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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Luleelf; Lullische Kunst; Lullus; Lully; Lulua; Lumamyrte; Lumbāgo; Lumbrīcus; Lumen; Lumĭa; Luminais

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Luleelf - Luminais.

tig im Bau befindliche Eisenbahnlinie mit der Nordwestküste Norwegens (Ofotenfjord) verbunden werden; es ist Sitz des Landeshauptmanns und eines deutschen Konsuls. Die Stadt wurde 1621 angelegt. Am 11. Juni 1887 große Feuersbrunst.

Luleelf, bedeutender Fluß im nördlichen Schweden, entsteht aus zwei Quellflüssen: Stora- (Groß-) und Lilla- (Klein-) L., die beide in der Nähe des 1880 m hohen Sulitelma entspringen. Jener bildet gleich im obern Lauf einen imposanten Wasserfall, darauf die ca. 180 km langen, terrassenförmig übereinander liegenden, durch schöne Wasserfälle miteinander verbundenen Landseen, genannt Stara-Luleå-Watten, und dann den größten Wasserfall, Niömmelsaska, der in einer wilden Felsengegend teils senkrecht, teils in großartigen Stromschnellen 75 m herabstürzt. Der zweite Quellfluß, Lilla-L., bildet bei Quickjock ein ungemein reizendes Gebirgsthal mit dem See Saggatjaur, darauf bis Jockmock eine zusammenhängende Kette von Landseen und stürzt sich bei Wuollerim mit einem Wasserfall in den Stora-L. Hierauf bildet der wasserreiche Fluß den majestätischen Porsiforß, weiter unter den Edeforß und die Hedensforssar und mündet nach einem Laufe von 408 km bei der Stadt Luleå in den Bottnischen Meerbusen. Der Fluß ist ungefähr 45 km aufwärts schiffbar bis an die über 8 km langen, 19 m hohen Hedensforssar, darauf wieder bis an den über 2 km langen, 25 m hohen Edeforß und zuletzt bis Norrvik, etwa noch 30 km. Um die Wasserfälle und Stromschnellen zu umgehen, sind in der Neuzeit Kanäle auf schiefen Flächen angelegt worden, jeder am obern Endpunkt mit einer Schleuse versehen. Von dem Endpunkt der Schiffbarkeit des Flusses bei Norrvik bis zum Eisenberg Gellivara (s. d.) führt eine Eisenbahn.

Lullische Kunst, s. Lullus 2).

Lullus, 1) angelsächs. Missionär, begleitete den Bonifacius nach Thüringen, vertrat ihn dann hier, in Friesland und in Hessen als Prediger des Evangeliums, ward schon 754 von Bonifacius zu seinem Nachfolger als Erzbischof von Mainz geweiht, empfing aber erst 780 das erzbischöfliche Pallium und starb 786 in dem von ihm 768 gegründeten Kloster zu Hersfeld. Vgl. Hahn, Bonifacius und L. (Leipz. 1883).

2) Raimundus (Ramon Lull), einer der seltsamsten Weltverbesserer des 13. Jahrh., geb. 1234 zu Palma auf der Insel Mallorca, führte anfangs ein wüstes, seit 1266 ein asketisches Leben, bildete sich zum Missionär aus und erfand eine seiner Meinung nach unfehlbare Kunst, andre durch Beweise und Gründe zur Einsicht der Wahrheit zu zwingen, von welcher er zunächst bei Juden und Mohammedanern zu gunsten des Christentums Gebrauch zu machen gedachte. Zu diesem Zweck begab er sich seit 1291 zu drei verschiedenen Malen nach Afrika, fand aber jedesmal üble Aufnahme und starb 1315 an den Folgen erlittener Mißhandlungen. Die Ars magna Lulli oder Lullische Kunst, welche später von Bruno, Athanasius Kircher u. a. wieder aufgenommen, ja selbst von Leibniz (in seiner "Universalwissenschaft" dem Prinzip nach) wieder erweckt wurde, bestand in einer mechanischen Methode, durch systematische Kombination der allgemeinsten Grundbegriffe (der Aristotelischen Kategorien und scholastischen Postprädikamente) unfehlbare Lösungen aller erdenklichen wissenschaftlichen Aufgaben zu finden. Zu diesem Zweck hatte L. eine eigne Maschine konstruiert und sein System mit der mystischen Zahlentheorie der orientalischen Kabbala in Zusammenhang gebracht. Eine gute Darstellung derselben findet sich in Erdmanns "Grundriß der Geschichte der Philosophie", Bd. 1, § 206 (2. Aufl., Berl. 1869). Eine kritische Gesamtausgabe seiner zahlreichen Werke wurde neuerdings von Rossello (Palma 1886 ff.) begonnen, der auch L.' "Obras rimadas" (das. 1859) herausgegeben hat. Die von Salzinger veröffentlichten "Opera omnia" (Mainz 1721-42, 10 Bde.) enthalten den größten Teil der Schriften. Seine Anhänger, die Lullisten, pflanzten Religionsschwärmerei und den Glauben an Alchimie längere Zeit fort. Vgl. Helfferich, R. Lull und die Anfänge der katalonischen Litteratur (Berl. 1858); J. de Paula Canalezas ^[richtig: Francisco de Paula Canalejas], Las doctrinas del Doctor R. Lullo (Madr. 1870).

