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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mary; Maryborough; Maryland

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Mary - Maryland.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Marx'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

M. zunächst nach Baden, dann nach der Pfalz, später nach Paris. Auch von dort ausgewiesen, nahm er bis zu seinem Tod seinen Aufenthalt in London, nach verschiedenen Richtungen litterarisch thätig, besonders für amerikanische Zeitungen, aber zugleich im Verkehr mit den radikalen Flüchtlingen aller Länder für seine revolutionären und sozialistischen Ideen agitierend. Unter anderm erschienen: "Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte" (1852); "Enthüllungen über den Kommunistenprozeß zu Köln" (1853); "Zur Kritik der politischen Ökonomie" (Berl. 1859), eine wissenschaftliche Darstellung der Marxschen Werttheorie und Geldlehre. Am 28. Sept. 1864 setzte M. auf einem Meeting in London den Beschluß der Gründung einer internationalen Arbeiterassociation durch, welche 1866 nach seinem Plan errichtet und von ihm bis 1872 geleitet wurde (vgl. Internationale). In den 60er Jahren war sein Hauptbestreben darauf gerichtet, in Deutschland eine revolutionäre sozialdemokratische Partei gegenüber den Lassalleanern zu schaffen, da er das Programm des ihm von 1848 her befreundeten Lassalle mißbilligte. Unter seiner Ägide gründete sein Freund und Schüler W. Liebknecht (s. d.) 1869 die sozialdemokratische Arbeiterpartei, welche sich später (1875) mit den radikalen Lassalleanern zur sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands vereinigte. Er starb 14. März 1883 in London. Von seinem unvollendet hinterlassenen Hauptwerk: "Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie", erschien 1867 der erste Band (3. Aufl., Hamb. 1883), die Grundlagen seiner sozialistischen Anschauungen und die Hauptzüge seiner Kritik der bestehenden Gesellschaft, der kapitalistischen Produktionsweise und ihrer Folgen darlegend. Der zweite Band erschien 1883, herausgegeben von Fr. Engels; ein dritter Band soll noch erscheinen. Das Werk ist zwar das wissenschaftlich bedeutendste der sozialistischen Litteratur, aber doch von viel geringerm Wert, als M. und seine Anhänger wähnen. M. war seit 1843 mit Jenny von Westphalen (gest. 6. Dez. 1881 in London), einer Schwester des spätern preußischen Ministers des Innern im Ministerium Manteuffel, verheiratet. Er hinterließ drei Töchter, von denen eine an Longuet, die zweite an Lafargue, die dritte an Aveling verheiratet ist. Seine drei Schwiegersöhne sind Agitatoren der Sozialdemokratie, die beiden erstern in Frankreich, der dritte in England. Vgl. K. Groß, Karl M. (Leipz. 1885); G. Adler, Die Grundlagen der Karl Marxschen Kritik der bestehenden Volkswirtschaft (Tübing. 1887).

3) Friedrich, Dichter, geb. 1830 zu Steinfeld in Kärnten, besuchte das Gymnasium zu Laibach, trat in die Armee ein und zog mit derselben als Kadett 1849 nach Italien, wo er bald zum Offizier avancierte und auch nach dem Frieden fast ein Jahrzehnt lang verblieb. In der Folge lebte er in verschiedenen Garnisonen, schied nach 1866 aus dem aktiven Dienst, trat aber 1871 als Hauptmann bei der Landwehr wieder ein und lebt seit 1882 als Major zu Weißenkirchen in Mähren. Er veröffentlichte: "Erste Lieder" (Wien 1858), die Gedichtsammlung "Gemüt und Welt" (Graz 1862; 3. Aufl., Leipz. 1877), die in Graz mit Erfolg aufgeführten dramatischen Dichtungen: "Olympias" (Wien 1863; neue Aufl., Leipz. 1870) und "Jacobäa von Bayern" (das. 1869) und den Roman "Clarisse" (Neutitschein 1878), in allen Produkten ein sinniges Gemüt und vorzügliche Form bewährend. Ferner schrieb er: "Alessandro Poerio", Lebensbild (Graz 1868), und übersetzte: "Ausgewählte Gedichte" von Longfellow (Hamb. 1868) sowie den "König Nal" von De Gubernatis (das. 1870). ↔

Mary (spr. mehri), Fluß in der britisch-austral. Kolonie Queensland, entspringt auf dem Nordabhang der d'Aguillarkette und fällt in breiter Mündung 40 km unterhalb Maryborough, wohin Seedampfer gelangen, in die Herveybai des Stillen Ozeans. Die Ufer sind mit Zuckerpflanzungen bedeckt.

