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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Metallektypographie - Metallographie.

Zink, Blei, Kupfer bedecken sich dabei mit einer fest haftenden und schützenden Oxydschicht, während Eisen allmählich ganz zerfressen wird. Kalium, Natrium und einige andre M. oxydieren sich so schnell an der Luft, daß sie in einer sauerstofffreien Flüssigkeit aufbewahrt werden müssen. Sehr fein verteilte M. oxydieren sich an der Luft bisweilen unter Feuererscheinung. Die Kohlensäure der feuchten Luft befördert die Oxydation ebenso wie die Dämpfe andrer Säuren und bei manchen Metallen das Ammoniak (Kupfer). Der Salpetersäure entziehen die meisten M. einen Teil ihres Sauerstoffs, um ein Oxyd zu bilden, welches sich dann in der Regel mit einem andern Teil der Salpetersäure zu einem Salz verbindet. Konzentrierte Schwefelsäure bildet mit einigen Metallen Schwefelsäuresalze, indem ein Teil der Säure zu schwefliger Säure reduziert wird. Fast alle M. bilden mit Sauerstoff und Wasserstoff basische Oxyde (Hydroxyde), welche durch Austritt von Wasser in Basenanhydride (Oxyde) verwandelt werden und mit Säuren meist kristallisierbare Salze bilden. Die Oxyde der Leichtmetalle sind farblos, die der Erzmetalle meist charakteristisch gefärbt. Manche Hydroxyde verhalten sich gegen starke Säuren wie Basen und gegen starke Basen wie Säuren (Aluminium, Zink). Einige Schwermetalle aber bilden mit Sauerstoff u. Wasserstoff nur oder hauptsächlich Säuren (Titan, Molybdän etc.), andre als niedere Oxydationsstufen auch Basen (Eisen, Chrom, Antimon, Zinn etc.). Die Oxyde der edlen M. werden schon durch Erhitzen, die übrigen durch Erhitzen mit Kohle, Kohlenoxyd, Wasserstoff, Kohlenwasserstoff zu Metall reduziert. Aus Metallsalzlösungen werden manche M. durch andre M. oder durch gewisse reduzierend wirkende Substanzen gefällt, auch werden Metallverbindungen durch den elektrischen Strom reduziert. Alle M. verbinden sich mit Schwefel (s. Schwefelmetalle) und mit den Haloiden (s. Chlor-, Brom-, Jodmetalle). Mehrere M. nehmen große Mengen Wasserstoff auf, ohne den metallischen Habitus zu verlieren, so daß die Verbindung wie eine Legierung mit metallischem Wasserstoff zu betrachten ist. Bei Rotglut sind Platin, Palladium, Eisen für Wasserstoff durchdringlich. Glühendes Eisen ist auch für Kohlenoxyd durchdringlich, und dies Gas sowie Kohlensäure und Sauerstoff werden auch von andern Metallen im geschmolzenen Zustand absorbiert.

Die M. finden sich in der Natur selten gediegen, nur diejenigen, welche geringe Verwandtschaft zum Sauerstoff haben, treten hauptsächlich oder nur gediegen auf (Gold, Platin, Palladium, Iridium, Rhodium). Sonst kommen die M. meist vererzt in der Natur vor, d. h. verbunden mit Sauerstoff, Schwefel, seltener mit Tellur, Arsen, Chlor und Jod. Aus den Erzen gewinnt man die M. auf sehr verschiedene Weise: a) durch mechanische Prozesse, Verwaschen von Goldsand oder goldhaltigem Schwefelkies; b) durch Ausschmelzen oder Ausseigern, z. B. Wismut aus begleitenden Nickel- und Kobalterzen, oder durch Destillation, wie beim Quecksilber; c) durch Reduktion von Metalloxyden bei erhöhter Temperatur, z. B. Blei aus Glätte oder Weißbleierz, Zinn aus Zinnstein, Kupfer aus Malachit und Lasur, Eisen aus Eisenstein, Nickel aus Nickeloxyd, Zink aus Galmei etc.; d) durch Zersetzung von Schwefelungen mittels des Sauerstoffs der Luft, z. B. Quecksilber und Gold aus deren Schwefelungen, oder durch andre M., z. B. Zersetzung von Schwefelsilber, Schwefelblei, Schwefelquecksilber, Schwefelantimon, Schwefelzink durch Eisen; e) durch Ausziehen mit Blei und Abtreiben des silberhaltigen Bleies, wie Gold und Silber; f) durch Ausziehen mit Quecksilber und Erhitzen des Amalgams zur Verflüchtigung des Quecksilbers, wie Gold und Silber; g) durch Auflösen und Fällen mit andern Metallen, wie Silber aus Silbervitriollösung oder aus silberhaltiger Kochsalzlösung durch Kupfer, Kupferlösung durch Eisen, oder mit reduzierenden Körpern, wie Gold aus Chlorgold durch Eisenvitriol; h) durch Zersetzung fester Chlormetalle durch andre M., wie Chorsilber ^[richtig: Chlorsilber] durch Eisen oder Zink.

Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Blei, Eisen waren sehr früh bekannt geworden, und auf ihrer Verarbeitung beruhte die Kultur der frühsten Perioden. Theophrast kannte auch das Quecksilber, und Basilius Valentinus im 15. Jahrh. kannte auch Zink, Wismut, Antimon. Die übrigen M. wurden später entdeckt, viele erst gegen das Ende des 18. und 19. Jahrh. Die bekannten M. aber erregten die Aufmerksamkeit der ältesten Chemiker in besonders hohem Grad, man glaubte an die Möglichkeit, sie ineinander zu verwandeln, und die Metallveredelung war die Hauptaufgabe der Chemie viele Jahrhunderte hindurch und gipfelte in der Alchimie (s. d.). Auch gegenwärtig spielen M. und Metallverbindungen in der Technik die größte Rolle, und ohne dieselben wäre unsre Kultur gar nicht denkbar. Vgl. Ledebur, Die M., ihre Gewinnung und Verarbeitung (Stuttg. 1887); Derselbe, Die Metallverarbeitung (Braunschw. 1882); Esner, Die M., deren Bearbeitung etc. (Halle 1882); Andree, Die M. bei den Naturvölkern (Leipz. 1884).

Metallektypographie, ein Hochätzverfahren in Kupfer, erfunden von dem Graveur Dembour in Metz (1834), wurde von andern verbessert, durch das Hochätzverfahren in Zink aber völlig verdrängt.

Metallfeile (Kompositionsfeile), aus Bronze hergestelltes feilenähnliches Werkzeug ohne Hieb, dient beim Polieren von Metall zum Auftragen des Polierrots.

Metallgewebe, s. Drahtgewebe.

Metallgießerei, s. Gießerei.

Metallgold, s. v. w. unechtes Blattgold, s. Goldschlägerei.

Metallifērisch (griech.), metallführend, metallreich.

Metallīn, aus Kohlenstoff, Blei und Zink mit Zusätzen von Paraffin, Kieselsäure, Kalk, Magnesia, Eisenoxyd, Thonerde, Zinn und Kupfer bestehendes Schmiermittel für Zapfenlager.

Métalliquepapier (spr. metallihk-), s. Kreidepapier.

Métalliques (franz., spr. -lihk) hießen die 1797 in Frankreich an Stelle der Mandaten ausgegebenen Wertpapiere; dann auch frühere österreichische und russische Staatsobligationen, die in Metallgeld verzinst und heimgezahlt wurden.

Metallisieren, nichtmetallische Gegenstände mit Metall bedecken oder durch Imprägnieren fester, dauerhafter machen, z. B. Holz durch Imprägnieren mit Metallsalzen; speziell das Imprägnieren des Holzes mit Eisenvitriol und Chlorcalcium.

Metallkalke, s. Kalcination.

Metallkönig, s. König, S. 1014.

Metalllava, s. Steine, künstliche.

Metallmohr, s. Aethiops.

Metallmoor, s. Verzinnen.

Metallochalcite, s. Chalcite.

Metallochromīe (griech.), s. v. w. Färbung der Metalle, s. Galvanische Färbung etc.

Metallographie (griech.), ein von Zach in München erfundenes Verfahren der direkten Zeichnung auf Metallplatten vermittelst einer Nadel oder eines Stifts. Die Zeichnung wurde durch Ätzung in eine