Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

577

Mèze - Mezzofanti.

Mèze (spr. mähs'), Stadt im franz. Departement Hérault, Arrondissement Montpellier, am Strandsee von Thau und an der Eisenbahnlinie Montbazin-Agde gelegen, hat (1886) 5548 Einw., welche Seesalzgewinnung (jährlich 25,000 Ton.), Branntweinbrennerei und Weinhandel betreiben.

Mézenc (Mont M., spr. mesäng), 1754 m hoher, in drei Spitzen endigender, erloschener Vulkan, an der Grenze der franz. Departements Oberloire und Ardèche, dessen basaltische Massen sich auf der granitischen Platte des zentralen Hochfrankreich, an dessen Ostrand, im Zug der Cevennen, erheben. Er bildet die höchste Erhebung des Cevennensystems, hat eine interessante Flora und ist von zahlreichen andern vulkanischen Gipfeln umgeben.

Mezeray (spr. mes'rä), François Eudes de, franz. Geschichtschreiber, geb. 1610 zu Ry bei Argentan, widmete sich zuerst der Dichtkunst, wandte sich aber bald der Geschichte und Politik zu. Nachdem er während zweier Feldzüge in Flandern die Stelle eines Kriegskommissars bekleidet hatte, nahm er seinen Abschied und erhielt eine Anstellung am Collège Ste.-Barbe in Paris, 1643 nach dem Erscheinen des 1. Teils seiner "Histoire de France" (bis Ludwig XIII., Par. 1643-51, 3 Bde.; fortgesetzt bis 1830, das. 1839, 18 Bde.), welchen er unter dem von einem seinem Geburtsort benachbarten Weiler entnommenen Namen M. herausgab, den Titel eines Historiographen von Frankreich, wurde 1649 Mitglied der Akademie und 1675 deren ständiger Sekretär. Obgleich vom Hof besoldet, bewahrte er sich doch ein freies Urteil und bekämpfte während der Fronde Mazarin in Pamphleten; da er auch auf die von Colbert verlangte Abänderung einiger Stellen darin über die Steuern nicht eingehen wollte, wurde ihm seine Pension entzogen. Aus seinem größern Werk lieferte er einen Auszug: "Abrégé chronologique de l'histoire de France" (Par. 1668, 3 Bde.; beste Ausg., Amsterd. 1755, 4 Bde.). M. gab auch einen "Traité de l'origine des Français" (Amsterd. 1678) heraus. Er starb 10. Juli 1683 in Paris.

Mezger, Johann Georg, Mediziner, geb. 22. Aug. 1839 zu Amsterdam, studierte daselbst und in Leiden, promovierte hier 1863 mit einer Dissertation über die Behandlung der Gelenkverstauchungen vermittelst Massage, war dann mehrere Jahre Assistenzarzt bei van Geuns in Amsterdam und erzielte hier bei verschiedenen Formen von Lähmung, die der bisher gebräuchlichen Behandlungsmethode trotzten, vortreffliche Resultate durch Massage. Daraufhin beschäftigte er sich ausschließlich mit letzterer Methode und suchte dieselbe wissenschaftlich zu begründen. Anfangs vielfach angefeindet, erlangte er durch überaus glückliche Kuren einen großen Ruf und gewann eine außerordentlich umfangreiche Konsultationspraxis. Seine Methode ist genau beschrieben in Mosengeil, "Die Massage, deren Technik, Wirkung und Indikationen" (Verhandlungen des deutschen Chirurgenkongresses von 1875).

