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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mediceergräber; Medicēische Venus; Medici

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Mediceergräber - Medici.

gibt aber jährlich nur 2 Schnitte; ihr Heu ist ebenso nahrhaft wie das der gewöhnlichen Luzerne. M. falcata L. (schwedische Luzerne), mit ästigem, niederliegendem oder aufsteigendem Stengel, gelben Blüten in kurzen Trauben und sichelförmigen Hülsen. Man hält die Sandluzerne für einen Bastard von M. sativa und M. falcata, wahrscheinlich aber gehören alle drei nur einer Art an und sind lediglich Kulturformen. Die schwedische Luzerne liebt leichtes, kalk- oder sandmergeliges Erdreich und macht an Klima, Lage und Untergrund weniger Ansprüche; gibt aber auch nur einen guten Schnitt nahrhaften Futters. M. lupulina L. (gelber Klee, Wolfsklee, Steinklee, Hopfenklee), ein- und zweijährig, mit niederliegendem oder aufsteigendem Stengel, verkehrt-eiförmigen, ausgerandeten, vorn gezahnten Blättchen, gelben Blüten in ährigkopfigen Trauben und nierenförmigen, eingerollten, gedunsenen Hülsen, findet sich auf Wiesen und Wegrändern, eignet sich zur Kultur auf thonmergeligen Feldern niederer Qualität, auf Bergebenen, selbst mit nassem Untergrund, auch auf kalkmergeligen Bergfeldern und in sandreichen Ebenen im Gemenge mit weißem Klee, gibt einen schönen Schnitt und dann gute Weide. Der Samenbau der M. sativa und M. media wird vorzugsweise in Südfrankreich, der Provence und Italien betrieben, während M. lupulina fast ausschließlich von Mittel- und Niederschlesien bezogen wird. - Der Luzernebau wurde durch die Perserkriege den Griechen bekannt, kam zwischen 150 und 50 v. Chr. nach Italien und 100 Jahre später nach Spanien. Die Römer nannten die Pflanze nach ihrer ursprünglichen Heimat Medica und priesen sie als treffliches Futtergewächs. Von Spanien gelangte die Luzerne etwa im 15. Jahrh. nach Frankreich und 1565 nach Belgien. Die Provençalen erhielten dieselbe aber aus Italien und nannten sie nach einem italienischen Ort Clauserne, woraus unser Luzerne geworden ist; letzterer Name stammt indes erst aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, da die Luzerne früher burgundisches Heu oder welscher Klee genannt wurde. Um 1570 hatte die Luzerne bereits in Deutschland Eingang gefunden, machte aber im 17. Jahrh. kaum Fortschritte und taucht um 1730 plötzlich bei Erfurt wieder auf, wohin sie wahrscheinlich von Mainz aus gelangt war, und von wo sie sich nun bald weiter verbreitete.

Mediceergräber, s. Florenz, S. 381 f.

Medicēische Venus, s. Aphrodite.

