Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Limburgit; Limbus; Limerick; Limes Germanicus; Limestone; Limettenbaum; Limettöl; Limfjord; Limisso

794

Limburgit - Limisso.

doten erzählt, Volkslieder enthält, über die Entwickelung des Meistergesangs, die Musik, die Trachten etc. wertvolle Nachrichten bringt. Herausgegeben ward es zuerst unter dem Titel: "Fasti Limpurgenses" von J. F. ^[Johann Friedrich] Faust (Limb. 1617), dann mehrfach, in neuerer Zeit von Vogel (1826) und von Rossel im 6. Bande der "Schriften des Historischen Vereins für Nassau" (Wiesbad. 1860) und in den "Monumenta Germaniae historica" (Deutsche Chroniken, Bd. 4). Vgl. A. Wyß, Die L. C. (Marb. 1875).

Limburgit, Gestein, s. Basalte, S. 414.

Limbus (lat., "Saum, Gürtel, Umgrenzung"), nach römisch-katholischem Lehrbegriff einer der Aufenthaltsorte abgeschiedener Seelen in der Unterwelt. Er zerfällt in zwei Teile: den L. patrum, auch Abrahams Schoß genannt, in dem sich bis zur Höllenfahrt (s. d.) die heiligen Menschen des Alten Bundes befanden, und den L. infantum, den Ort der ungetauften Kinder. - In der Botanik heißt L. der mehr oder weniger ausgebreitete Rand verwachsenblätteriger Perigone u. Blumenkronen, welcher meist in so viel Abschnitte geteilt ist, als Blätter in die Verwachsung eingegangen sind (s. Blüte, S. 66). - Bei Meßinstrumenten ist L. ein in Grade geteilter Bogen, auf welchem die Größe des zu messenden Winkels abgelesen wird (vgl. Mikrometrie).

Limerick (spr. límm-), Grafschaft der irischen Provinz Munster, südlich vom Shannon, umfaßt 2755 qkm (50 QM.) mit (1881) 180,632 Einw. (1861: 215,609), wovon 95 Proz. katholisch sind. Der größte Teil der Grafschaft ist eine wellenförmige, fruchtbare Kalksteinebene. An den Grenzen treten Gebirge auf, z. B. die Galtyberge (919 m hoch) im SO., die Ballihouraberge (519 m) im S., die Mullaghareirkberge (409 m) im SW. Die wichtigsten Nebenflüsse des Shannon sind die Mulkear, Maigue und Deel. Über die Hälfte der Oberfläche ist Weideland, ein Viertel Ackerland. Die Viehzucht ist daher sehr blühend (Viehstand 1885: 217,692 Rinder, 53,376 Schafe, 57,247 Schweine, 17,350 Pferde). An Mineralien kommen Eisen, Kupfer, Blei und Steinkohlen vor; doch nur letztere werden gewonnen. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am linken Ufer des Shannon und auf der von demselben gebildeten Königsinsel und steht durch zwei Brücken mit den Vorstädten auf dem rechten Ufer in Verbindung. Der Stadtteil auf der Insel heißt Englishtown, jetzt der Sitz der Armut, aber noch mit den Resten des von König Johann erbauten Schlosses. Sieben Brücken verbinden denselben mit der Irishtown, dem zweiten Teil der Altstadt, und der von geraden Straßen rechtwinkelig durchschnittenen Neustadt (Newtown Pery). L. hat eine protest. Kathedrale aus dem 15. Jahrh., eine kath. Kathedrale, ein Rathaus, Zollamt, ein Grafschafts- und Stadtgericht, eine Börse, einen Kornmarkt und eine ihrem Zweck entfremdete Leinenhalle; ferner ein kath. College, eine Kunstschule, 4 Kasernen, 2 Gefängnisse, ein Kranken- und ein Irrenhaus und (1881) 38,562 Einw. Unter den öffentlichen Denkmälern verewigt eins den Agitator O'Connell. Schiffe bis zu 600 Ton. können am 1500 m langen Hafendamm anlegen. Die Docks liegen unterhalb der Stadt. Ein Kanal verbindet dieselbe mit Dublin. Die Industrie beschränkt sich auf Wollkämmerei, Fabrikation von Militärtuch, Spitzenklöppelei und Handschuhfabrikation; geschätzt sind die hier erzeugten Fischangeln. Der Handel ist lebhaft. L. selbst besitzt (1886) 26 Schiffe von 2686 Ton. Gehalt, und 1886 liefen 566 Schiffe von 170,277 Ton. vom Ausland und im Küstenhandel ein. Wert der Ausfuhr 1885: 8774 Pfd. Sterl., der Einfuhr 746,070 Pfd. Sterl. L. ist Sitz eines deutschen Konsuls. - Die Stadt L. ist uralt. Im 9. Jahrh. setzten sich die Dänen hier fest, und später wurde sie Hauptstadt des Reichs Munster. König Johann von England erbaute hier 1210 ein festes Schloß und zog englische Ansiedler heran. Die Stadt blühte auf, bis sie von Edward Bruce zum Sammelplatz seiner irischen Bundesgenossen erkoren wurde. 1651 wurde L. vom General des Parlaments, Ireton, durch Verrat genommen, und 1690 fiel es in die Hände des orangistischen Generals Ginkel.