Mézières (spr. mesĭähr), Hauptstadt des franz. Departements Ardennen, am rechten Ufer der Maas, über welche eine Brücke nach Charleville führt, ist eine Festung zweiten Ranges, deren Widerstandsfähigkeit zum großen Teil darin beruht, daß sie wie eine Halbinsel von der Maas umgeben wird und durch Inundation der Gräben leicht unzugänglich gemacht werden kann. Die hauptsächlichsten Befestigungswerke sind auf der Ostseite die alte, mit sieben Bastionen versehene Citadelle, welche die Maas beherrscht, auf der Westseite ein Hornwerk, das wieder ein ähnliches Werk mit drei Lünetten vor sich hat. Die Stadt bildet einen Knotenpunkt der Eisenbahnen nach Reims, Hirson, Namur und Diedenhofen, ist im allgemeinen schlecht gebaut und ohne weitere merkwürdige Gebäude als die Pfarrkirche, in welcher 1570 die Vermählung Karls IX. gefeiert wurde. M. hat (1886) 4682 Einw. und ist Sitz eines Präfekten und eines Assisenhofs. - M. (Maceriä) galt im Mittelalter für einen der festesten Plätze Frankreichs und wurde 1521 von Bayard gegen die kaiserlichen Truppen tapfer verteidigt. 1815 wurde die Stadt von dem norddeutschen Armeekorps unter General v. Haak belagert und kapitulierte erst lange nach dem Sturz Napoleons I., 13. Aug. (die Citadelle 5. Sept.). 1870 wurde es Ende Dezember von den Deutschen zerniert und nach einem furchtbaren Bombardement, welches die Stadt zum größten Teil zerstörte, 3. Jan. 1871 zur Kapitulation gezwungen. Vgl. Spohr, Geschichte der Beobachtung, Belagerung und Beschießung von M. (Berl. 1879).

Mézières (spr. mesĭähr), Alfred, franz. Litterarhistoriker, geb. 19. Nov. 1826 zu Réhon in Lothringen, erhielt seine Bildung auf der École normale und der École d'Athènes, wurde 1854 Professor der ausländischen Litteratur in Nancy und 1863 in gleicher Eigenschaft an die Sorbonne berufen. Seit 1874 ist er Mitglied der französischen Akademie, seit 1881 auch der Deputiertenkammer. Seine Hauptwerke sind: "Shakespeare, ses œuvres et ses critiques" (Preisschrift, 1861, 4. Aufl. 1886); "Prédécesseurs et contemporains de Shakespeare" (1863, 3. Aufl. 1881); "Contemporains et successeurs de Shakespeare" (1864); "Dante et l'Italie nouvelle" (1865); "Pétrarque" (2. Aufl. 1868); "La société française" (1869); "Récits de l'invasion" (1871, 3. Aufl. 1884); "Goethe, les œuvres expliquées par la vie" (2. Aufl. 1874, 2 Bde.); "Hors de France: Italie, Espagne, Angleterre, Grèce moderne" und "En France: XVIII. et XIX. siècles" (1883).

Mezö (ungar., spr. māsö), s. v. w. Feld, kommt in zusammengesetzten Ortsnamen häufig vor.

Mezö-Berény (spr. māsö-bérenj), Dorf im ungar. Komitat Békés, an der Ungarischen Staatsbahn (Szolnok-Arad), mit (1881) 11,368 Einw. (Ungarn, Slawen und Deutsche) und einer Dampfmühle.

Mezö-Hegyes (spr. māsö-héddjesch), Pußta im ungar. Komitat Csanád, mit einem berühmten, 1785 von Joseph II. gegründeten königlichen Gestüt (1800 Pferde).

Mezö-Kövesd (spr. māsö-köveschd), Markt im ungar. Komitat Borsod, an der Budapest-Miskolczer Bahnlinie, mit (1881) 10,606 ungar. Einwohnern, Acker- und Weinbau, Getreidehandel und Bezirksgericht.

Mezö-Tur (spr. māsö-), Stadt im ungar. Komitat Jász-Nagy-Kun-Szolnok, am Berettyó, Station der Ungarischen Staatsbahn (Szolnok-Arad), mit (1881) 21,213 ungar. Einwohnern, hat Wein- und vorzüglichen Weizenbau, eine Dampfmühle, ein reform. Gymnasium und ein Bezirksgericht.

Mezzanīn (ital.), s. Entresol.

Mezzo (ital.), "mittel-, halb-", z. B. mezzoforte (mf), halbstark; mezzopiano (mp), ziemlich leise; mezza voce (m. v.), mit halber Stimme; mezza manica (halbe Applikatur), beim Spiel der Streichinstrumente die zweite Position, wodurch z. B. auf der a-Saite der erste Finger (Zeigefinger) nicht h, sondern c greift; mezzolegato, beim Klavierspiel eine dem Klang nach dem staccato nicht unähnliche, aber vollere, brillante Spielweise.

Mezzofanti, Giuseppe, berühmter ital. Linguist, geb. 17. Sept. 1774 zu Bologna und daselbst gebildet,