Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lewis; Lewiston; Lex

753

Lewis - Lex.

Rolle und schlug sich dann im folgenden Jahr in der Provinz kümmerlich durch, bis der Schauspieler Marr, in Brünn auf ihn aufmerksam geworden, ihm 1858 eine Empfehlung an Laube gab, der ihn zuerst auf drei Jahre, dann lebenslänglich als Mitglied des Hofburgtheaters engagierte. Von der Natur ist L. in Bezug auf Figur und Organ mit keineswegs bestechenden Mitteln ausgestattet, aber die große Anerkennung, die er nicht nur in Wien, sondern auch bei zahlreichen Gastspielen gefunden hat, beweist, wie L. durch geistige Vorzüge diese Mängel zu ersetzen weiß. Sein 200 Rollen umfassendes Repertoire enthält alle ersten Charakterrollen. Seit 1875 ist L. in zweiter Ehe verheiratet mit der Schauspielerin Olga Precheisen, geb. 7. Juli 1855 zu Graz, früher am Wiener Hofburgtheater, dann in Prag und Kassel engagiert, seit 1884 Mitglied des Stadttheaters in Leipzig, wo sie das Fach der ersten Liebhaberinnen und Heldinnen vertritt.

Lewis (spr. luis, normänn. Ljodhus, später Leods House genannt), die größte Insel der äußern Hebriden, hängt im S. durch eine schmale, während der Flut überschwemmte Landzunge mit Harris zusammen und umfaßt mit dieser und kleinern Nebeninseln 2270 qkm (41,2 QM.) mit (1881) 30,301 Einw., von denen 28,000 gälisch sprechen. Die Insel hat steile Küsten mit zahlreichen Buchten, im Innern kahle Berge (Clesham 811 m, Beinn Mhor 533 m), fischreiche kleine Seen und Flüßchen, Moore, welche trefflichen Torf liefern, und ansehnliche Viehzucht. Hauptstadt und Haupthafen ist Stornoway (s. d.).

Lewis (spr. luis), 1) Sir George Cornewall, engl. Staatsmann und Gelehrter, geb. 21. Okt. 1806 zu London, erzogen in Eton, studierte zu Oxford und ward 1831 Sachwalter in London, widmete sich aber hauptsächlich litterarischen Studien. Schon seit 1828 lieferte er Beiträge in das "Classical Journal" und die "Foreign Quarterly Review" und übersetzte mit seinem nachherigen Kollegen Henry Tusnell O. Müllers "Dorier" und Böckhs "Staatshaushalt der Athener" ins Englische. Seit 1839 Kommissar für die Armenpflege, trat er 1847 als Abgeordneter für Herefordshire ins Unterhaus, wurde im November 1847 Sekretär des indischen Amtes, dann Unterstaatssekretär für das Innere und fungierte vom Juli 1850 bis zum Sturz des Ministeriums Russell im Februar 1852 als Sekretär des Schatzamtes. Bei den bald darauf erfolgenden Neuwahlen ausgeschlossen, übernahm er die Redaktion der "Edinburgh Review" und vollendete sein Hauptwerk: "Inquiry into the credibility of early Roman history" (Lond. 1855, 2 Bde.; deutsch von Liebrecht, Hannov. 1863), dem einige größere Schriften, wie der "Essay on use and abuse of political terms" (1835, 2. Aufl. 1877), "On the influence of authority in matters of opinion" (Lond. 1849, 2. Aufl. 1875) und "Essay on the origin and formation of Romance languages" (2. Aufl., das. 1862), vorausgegangen waren. Durch den Tod seines Vaters 1855 Erbe der Baronetswürde und des Parlamentssitzes für Radnor, wurde er bald darauf Gladstones Nachfolger als Kanzler der Schatzkammer und verwaltete die englischen Finanzen bis Februar 1858 trotz der durch den orientalischen Krieg, den indischen Aufstand und die Verwickelungen in China herbeigeführten schwierigen Verhältnisse mit Erfolg. In das im Juni 1859 eingesetzte liberale Ministerium trat er als Staatssekretär des Innern; seit Juli 1861 war er Kriegsminister. Währenddessen schrieb er eine sehr umfassende und gründliche "Historical survey of the astronomy of the ancients" (Lond. 1862) und einen "Dialogue on the best form of government" (das. 1863). Er starb 13. April 1863 auf seinem Landsitz Harpton-Court in Radnorshire. L. war nächst Gladstone das hervorragendste Mitglied des Ministeriums Palmerston. 1864 wurde ihm in Hereford ein Standbild errichtet. Nach seinem Tod erschienen von ihm: "Essays on the administration of Great Britain from 1783 to 1830" (Lond. 1864) und "Letters to various friends" (das. 1870). - Seine Gemahlin, Lady Maria Theresa L., geb. 8. März 1813, Schwester des Earls Clarendon und in erster Ehe mit dem Novellisten Th. H. Lister verheiratet, war Mitherausgeberin von des letztern "Memoir of the life and administration of the Earl of Clarendon" (Lond. 1838, 3 Bde.) und von Miß Berrys "Social life in England" (das. 1844, 2 Bde.). Sie starb 8. Nov. 1865 in Oxford.

