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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Malchen; Malchin; Malchow; Malchus; Malcolm; Malcolmi; Malcontent; Malczewski

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Malchen - Malczewski.

Staatsbahnlinie Tarvis-Pontafel, mit einem in neuester Zeit verstärkten Fort, einem Denkmal zur Erinnerung an die heldenmütige Verteidigung des Forts durch die Österreicher im J. 1809 gegen die Überzahl der Franzosen und (1886) 603 Einw.

Malchen, Berg, s. Melibokus.

Malchin, Stadt im mecklenburg-schwerin. Herzogtum Güstrow, zwischen dem 12 km langen Malchiner u. dem Kummerower See, an einem schiffbaren Kanal, der die Peene mit dem Kummerower See verbindet, und an den Linien Lübeck-Mecklenburgisch-Preußische Grenze und M.-Waren der Mecklenburgischen Friedrich Franz-Eisenbahn, hat eine gotische restaurierte St. Johanneskirche aus dem 14. Jahrh., ein stattliches Rathaus, ein Realgymnasium, ein Amtsgericht, eine Eisenbahn-Reparaturwerkstätte, eine Zuckerfabrik, eine Imprägnieranstalt, Bierbrauerei, Kalk- und Ziegelbrennerei, eine Dampfmolkerei, große Torfmoore, Schiffahrt und (1885) 7037 evang. Einwohner. Die waldbegrenzte Hügellandschaft am Malchiner See (Wahrsberg 127 m hoch) heißt die Mecklenburgische Schweiz. M. ist mit Sternberg abwechselnd Sitz der mecklenburgischen Landstände.

Malchow, Stadt im mecklenburg-schwerin. Kreis Mecklenburg, am Malchower See und der Mecklenburgischen Südbahn, hat ein Amtsgericht, Tuch- und Wollwarenfabrikation, Fischerei, Schiffahrt und (1885) 3659 meist evang. Einwohner. Dabei ein der Ritter- und Landschaft gehöriges Jungfrauenkloster.

Malchus, Karl August, Freiherr von, Staatsmann, geb. 27. Sept. 1770 zu Mannheim, widmete sich in Heidelberg und Göttingen dem Studium der Staatswissenschaften, wurde 1790 Sekretär des kurmainzischen Ministers Grafen von Westphalen, dann 1791 österreichischer Gesandtschaftssekretär am kurtrierschen Hof und trat 1799 als Domsekretär in die Dienste des Stifts Hildesheim. Als letzteres 1803 an Preußen fiel, wurde M. zum Mitglied der Organisationskommission und darauf zum Kriegs- und Domänenrat bei der halberstadt-hildesheimischen Kammer ernannt. 1808 wurde er in dem neuerrichteten Königreich Westfalen Staatsrat, dann Generaldirektor der Steuern, 1811 Finanzminister und 1813 mit dem Titel eines Grafen von Marienrode Minister des Innern. Nach der Auflösung des Königreichs Westfalen wurde seine Verwaltung von so vielen Seiten angegriffen, daß er sie in einer besondern Schrift: "Über die Verwaltung der Finanzen des Königreichs Westfalen" (Stuttg. 1814), verteidigen zu müssen glaubte. Er lebte hierauf in Heidelberg litterarisch beschäftigt, bis ihn 1817 der König von Württemberg zur Leitung des Finanzministeriums berief. Schon nach Jahresfrist legte er aber diese Stelle nieder und begab sich wieder nach Heidelberg, wo er 24. Okt. 1840 starb. Von seinen staatswissenschaftlichen Schriften sind zu nennen: "Der Organismus der Behörden für die Staatsverwaltung" (Heidelb. 1821, 2 Bde.), umgearbeitet unter dem Titel: "Politik der innern Staatsverwaltung" (das. 1823, 3 Bde.); "Statistik und Staatenkunde" (Stuttg. 1826); "Handbuch der Finanzwissenschaft und Finanzverwaltung" (das. 1830, 2 Bde.); "Handbuch der Militärgeographie von Europa" (Heidelb. 1832); "Die Sparkassen in Europa" (das. 1838).

