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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft; Mansfelder Seen; Mansfield; Mansion-House; Manso; Manssur; Manstein

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Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft - Manstein.

Höchst (20. Juni 1622) vereinigt, traten beide Heerführer, als Pfalzgraf Friedrich wider Erwarten die Waffen niederlegte, in die Dienste der Generalstaaten, bahnten sich mit den Waffen in der Hand den Weg durch die spanischen Niederlande, indem sie Cordova bei Fleurus 29. Aug. schlugen, und vereinigten sich mit dem Prinzen Moritz von Oranien zu Rozendaal. Von den Generalstaaten im November nach Ostfriesland geschickt, um den Grafen Enno wegen seines Einverständnisses mit den Spaniern zu züchtigen, nahm M. alle festen Plätze daselbst ein und Enno selbst gefangen. Mehrere Monate blieb er in dieser Grafschaft, wo sein zuchtloses Kriegsvolk aufs entsetzlichste hauste, bis er, mit schwerem Geld abgefunden, im Juli 1623 sein bereits in Auflösung begriffenes Heer entließ. Er zog sich nun als Privatmann nach dem Haag zurück, ging aber bald nach Paris und von da nach London, wo er vom König glänzend empfangen und reich beschenkt wurde. Mit 12,000 Mann in England geworbener Truppen kam er im Februar 1625 wieder nach dem Festland, zunächst nach den Niederlanden, dann an die untere Elbe. Nach Beginn des niedersächsischen Kriegs brach M. im Februar 1626 mit 12,000 Mann aus seinem Winterlager bei Lübeck auf, fiel in das Anhaltische ein und griff Wallenstein 25. April in seiner Stellung an der Dessauer Brücke an, erlitt aber eine vollständige Niederlage. Schnell warb er in der Mark Brandenburg wieder ein Heer von 12,000 Mann, das durch französische Subsidien unterhalten wurde, zog 5000 Dänen unter Johann Ernst dem jüngern von Weimar an sich und brach nun mit diesem 30. Juni d. J. aus seinem Hauptquartier zu Havelberg auf, um in die Erbländer des Kaisers einzufallen und Wallenstein vom dänischen Hauptheer in Niedersachsen abzuziehen. Durch Schlesien setzte er unter steten Verfolgungen des Feindes seinen Marsch nach Mähren und Ungarn fort, wo er sich mit Bethlen Gabor von Siebenbürgen vereinigte. Als dieser aber mit dem Kaiser Frieden schloß, wandte er sich durch das türkische Gebiet nach Venedig. Doch ereilte ihn der Tod 29. Nov. d. J. in dem bosnischen Dorf Rakowitza bei Sarajewo. Er erwartete denselben in vollem Waffenschmuck und stehend, auf zwei Diener gestützt. Sein Leichnam wurde zu Spalato begraben. Vgl. Reuß, Graf Ernst von M. im böhmischen Krieg 1618-21 (Braunschw. 1865); Villermont, Ernest de M. (Brüssel 1866, 2 Bde.); Ütterodt zu Scharffenberg, Ernst Graf zu M. 1580-1626 (mit Originalbriefen Mansfelds und Tillys, Gotha 1867); Großmann, Des Grafen E. v. M. letzte Pläne und Thaten (Bresl. 1876); E. Fischer, Des Mansfelders Tod (Programm. Berl. 1878).

Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft, Gesellschaft für Betrieb des Bergbaues auf Kupfer im Unterharz, in der ehemaligen Grafschaft Mansfeld, auf dem Kupferschieferflöz, welches als unterstes Glied der Zechsteinformation das Harzgebirge bandförmig umlagert und an der Ost- und Südostseite desselben besonders regelmäßig ausgebildet erscheint. In diesem 8-20 cm mächtigen Flöz treten die Kupfererze in Verbindung mit Schwefelsilber als Kupferglanz und Buntkupfer, zum Teil auch als Kupferkies auf. Der Bergbau wurde schon 1199 begonnen, kam später an die Grafen von Mansfeld, wurde aber 1671 freigegeben und wird jetzt von einer Gewerkschaft betrieben, deren Direktion ihren Sitz in Eisleben hat. Das Eigentum derselben teilt sich in 768 Kuxe. Unter der ausgezeichneten Leitung des Geheimen Bergrats Leuschner hat sich der Bergbau in den letzten Jahrzehnten stetig gehoben. Zum Betrieb desselben sind (1887) vorhanden: 18 Förder- und 18 Wasserhaltungsschächte, während 8 Tiefbauanlagen in der Ausführung begriffen sind. Die Erze, deren Gehalt durchschnittlich 2-3 Proz. Kupfer und 0,008-0,12 Proz. Silber beträgt, werden zunächst gebrannt und alsdann auf Kupferrohstein verschmolzen, welcher 30-45 Proz. Kupfer und 0,15-0,25 Proz. Silber enthält. Nachdem der Rohstein nochmals geröstet ist, wird er wiederum geschmolzen und liefert einen Spurstein von rund 75 Proz. Kupfer und 0,4 Proz. Silbergehalt, welcher dann fein gemahlen und auf der Hütte Gottesbelohnung bei Hettstedt entsilbert wird. Das hierbei entfallende Silber kommt in Barrenform in den Handel, aus den entsilberten Rückständen erfolgt die Produktion des Kupferraffinads, welches seiner Reinheit halber zu den ersten Qualitätsmarken der Erde gehört. Die Gesamtproduktion betrug 1885: 126,353,5 Doppelzentner Kupfer, 75,076 kg Feinsilber und 181,370 Doppelzentner Schwefelsäure; die Zahl der Arbeiter 18,726.

Mansfelder Seen, s. Salziger See.

Mansfield (spr. männsfihld), 1) Stadt in Nottinghamshire (England), am Rande des Waldes von Sherwood, mit Seiden- und Baumwollweberei, Eisengießerei, Vieh- und Kornmärkten, Steinbrüchen und (1881) 13,653 Einw. -

2) Stadt im nordamerikan. Staat Ohio, inmitten der fruchtbaren Grafschaft Richland, 90 km nordnordöstlich von Columbus, mit (1880) 9859 Einw.

Mansion-House (engl., spr. männsch'n-haus), Bezeichnung für das Amtsgebäude der Lord-Mayors der Cities von London, Dublin etc.

Manso, Johann Kaspar Friedrich, namhafter Historiker und Philolog, geb. 26. Mai 1760 zu Zella im Gothaischen, studierte zu Jena, ward 1785 Kollaborator und bald darauf Professor am Gymnasium zu Gotha, 1790 Prorektor und 1793 Rektor des Magdaleneums zu Breslau, wo er 9. Juni 1826 starb. Von seinen historischen Arbeiten sind hervorzuheben: "Sparta, ein Versuch zur Aufklärung der Geschichte und Verfassung dieses Staats" (Leipz. 1800-1805, 3 Bde.), "Leben Konstantins d. Gr." (Bresl. 1817), "Geschichte des preußischen Staats seit dem Hubertsburger Frieden" (Frankf. 1819-20, 3 Bde.; 2. Aufl. 1835), "Geschichte des ostgotischen Reichs in Italien" (Bresl. 1824); von seinen philologischen: die Bearbeitung des Meleager (Gotha 1789), des Bion und Moschus nebst deutscher Übersetzung (das. 1784; 2. Aufl., Leipz. 1807), "Vermischte Schriften" (das. 1801, 2 Bde.), welche auch Gedichte von M. enthalten, "Vermischte Abhandlungen" (Bresl. 1821) u. a.

Manssur, Abu Djafar, Kalif, der zweite aus der Dynastie der Abbassiden, folgte 754 seinem Bruder Abul Abbas, gründete 762 Bagdad, wo er seine Residenz aufschlug, war habgierig und gewaltthätig und starb 775 infolge eines Sturzes vom Pferd.

Manstein, Christoph Hermann von, preuß. General, geb. 1711 zu St. Petersburg, diente anfänglich in der preußischen Armee, hierauf als Adjutant des Feldmarschalls Münnich in Rußland bis zum Jahr 1744. Er war es, der den Herzog Biron im November 1740 verhaftete. Unter Elisabeth wiederholt verleumdet und mit Verbannung bedroht, wanderte er 1745 aus, wurde vergeblich von der russischen Regierung reklamiert und in contumaciam zum Tod verurteilt. An dem Siebenjährigen Krieg als General Anteil nehmend, zeichnete er sich bei Prag (6. Mai 1757) aus, wurde bei Kolin, wo er durch seinen eigenmächtigen Angriff auf den linken österreichischen