Limes Germanicus, s. Pfahlgraben.

Limestone (engl., spr. leimston), s. v. w. Kalkstein.

Limettenbaum, s. Citrus, S. 148.

Limettöl (auch Limonöl, welches eigentlich gleichbedeutend mit Zitronenöl ist, genannt), ätherisches Öl aus den Fruchtschalen von Citrus Limetta, wird, wie das Zitronenöl, in Italien ausgepreßt, ist hellgelb, riecht dem Zitronenöl ähnlich und wird, wie dieses, in der Parfümerie benutzt. Da es leicht verharzt, so muß es in gefüllten und verschlossenen Flaschen an dunkeln und kühlen Orten aufbewahrt werden und eignet sich besser zu Essenzen und Riechpulvern als zu Pomaden.

Limfjord, der bedeutendste Meerbusen Dänemarks, 1460 qkm (26,5 QM.) groß, schneidet in einer Länge von 157 km vom Kattegat in die Halbinsel Jütland ein und teilt diese in zwei Teile. Der schmale Landstreifen (Tange) im W. bei Agger, der ihn von der Nordsee trennte, wurde 3. Febr. 1825 von einer Sturmflut durchbrochen und der L. so in eine Meerenge verwandelt; indessen ist der entstandene Kanal (Aggers Minde) später wieder versandet, und der Segellauf befindet sich jetzt bei Tybo Rön. Von O. bis an die kleine Insel Egholm (30-37 km) ist der L. nicht über 2 km breit; darauf umgibt er in größerer Breite die Inseln Gjöl und Öland, verengert sich darauf wieder bis Lögstör, wo er durch einen 4,4 km langen Kanal für Segelschiffe fahrbar gemacht ist, erweitert sich aber dann zu der Liv-Bredning, einem ca. 468 qkm (8,5 QM.) großen Binnensee mit den Inseln Livö und Fuur, der sich gegen S. noch weiter durch den Hvalpsund und den Birksund in den Skivefjord und Hjarbäkfjord fortsetzt. Im W. der Liv-Bredning teilt sich darauf der L. in zwei schmälere Arme, welche die bedeutende Insel Mors und die kleinern Agerö und Jegindö umgeben. Im S. der Insel Mors erweitert sich der L. von neuem zu einer "Bredning", der Venöbucht, wird dann wieder zu dem schmalen Oddesund zusammengedrängt, worauf man in die westlichste Erweiterung des Fjords, Nissum-Bredning, gelangt. Die Tiefe des Fjords beträgt im Innern stellenweise 19 m, an den Mündungen jedoch nur 2,5-3 m. Der östliche und westliche Teil des Limfjords ist durch den Lögstörkanal verbunden. Zwischen Aalborg und Nörresundby führen über ihn zwei Brücken, von denen die eine, eine 580 m lange Pontonbrücke, 1865 eröffnet, die andre, eine eiserne Pfeilerbrücke, 318 m lang, 1879 vollendet und sowohl für die Eisenbahn als auch für den sonstigen Verkehr eingerichtet ist. S. Karte "Dänemark".

Limisso (Limasol), Stadt und Distriktshauptort auf der Insel Cypern, an der Akrotiribai (Südküste), nördlich vom Kap Gatti, mit geschützter Reede und 6000 Einw. L. gehörte seit 1291 den Johannitern und ist nach Larnaka der wichtigste Ort Zyperns, welcher die Ausfuhr der Erzeugnisse des Westteils der Insel (Salz, Trauben, Wein und Johannisbrot)