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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: L'Arronge; Larrey; Lartigue; Larunda; Larus; Larve

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Larrey - Larve.

behandelt. Denselben Stoff hat er auch zu einem Roman: "El doncel de Don Enrique el Doliente" (Madr. 1834, 4 Bde.), verarbeitet. Außerdem übersetzte er viele Stücke aus dem Französischen für die spanische Bühne. An der politisch-religiösen Bewegung seiner Zeit beteiligte er sich nicht bloß als Journalist, sondern auch durch das selbständige Werk "De 1830 á 1835 ó la España desde Fernando VII hasta Mendizabal" (Madr. 1836). Seine in der "Revista española" meist mit "Figaro" unterzeichneten Artikel wurden unter dem Titel: "Figaro" (Madr. 1837, 5 Bde.; neueste Ausg., Barcelona 1884) herausgegeben. Ausgaben seiner sämtlichen Werke erschienen zu Madrid 1843 (4 Bde.) und Paris 1848 (2 Bde). Larras Werke, namentlich die politischen, zeichnen sich durch Kraft der Gedanken, Schärfe der Beobachtung und einen edlen Stil aus.

Larrey (spr. -rä), Jean Dominique, Baron, Mediziner, geboren im Juli 1766 zu Beaudeau bei Bagnères de Bigorre (Oberpyrenäen), studierte in Toulouse, ging 1787 als Oberschiffswundarzt nach Nordamerika, ward 1792 zweiter Arzt am Invalidenhotel zu Paris, 1793 Chirurg erster Klasse bei Luckners Heer und führte hier zuerst die sogen. fliegenden Feldlazarette (ambulances volantes) ein. Fortan stand er als Chirurgien principal den ambulanten Lazaretten bei der Avantgarde vor. Bei der Unternehmung der Armee gegen Corsica 1794 erhielt er die Stelle eines Chirurgien en chef, wirkte dann zu Toulon als Lehrer der Chirurgie und kam 1796 an die medizinisch-chirurgische Schule zu Val de Grâce. Von Bonaparte nach Italien berufen, richtete er dort eine Menge Lazarette und in den meisten derselben chirurgische Schulen ein. 1798 ging er mit nach Ägypten. (Vgl. seine "Relation historique et chirurgicale de l'expédition de l'armée d'Orient", Par. 1803.) Im J. 1805 ward er zum Generalinspektor des Militärmedizinalwesens ernannt. In dieser Eigenschaft wohnte L. allen Feldzügen des Kaisers bis zur Schlacht bei Waterloo bei. Seit 1836 als Oberchirurg des Invalidenhauses in Ruhestand versetzt, starb er 25. Juli 1842 in Lyon. Er war einer der größten Chirurgen seiner Zeit, und seine in die meisten europäischen Sprachen übersetzten Schriften gehören zu denen, welche auch die deutsche Chirurgie zunächst angeregt und gefördert haben. Die namhaftesten sind: "Mémoires sur les amputations des membres à la suite des coups de feu" (Par. 1797, 3. Aufl. 1808); "Mémoires de médecine et de chirurgie militaire" (das. 1812-22, 5 Bde.; deutsch von Becker, Leipz. 1813-19, 2 Bde.) und "Clinique chirurgicale" (das. 1830-36, 5 Bde.; deutsch von Sachs, Berl. 1831). Vgl. Werner, Jean Dom. L., ein Lebensbild (Stuttg. 1885).