2) Estelle Anna, geborne Robinson, amerikan. Dichterin, geb. 1824 zu Baltimore, seit 1841 mit dem Rechtsgelehrten L. in Brooklyn verheiratet, erhielt ihre Erziehung zum Teil in Paris, bereiste Italien, Deutschland und die Schweiz und schlug nach einem längern Aufenthalt in Südfrankreich ihren Wohnsitz in England auf. Ihre ersten größern poetischen Produktionen waren: "The records of the heart" (1846) und die Seeromanze "Child of the sea" (1848), die sehr beifällig aufgenommen wurden, und denen "Myths of the minstrels" mit den "Sonnets to Adhémar" (1852) nachfolgten. Die erste Sammlung ihrer Gedichte erschien 1858. Später wandte sie sich auch dem Drama zu und veröffentlichte die Tragödien: "Helémar, or the fall of Montezuma" (1863), "Sappho of Lesbos", ihr Hauptwerk (6. Aufl. 1880), und "The king's stratagem" (1869). Andre Werke von ihr sind die Erzählung "Love and madness" (1871), der Roman "Master of Rivers-Wood" (1876, 3 Bde.) und die unter dem Namen Stella publizierten "Leaves from my diary", Betrachtungen über Gesellschaft, Litteratur und Kunst in Europa. L. starb 23. Nov. 1880 in London.

Lewiston (spr. luist'n), 1) Fabrikstadt im nordamerikan. Staat Maine, bei den Fällen des Androscoggin, 50 km oberhalb dessen Mündung in den Kennebec, und Auburn (s. d. 2) gegenüber, mit dem es durch eine 213 m lange Brücke verbunden ist, hat Baumwoll-, Woll-, Schuh- und Stiefel- und andre Fabriken und (1880) 19,083 Einw. - 2) Stadt im nordamerikan. Territorium Idaho, am Snake River, der von hier an schiffbar ist, mit 2500 Einw.

Lex (lat.), s. v. w. Gesetz, hieß bei den Römern anfangs nur ein von den Kuriat- oder Centuriatkomitien ausgegangener Beschluß (populiscitum); nach der Gleichstellung der Tributkomitien gab man aber auch einem von diesen ausgegangenen Beschluß (plebiscitum) den Namen L. Der Gesetzentwurf wurde während eines Zeitraums von drei Markttagen bekannt gemacht (legem promulgare) und dann den versammelten Centuriatkomitien von einem höhere Magistrat (Konsul, Prätor), den Tributkomitien von einem Volkstribun vorgelegt. Nach der Diskussion darüber (legem suadere, dissuadere) wurde zur Abstimmung geschritten. Die Aufforderung hierzu hieß rogare populum, legem rogare. Man stimmte mündlich, später durch Stimmtäfelchen ab, auf welche, wer für den Entwurf stimmte, U. R. (uti rogas, "wie du beantragst"), wer aber dagegen, A. (antiquo, "ich verneine") schrieb. Der technische Ausdruck für eine L., die auf diese Weise durchgegangen war, ist L. perlata. Ihre Benennung erhielt die L. von den Gentilnamen der vorschlagenden Magistratspersonen, wie