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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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La Motte - Lampen.

Mitglied der Akademie 1672. Sein Hauptwerk sind die "Cinq dialogues, faits à l'imitation des anciens par Horatius Tubero" (Mons 1671; neue Aufl., Frankf. 1716), in welchen er (gelehrt) den Skeptizismus und (ironisch) die geoffenbarte Religion verteidigte. Die beste Ausgabe seiner "Œuvres" besorgte sein Neffe Roland Le Vayer de Boutigni (Dresd. 1756-59, 14 Bde.). Vgl. Etienne, Essai sur L. (Par. 1849).

La Motte, Antoine Houdart de, franz. Dichter, geb. 17. Jan. 1672 zu Paris, studierte anfangs die Rechte, widmete sich sodann der schriftstellerischen Laufbahn und versuchte sich in fast allen Dichtungsarten. Sein erstes Theaterstück: "Originaux", fiel durch; dagegen fanden einige seiner Opern, seine Tragödie "Inès de Castro" (1723) und das Lustspiel "Le Magnifique" großen Beifall. Seine Oden und Fabeln sind zwar geistreich und oft gut erfunden, meist aber frostig und gesucht, wie alle seine lyrischen Gedichte. In dem Streit "des anciens et modernes" steht er neben Fontenelle als Hauptkämpfer auf seiten der Modernen und tadelt in Wort und Schrift die Unnatur der französischen dramatischen Kunst. Seit 1710 Mitglied der Akademie, starb er 26. Dez. 1731 in Paris. Seine "Œuvres" erschienen Paris 1754, 10 Bde.; "Œuvres choisies" 1811, 2 Bde. Vgl. Jullien, Les paradoxes littéraires de L. (Par. 1859).

Lamottes Goldtropfen, s. v. w. Bestushewsche Nerventinktur.

Lamouroux (spr. -muruh), s. Lamx.

Lampadarĭen (lat.), Lampenträger, bei den alten Römern Gestelle ähnlich den Kandelabern (s. d.), von deren Säule am obern Ende mehrere Arme ausgingen, um Lampen daran zu hängen (s. Abbildung).

^[Abb.: Lampadarius.]

Lampadephŏros (griech.), Fackelträger, besonders bei den Eleusinien; Lampadephoria oder Lampadodromia, Fackellauf, s. Fackel.

Lampadĭus, Wilhelm August, Hüttenmann, geb. 8. Aug. 1772 zu Hehlen im Braunschweigischen, erlernte 1785-91 die Pharmazie zu Göttingen, studierte dann daselbst Naturwissenschaften, insbesondere Chemie, bereiste 1793 als Begleiter des Grafen Joachim v. Sternberg Rußland, folgte ihm dann nach Radnitz in Böhmen und ward 1794 Professor der Chemie an der Bergakademie zu Freiberg. Die Hüttenkunde, welche er seit 1796 lehrte, erhob er zu einer eignen technischen Wissenschaft. Er starb 13. April 1842 in Freiberg. Er schrieb: "Handbuch der Hüttenkunde" (2. Aufl., Götting. 1817 bis 1818, 4 Bde.; nebst Supplementen, 1818-26); "Grundriß der Hüttenkunde" (das. 1827) und viele kleine Schriften über fast alle Teile der technischen Chemie. Am bekanntesten machte ihn seine Entdeckung des Schwefelkohlenstoffs (1796). Als belletristischer Schriftsteller hat sich L. unter anderm in seiner "Reise zu den sieben Schwestern" (Freiberg 1811) versucht.

Lampassen (franz.), breite farbige Besatzstreifen, z. B. an den Beinkleidern der Generale etc.

Lampe, in der Tierfabel Name des Hasen.