Malcolm (spr. mällköm), Name mehrerer schott. Könige: 1) M. I., 942-954, erwarb 945 Cumbria von dem angelsächsischen König Edmund und wurde 954 ermordet. -

2) M. II., 1005-34, folgte seinem Vater Kenneth III., kämpfte gegen die Dänen, die er 1018 bei Cowham besiegte. -

3) M. III., 1057-1093, Sohn Duncans I., floh nach der Ermordung seines Vaters durch Macbeth nach England und erlangte die Krone 1057 mit Hilfe der Angelsachsen. Er versuchte diesen gegen die Normannen zu Hilfe zu kommen und fiel fünfmal in Northumberland ein, wurde aber besiegt und fiel 13. Nov. 1093 bei Alawick ^[richtig: Alnwick] im Kampf gegen Wilhelm den Roten. -

4) M. IV., Enkel und Nachfolger Davids I., 1153-63.

Malcolm (spr. mällköm), Sir John, engl. Staatsmann und Geschichtschreiber, geb. 2. Mai 1769 zu Burnfoot bei Langholm in Schottland, trat 1782 als Kadett in ein nach Indien gehendes Regiment, wo er sich wiederholt auszeichnete und mit den wichtigsten diplomatischen Missionen betraut wurde. So brachte er 1800 ein Bündnis mit Persien gegen die Afghanen zu stande, worauf er zum Sekretär des Generalgouverneurs Marquis von Wellesley und 1802 zum Obersten ernannt wurde. Noch dreimal (1802, 1808 und 1810) ging er an den persischen Hof, um dort dem französischen Einfluß das Gegengewicht zu halten, und erhielt von dem Schah die Würde eines Chans des Reichs. 1812 nach England zurückgekehrt, ward er zum Ritter erhoben. 1816 ging er von neuem nach Indien und beteiligte sich am Kriege gegen die Marathen und Pindari mit solcher Auszeichnung, daß er zum Generalmajor und nach dem Frieden zum Zivil- und Militärgouverneur der eroberten Landschaften in Mittelindien ernannt wurde. In dieser Stellung erwarb er sich durch seine Bemühungen um Herstellung einer gesetzlichen Ordnung in jenen Landstrichen große Verdienste, wofür er nach seiner Rückkehr nach England, wo er in dem "Memoir of Central India" (Lond. 1823, 2 Bde.) von seiner Verwaltung Rechenschaft ablegte, von den Direktoren der Ostindischen Kompanie einen ansehnlichen Jahrgehalt erhielt. Auch von 1827 bis 1831 als Gouverneur der Präsidentschaft Bombay trug er zur Hebung der ihm anvertrauten Bezirke viel bei. Nach seiner Rückkehr nach England wurde er ins Parlament gewählt und gab bei den Verhandlungen über die Erneuerung des Freibriefs der Ostindischen Kompanie unter dem Titel: "The administration of British India" (Lond. 1832) eine aus amtlichen Papieren geschöpfte Darstellung der Verwaltungsverhältnisse in Indien heraus. Er starb 31. Mai 1833 in Windsor. Noch schrieb er: "History of Persia" (Lond. 1815, 2 Bde.; 2. Aufl. 1828; deutsch, Leipz. 1830, 2 Bde.); "Sketch of the political history of India" (Lond. 1811), die er darauf seiner "Political history of India from 1784 to 1823" (das. 1826, 2 Bde.) einverleibte; "Sketch of the Sikhs" (das. 1812); "Sketches of Persia" (das. 1827, 2 Bde.; deutsch, Dresd. 1828). Vgl. Kaye, Life and correspondence of Sir John M. (Lond. 1856, 2 Bde.).

Malcolmi, Amalie, Schauspielerin, Gattin von Pius Alexander Wolff (s. d.).

Malcontent (franz., spr. -kongtāng), unzufrieden, mißvergnügt; vgl. Malkontenten.

Malczewski (spr. mallschéwski), Antoni, poln. Dichter, geb. 1792 in Wolhynien, besuchte das Lyceum zu Kremenez und trat 1811 als Offizier in die polnische Armee ein. Sein Verstand, Witz und Humor machten ihn inden Warschauer Salons sehr beliebt, und mit dem ganzen Feuer jugendlichen Leichtsinns warf er sich in den verführerischen Strudel der hohen Kreise der Hauptstadt. Später dem Gefolge des Kaisers Alexander zugeteilt, wurde er in einem Duell mit seinem Freund Bledowski am Fuß verwundet und dadurch 1816 zum Austritt aus dem Militär genötigt. Nachdem er dann auf Reisen, namentlich in