrat, und nachdem Mercadante die Oper "Elisa e Claudio" für ihn geschrieben hatte, verbreitete sich sein Ruf über ganz Italien und über dessen Grenzen hinaus. In den 20er Jahren, während Rossini als Triumphator Europa durchzog, stand auch L. als eine der Hauptstützen der Opern dieses Meisters auf der Höhe seines Ruhms, wie unter anderm eine in Wien 1825 auf ihn geschlagene Medaille beweist. In den nächsten Jahrzehnten wirkte er abwechselnd an den italienischen Opern von London, Paris und Petersburg, überall der erklärte Liebling des Publikums. Schließlich zog er sich auf sein Landhaus zu Maisons Lafitte bei Paris zurück, erkrankte jedoch bald darauf und starb 23. Jan. 1858 in Neapel, wohin er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit kurz zuvor gereist war. L. war als Sänger wie als Schauspieler, in ernsten wie in komischen Partien gleich bewunderungswürdig; eine von ihm in Paris veröffentlichte Gesanglehre hat dagegen nur geringen Erfolg gehabt.

Labmagen (Abomasus), die vierte Abteilung des Magens der Wiederkäuer (s. d.).

Laboránt (lat., "Arbeiter"), einer, der sich mit chemischen Versuchen und mit der Darstellung chemischer Produkte beschäftigt; auch s. v. w. Alchimist.

Laboratorium (lat.), das zur Ausführung chemischer Arbeiten bestimmte und mit den nötigen Vorrichtungen versehene Lokal. In der alchimistischen Zeit, in welcher der Adept seine Arbeiten mit tiefstem Geheimnis zu umhüllen suchte, war das L. ein abgeschlossener Raum mit kolossaler Feuerstätte, vollgepfropft mit wunderlich gestalteten Gläsern und Apparaten, von denen man sich besondere Leistungen versprach. Mit der Begründung der wissenschaftlichen Chemie wurde das L. nüchterner und geeigneter zur Aufnahme physikalischer Instrumente, wie Wagen, Barometer, Thermometer, Luftpumpen etc., zur Ausführung exakterer Arbeiten, die zu ihrem Gelingen größte Akkuratesse und Sauberkeit voraussetzten. Durch Einführung des Leuchtgases an Stelle der Holzkohlen und des Spiritus, durch die Vorrichtungen zur leichten Ableitung von Gasen und Dämpfen und durch vielseitige Benutzung einer Wasserleitung gewann das L. den Charakter, welchen es gegenwärtig besitzt (s. Abbildung). Neben den Privatlaboratorien, in welchen die Chemiker ihre wissenschaftlichen

^[Abb.: Chemisches Laboratorium (Arbeitstisch)]