L'Arronge (spr. -óngsch), Adolf, Dramatiker, geb. 8. März 1838 zu Hamburg als Sohn des Theaterdirektors und Schauspielers E. Th. L. (gest. 1878), studierte auf dem Leipziger Konservatorium Musik, wirkte darauf als Theaterkapellmeister in Köln, Königsberg, Würzburg, Stuttgart u. a. O., übernahm 1866 die Direktion der Krollschen Oper in Berlin und schrieb hier seine erste Posse: "Das große Los", deren Erfolg ihn ermutigte, auf der betretenen Bahn fortzuschreiten und der Musik untreu zu werden. Mit "Gebrüder Bock" beschritt er 1868 das Wallner-Theater, diese klassische Possenstätte, und führte von 1869 bis 1872 die Redaktion der "Berliner Gerichtszeitung". Auch während dieser journalistischen Thätigkeit fand er Muße genug, teils im Verein mit andern, teils allein für das Theater Verschiedenes zu schreiben, so mit Hugo Müller die "Spitzenkönigin", mit Wilken "Die Kläffer", mit Moser den "Registratur auf Reisen" u. a., während er ohne Mitarbeiter für das Berliner Viktoria-Theater eine Feerie, die "Weiße Katze", und die Kleinigkeit: "Papa hat's erlaubt" verfaßte. So sehr diese Arbeiten ansprachen, ihr Erfolg wurde verdunkelt durch das Volksstück "Mein Leopold" (1873), welches rasch seinen Weg über die Bretter vollendete und seinem Autor die Anerkennung eintrug, die Möglichkeit einer gesunden Darstellung des modernen Berliner Volkslebens erwiesen zu haben. Mit dem Jahr 1874 übernahm L. die Leitung des Lobe-Theaters in Breslau, die er bis 1878 führte; seitdem lebt er in Berlin, wo er 1881 das Friedrich-Wilhelmstädtische Theater erwarb, das er nach erfolgter Umgestaltung 1883 als "Deutsches Theater" neu eröffnete und als Direktor bis heute leitet. Weitere Lustspiele von ihm sind: "Alltagsleben", Volksstück (1874); "Hasemanns Töchter" (1877); "Doktor Klaus" (1878), ein Stück, das L. wieder große Erfolge brachte; ferner: "Wohlthätige Frauen" (1879); "Haus Lonei" (1880); "Der Kompagnon" (1880); "Die Sorglosen" (1882); "Das Heimchen" (1883); "Der Weg zum Herzen" (1885). Der Vorzug dieser Stücke vor den meisten ähnlichen Genres besteht vor allem in einem gemütvollen, etwas sentimentalen Zug, der zum Herzen der Zuschauer spricht und das in der modernen Posse beliebte Zweideutige gänzlich ausschließt. 1886 brachte er das Trauerspiel "Die Loreley".

Lartigue (spr. -tigh), Jean, franz. Seefahrer und Reiseschriftsteller, geb. 25. Mai 1791 zu Vic-Bigorre (Oberpyrenäen), bereiste nach mehreren Seefahrten 1820-24 die Küsten von Brasilien, den La Plata und die Südsee, nahm peruanische und chilenische Häfen auf, besuchte dann Guayana, Brasilien und Martinique, stellte 1844 als Kommandant der westindischen Seedivision wichtige hydrographische Untersuchungen an und war seit 1860 im Dépôt des cartes et des plans der Marine thätig. Er starb 26. April 1876. Seine wichtigsten Publikationen sind: "Description de la côte du Pérou" (Par. 1824); "Sur les courants qui règnent depuis le cap St-Augustin du Brésil jusqu'à Cayenne"; "Sur les vents qui se font sentir sur les côtes du Brésil et de la Guyane"; ferner: "Exposition du système des vents" (das. 1840, 2. Aufl. 1855) u. a.

Larunda, Göttin, s. Lara.

Larus, Möwe.

Larve (Larva), bei den Römern ursprünglich Bezeichnung für die Seelen der Verstorbenen, welche als Gespenster umgehend und erschreckend gedacht wurden im Gegensatz zu den Laren (s. d.), dann überhaupt für gespensterhafte Erscheinungen (s. Lemuren), Gerippe; aber auch bereits in der jetzigen Bedeutung als Gesichtsmaske (s. Maske) gebraucht. Vgl. Treu, De ossium humanarum larvarumque imaginibus (Berl. 1874). - In der Zoologie versteht man unter L. bei den Tieren mit Metamorphose (s. d.) diejenige Form, in welcher das dem Ei entschlüpfte Junge zunächst erscheint, wie z. B. die L. des Frosches, mancher Insekten (s. Tafeln "Hautflügler", "Käfer", "Schmetterlinge", "Waldverderber") etc., welche im gewöhnlichen Sprachgebrauch als Kaulquappe, Raupe, Made, Engerling etc. bezeichnet wird. Von den wirbellosen Tieren entwickelt sich die Mehrzahl aus Larven, während bei den Wirbeltieren der Larvenzustand sehr viel seltener ist und nur bei den niedern Klassen (Fische und Amphibien) vorkommt. Jede L. unterscheidet sich vom erwachsenen Tier durch das Fehlen von Organen, die letzterm eigen sind (fast