Lully (spr. lülli), Giovanni Battista, franz. Komponist, geb. 1638 zu Florenz, kam im frühsten Knabenalter nach Paris, wo er zunächst als Küchenjunge im Haus der Mademoiselle de Montpensier, der Schwester des Königs, eine Unterkunft fand, zog aber später durch sein Geigenspiel die Aufmerksamkeit Ludwigs XIV. auf sich und ward von diesem an die Spitze eines eigens für ihn gebildeten Streichorchesters, der sogen. Petits violons, gestellt, welche unter seiner Leitung die berühmteste Kapelle in Europa wurden. Nachdem er in der Folge auch als Komponist und Schauspieler in der Gunst des Königs höher und höher gestiegen war, gelang es ihm 1672, sich in den Besitz des Privilegiums zu setzen, durch welches Perrin und Cambert (s. d.) zur Errichtung eines Operntheaters autorisiert waren, und damit unumschränkter Beherrscher des französischen Opernwesens zu werden. Diesem widmete er sich von nun an ausschließlich und zwar mit solchem Erfolg, daß sich seine Opern, unter denen die bedeutendsten: "Thésée" (1675), "Phaëton" (1683), "Roland" (1685), "Armide" (1686, neuer Abdruck im 14. Bande der "Publikationen der Gesellschaft für Musikforschung"), ein volles Jahrhundert nach seinem 22. März 1687 erfolgten Tod auf dem Repertoire erhalten konnten. Erst 1778, vier Jahre, nachdem Gluck mit seiner "Iphigenia in Aulis" aufgetreten, verschwanden die Opern Lullys mit der letzten Aufführung des "Thésée" für immer vom Repertoire der Pariser Großen Oper. Diese Beliebtheit dankte L. nicht so sehr seiner musikalischen Begabung als vielmehr seinem Verständnis für die Kunstbedürfnisse der französischen Nation, welche die von der antiken Tragödie gefaßte Vorstellung in der Oper verwirklicht sehen wollte; und da er hierfür in dem Dichter Quinault einen fähigen und willfährigen Gehilfen fand, endlich auch von allen äußern Hilfsmitteln der Oper, Tanz, Kostümen, Dekorationen, einen geschickten Gebrauch zu machen wußte, so konnte die von ihm geschaffene Form der Oper für Frankreich eine bis zur Gegenwart fortwirkende typische Bedeutung gewinnen.

Lulua, großer Nebenfluß des Kassai (s. d.) im Congogebiet. Wißmann gründete 1885 an seinen Ufern unter 6° südl. Br. die Station Luluaburg.

Lumamyrte, s. Myrtus.

Lumbāgo (lat.), Hexenschuß (s. d.).

Lumbrīcus, der Regenwurm.

Lumen (lat.), Licht; heller Kopf, großer Geist; auch lichte Weite, z. B. einer Röhre; L. mundi, ein Weltlicht, Welt-Erleuchter; L. philosophicum, die wenig leuchtende Flamme des Wasserstoffgases.

Lumĭa, ital. Historiker, s. La Lumia.

Luminais (spr. lüminäh), Evariste Vital, franz. Maler, geb. 18. Okt. 1821 zu Nantes, bildete sich unter Troyon und Cogniet aus und widmete sich vorzugsweise der Darstellung des Volkslebens in der Bretagne. Seine Hauptbilder aus den ersten