Lampedūsa, Insel im Mittelländischen (afrikanischen) Meer, 220 km von der Küste Siziliens, 130 km von der Küste von Tunis entfernt, zur Gemeinde Licata der italienischen Provinz Girgenti (Sizilien) gehörig, hat einen Umfang von 30 km, ist bis 100 m hoch, hat einen kleinen Hafen und (1881) 1074 Einw. Der kalkige Boden liefert wenig Getreide, dagegen Wein und Früchte. Auch wird Fischerei betrieben. - L. war lange unbewohnt. Zu Ende des 18. Jahrh. planten die Russen hier die Anlage einer Marinestation. 1843 besetzte die neapolitanische Regierung definitiv die Insel.

Lampen (hierzu Tafel "Lampen"), Vorrichtungen zum Brennen der bei gewöhnlicher Temperatur flüssigen Leuchtmaterialien. Alle L. besitzen einen Ölbehälter, der möglichst geringen Schatten werfen, und in welchem das Leuchtmaterial während des Gebrauchs auf möglichst gleichem Niveau erhalten werden muß, sowie eine Vorrichtung, um dieses der Flamme zuzuführen. Bei dem Blackadderschen Nachtlicht enthält ein auf Rüböl schwimmendes Glas- oder Messingschälchen in der Mitte ein kurzes, vertikal stehendes, enges Röhrchen, in welchem sich das Öl durch Kapillarität bis zur Spitze erhebt, wo es bei genügender Erhitzung entzündet werden kann und ruhig fortbrennt. Aus solchen Kapillarröhrchen kann man sich die gewöhnlichen Lampendochte zusammengesetzt denken, welche der Flamme genau die erforderliche Menge Leuchtmaterial in durchaus gleichmäßiger Weise zuführen müssen. Letzteres bleibt aber stets davon abhängig, daß das Niveau des Leuchtmaterials während der Benutzung der L. sich möglichst unverändert erhält. Sinkt dasselbe erheblich, so zeigt sich meist auch eine erhebliche Verminderung der Leuchtkraft. Bei der Antiklampe (s. Taf., Fig. 1) speist ein massiver Runddocht die Flamme zu reichlich mit Öl, und letztere ist groß genug, um sehr viel Öl in brennbare Gase zu verwandeln; aber für diese letztern strömt nicht hinreichend Luft zu der cylindrischen Flamme, und die Verbrennung ist daher unvollkommen, die Flamme bleibt rot, leuchtet wenig und blakt sehr leicht. Auf derselben Stufe steht in technischer Hinsicht die gewöhnliche Küchenlampe und das Grubenöllicht. Außerdem entweichen unverbrannte Dämpfe und Gase und verderben die Luft, in welcher die Lampe brennt. Sehr viel vorteilhafter ist der Flachdocht, welcher eine breite Flamme mit größerer Oberfläche liefert, so daß eine vollkommnere Verbrennung erzielt wird. Da indes die breite, dünne Flamme zu stark abgekühlt wird, so ist es zweckmäßiger, den flachen Docht zu einem Hohlcylinder zusammenzubiegen, dessen hohler, kegelförmiger Flamme von außen und innen Luft zugeführt wird (Rundbrenner mit doppeltem Luftzug), ohne daß zu starke Abkühlung stattfindet. Dieser Argand-Brenner verteilt auch das Licht gleichmäßig nach allen Seiten, seine Leistungsfähigkeit wird aber wie die des Flachbrenners ganz wesentlich erhöht, wenn man durch einen Glascylinder von bestimmter Höhe und Weite den Luftzug befördert und genau regelt. Die Gestalt dieses Cylinders wechselt je nach der Konstruktion der L. und der Natur des Brennmaterials. Rein cylindrische Gläser werden jetzt nur noch für Leuchtgas benutzt, bei L. mit Flachbrennern kommen bauchige Cylinder zur Anwendung, um dem Luftzug die Richtung auf die Flamme zu geben. Für Rundbrenner benutzt man dagegen Cylinder mit starker Einschnürung, durch welche der Luftzug mit großer Energie fast horizontal gegen die Flamme abgelenkt wird. Diese Cylinder geben den höchsten Effekt aber nur dann, wenn die Einschnürung