Medici (spr. mehditschi, Mediceer), das berühmteste Geschlecht des florentinischen Staats, welches, aus dem Mugello, dem Hügelland nördlich von Florenz, gebürtig, schon im 13. Jahrh. durch glückliche Handelsunternehmungen zu Reichtum und Macht gelangt war. Zuerst 1291 erscheint ein Ardingo de' M. unter den Prioren der Zünfte von Florenz. Avirardo de' M. war 1314 Gonfaloniere. Die M. gehörten zu den angesehenen Popolanenfamilien, welche die Herrschaft der Grandi bekämpften. Nach dem Wappen der M., den Palle (rote Kugeln), hießen ihre Anhänger Palleschi. In dem Kampf der Ricci und Albizzi nach Walters von Brienne Vertreibung 1343 schlossen sich die M. den erstern an. Bartolomeo de' M. versuchte 1360 vergeblich eine Erhebung gegen die herrschende Guelfenoligarchie. Sein Bruder Salvestro de' M., 1378 beim Ausbruch des Aufstandes der Ciompi Gonfaloniere di Giustizia, unterwarf die oligarchisch-aristokratische Verfassung einer Änderung. Durch dessen Verbannung aus Florenz seit 1381 dem öffentlichen Leben mehr entrückt, vermehrten die M. durch glückliche Handelsunternehmungen ihr Vermögen außerordentlich und galten seit Salvestros Zurückberufung für die Häupter der Volkspartei. Salvestro stürzte die Partei der Albizzi vollends und gewann durch die Gunst des Volkes eine fast unbeschränkte Macht. Sein Sohn Veri de' M. wurde, da er der Aufforderung des Volkes, sich in dem Kampf gegen die wieder emporgekommenen Albizzi an seine Spitze zu stellen, nicht entsprach, 1393 samt seiner ganzen Familie aus Florenz verbannt. Ein Versuch, sich 1400 mit Waffengewalt die Rückkehr zu erzwingen, scheiterte, und eine neue Verschwörung, an deren Spitze der Herzog von Mailand stand, wurde entdeckt und brachte den meisten Gliedern des Mediceischen Hauses den Untergang. Die Übriggebliebenen vergrößerten jedoch durch fortgesetzte Handelsthätigkeit ihren Reichtum, und ihr damaliges Haupt Giovanni di Bicci, Avirardos Sohn (geb. 1360), der durch geschickte Spekulationen sich ein großes Vermögen erworben und auch als Diplomat seiner Vaterstadt große Dienste geleistet hatte, stieg 1421 wieder zum Gonfaloniere empor. Nach seinem Tod (20. Febr. 1429) trat sein Sohn Cosimo de' M., geb. 1389 (vgl. Fabroni, Cosmi Medicei vita, Pisa 1780), an die Spitze der Volkspartei und verschaffte sich durch Freigebigkeit einen starken Anhang. Kaum war jedoch 1433 Rinaldo, das Haupt der Albizzi, an die Spitze der Regierung gelangt, als derselbe Cosimo verhaften, verräterischer Verbindungen mit Francesco Sforza beschuldigen und auf zehn Jahre aus der Republik verbannen ließ. Schon nach einem Jahr setzten jedoch Cosimos Freunde seine Rückberufung und Rinaldos Verbannung durch, und jener behauptete sich im Besitz außerordentlicher Befugnisse fortan ohne Waffengewalt, allein gestützt auf seine großen Reichtümer, die er mit der edelsten Freigebigkeit zum Besten der Einzelnen und des Vaterlandes verwandte, und auf seine klare Durchschauung der Verhältnisse, als das Haupt der Republik. Seine Staatsverwaltung war ebenso glücklich wie glänzend, und Florenz erkannte ihm nach seinem Tode den Beinamen "Vater des Vaterlandes" zu. Cosimo war zugleich ein Mann von Geschmack, den er namentlich in prachtvollen Bauten bekundete, sowie von großer Gelehrsamkeit und der thätigste Beförderer der Wissenschaften und Künste, wie denn nach Konstantinopels Fall 1453 viele gelehrte Griechen bei ihm Aufnahme fanden. In den letzten Jahren zog er sich mehr von den Geschäften zurück und überließ die Regierung einer gewissenlosen, habsüchtigen Oligarchie, welche nach seinem Tod (1. Aug. 1464) unter Luca Pittis Führung sogar Cosimos kränklichen Sohn Piero (geb. 1416) von der Herrschaft zu verdrängen suchte. Indes die Anhänglichkeit des Volkes an die M. vereitelte ihr Unternehmen. Piero, der seinem Vater an Geist und politischem Scharfsinn weit nachstand, ihn aber an Herzensgüte und Rechtsgefühl übertraf, regierte nun in Frieden bis zu seinem Tod (3. Dez. 1469).

An seine Stelle traten seine beiden noch sehr jungen Söhne Lorenzo (geb. 1. Jan. 1449), mit dem Beinamen il Magnifico (der Herrliche), und Giuliano I. Beide Brüder waren von den ersten Gelehrten ihrer Zeit, Gentili von Urbino, Christoph Landini, Argyropulos, Ficinus etc., unterrichtet worden, und namentlich zeichnete sich Lorenzo als Dichter und Redner aus. 1466 besuchte er die verschiedenen italienischen Höfe, vermählte sich 1469 mit Clarissa Orsini und übernahm in demselben Jahr mit seinem Bruder die Regierung des florentinischen Staats. Den hohen Ruhm, den er erlangt hat, verdankt er seiner Klugheit und Gewandtheit, der Lie-^[folgende Seite]