Maryborough (spr. mehriborro), 1) Hauptstadt der irischen Queen's County, an einem Nebenfluß des Barrow, mit Gerichtshof, Irrenhaus, Schloßruine und (1881) 2872 Einw. -

2) Stadt in der britisch-austral. Kolonie Queensland, am Maryfluß, 40 km von seiner Mündung, Anfangsstation der nach Gympie führenden Eisenbahn, mit (1886) 9281 Einw. M. ist der Hafen für den Wide Bay- und Burnettdistrikt mit bedeutenden Zuckermühlen, Holzschneidewerken u. a. m. sowie für das Gympie-Goldfeld, die Burrum-Kohlengrube und die Mount Perry-Kupferbergwerke.

Maryland (spr. mehrländ, abgekürzt Md.), 1) nordamerikan. Freistaat, der südlichste der Mittelstaaten der Union, grenzt im N. an Pennsylvanien, im O. an Delaware und den Atlantischen Ozean, im SW. und W. an Virginia, von dem er durch den Potomacfluß getrennt ist. Das Land im O., zu beiden Seiten der tief einschneidenden Chesapeakebai, das sogen. Flutwassergebiet, ist im allgemeinen ein ebenes, fruchtbares Alluvialland; Mergel und Muschelkalk, vorzügliche Porzellanerde, Thon und Sumpfeisenerze kommen vor. In den Wäldern wachsen Eichen, Hickorys, Kastanien, Walnußbäume, Zedern, Fichten und Buchen. Weizen, Mais, Tabak und im S. Baumwolle und Flachs werden angebaut; auch die Weinrebe gedeiht an der Ostküste. Der nördliche und westliche Teil des Staats ist ein von dem Blue Ridge und den Alleghanies durchzogenes Hügelland mit fruchtbaren Thälern, saftigen Weiden und schönen Wäldern (namentlich auch Ahornen). Steinkohlen, Eisenerze und Kupfer finden sich hier vor. Die Chesapeakebai selbst trägt in nicht geringem Grad zu dem Reichtum des Landes bei, denn sie birgt vorzügliche Austern, Fische, Krabben und die geschätzten Terrapins (Wasserschildkröten), und ihre Ufer sind von zahlreichen Wasservögeln bevölkert (darunter die als Leckerbissen beliebten Canvasback Ducks). Die Bai kann von den größten Schiffen befahren werden und hat verschiedene Einschnitte, die Häfen für Schiffe bilden. Die sich in sie ergießenden Flüsse sind weit ins Land hinein schiffbar. Die wichtigsten unter ihnen sind der Potomac, welcher die Grenze gegen Virginia bildet, und der Susquehanna, welcher ins nördliche Ende der Bai fließt. Das Klima ist mild, und die Sommerhitze wird durch Seewinde gemäßigt. Die Winter sind jedoch streng genug, um den Hafen von Baltimore zeitweilig mit Eis zu bedecken. Die mittlere Jahrestemperatur an der Küste ist etwa 13° C. (Sommer 23, Winter 0° C.). Regen fällt reichlich (jährlich 1100 mm). M. hat ein Areal von 26,831 qkm (487,3 QM.) mit 1870: 780,894, 1880 aber 934,943 Einw., wovon 210,230 Farbige und 82,806 Ausländer, einschließlich von 45,481 Deutschen. Die öffentlichen Schulen wurden 1885 von 176,393 Kindern besucht. Für die höhere und Fachbildung sorgen die Universität von M. in Baltimore, 9 Colleges und anderweitige Anstalten mit zusammen 1303 Studenten. Indes können fast 60 Proz. der über zehn Jahre alten Farbigen nicht lesen. Von der gesamten Oberfläche des Staats sind 49 Proz. angebaut, 26 Proz. bestehen aus Wald. Den Wert der landwirtschaftlichen Produkte schätzte man 1880 auf 29 Mill. Dollar. Mais, Weizen, Hafer, Kartoffeln und Tabak (1880: 11,830,000 kg) sind die Hauptprodukte. Die Fische-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 304.