Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Minderungsklage; Minding; Mindoro; Mindszent; Mine

645

Minderungsklage - Mine.

Minderungsklage (Minderwertsklage, Actio aestimatoria, Actio quanti minoris), die rechtliche Klage des Käufers gegen den Verkäufer auf Herabsetzung des Kaufpreises wegen Mangelhaftigkeit der Ware. Die M. ist namentlich im Viehhandel von Wichtigkeit; doch haben hier neuere Gesetze die Zulässigkeit derselben vielfach eingeschränkt, indem sie nur die Wandlungsklage auf Aufhebung des ganzen Vertrags zulassen (s. Gewährsmängel).

Minding, Julius, Dichter, geb. 8. Nov. 1808 zu Breslau, studierte in Berlin Medizin, warf sich, nachdem er mehrere Jahre teils als Arzt, teils als Schriftsteller gewirkt hatte, der Industrie in die Arme, gelangte binnen kurzer Zeit zu bedeutendem Reichtum, um ebenso schnell wieder zu verarmen, und wanderte schließlich (1850) nach Nordamerika aus. Mit einigen Freunden errichtete er in New York ein ärztliches Büreau, endete aber schon wenige Monate später (7. Sept. 1850) durch Selbstmord. M. hat sich außer einem didaktischen Gedicht: "Das Leben der Pflanze" (Leipz. 1837), und "Fünf Büchern Gedichte" (Berl. 1841) besonders durch seine Tragödie "Papst Sixtus V." (1846), die, lange nach seinem Tod in der Bühnenbearbeitung von Rainer und A. Becker (Oldenb. 1870, 2. Aufl. 1872) auf fast allen Haupttheatern Deutschlands aufgeführt, große Sensation erregte und sich durch markige Diktion und die wohlgelungene Zeichnung des Hauptcharakters auszeichnet, einen Namen gemacht.

Mindoro, eine der größern Inseln der Philippinen, von Luzon durch den sichern San Bernardinokanal, von den Calamianen durch die mit Untiefen besäete Mindorostraße getrennt, mißt mit den umliegenden Inselchen 10,192 qkm (185 QM.) und hat mit der administrativ zugehörigen, 881 qkm großen Insel Marinduque (1879) 61,928 Einw. Die Insel ist nur an den Küsten bekannt, scheint im Innern durchaus hoch und gebirgig zu sein und trägt auf dem fruchtbaren, wohlbewässerten Boden des Küstensaums überall eine üppige Vegetation. Ackerbauende Malaien bewohnen in 18 Gemeinden die Küste; im Innern leben Manguianen, die in viele kleine Stämme zerfallen. Hauptorte sind Calapan an der Nordküste, Sitz der spanischen Behörden, und Mangarin an der Südwestküste. M. wurde 1569 von Juan de Salcedo entdeckt und erobert. Damals waren die Eingebornen als Seeräuber berüchtigt, und die Spanier setzten diesem Unwesen erst 1861 endgültig ein Ziel; für die Entwickelung der reichen Hilfsmittel der Insel ist aber bisher nichts geschehen.

Mindszent (spr. -ssent), Dorf im ungar. Komitat Csongrád, nahe am Einfluß der Kurcza in die Theiß, mit (1881) 10,859 ungar. Einwohnern, reichem Getreidebau und Viehzucht.

Mine (lat. mina, griech. mna), altgriech. Gewicht und zugleich Münze, der 60. Teil des Talents und, wie dieses, zu verschiedenen Zeiten von sehr abweichendem Werte. Die eigentliche griechische M. von 100 Drachmen war ein Gewicht von 436,6 g. Als Geld war die attische Silbermine = 78,6 Mk. Die M. Neugriechenlands = 1500 Drachmen = 1½ kg (vgl. Griechenland, S. 704).

Mine (franz., mittellat. mina, s. v. w. unterirdischer Gang, Erz-, Sprenggrube), im Militärwesen eine verdeckt angebrachte Menge Sprengstoff, die, von außen her zur Explosion gebracht, auf ihre Umgebung zerstörend wirken soll. Man unterscheidet Land- und Seeminen. Bei Landminen geht von der Erdoberfläche ein Stollen (Galerie, Schleppschacht oder Schacht) zu der Kammer, d. h. dem Raum, der die Ladung aufnimmt; letztere wird durch Elektrizität oder durch Zündleitungen (Bickfordsche Zündschnur, vgl. Zündung) entzündet. Die Entzündung erfolgt am Minenherd, dem Anfang der Leitung. Die Entfernung von der Ladung bis zum nächsten Punkte der Erdoberfläche heißt die kürzeste Widerstandslinie. Die bei der Explosion ausgeworfene Erde heißt Garbe und die dadurch entstandene Öffnung der Trichter, die Linie von der Mitte der Ladung nach einem Punkte des Trichterrandes der Explosionsradius. Die Trennungs- (Wirkungs-) Sphäre reicht so weit, wie das Erdreich an den Trichterwänden aufgelockert ist. Ist der Trichterhalbmesser gleich der kürzesten Widerstandslinie, so ist die M. eine einfache oder gewöhnliche, ist er kleiner, eine schwache, und ist er größer, eine stark geladene oder überladene; letztere M. heißt Druckkugel. Gewöhnliche Minen, die als Annäherungshindernis höchstens 2-3 m tief eingesenkt werden, und die man springen läßt, wenn der Angreifer über sie hinweggeht, nennt man Flatterminen; Steinminen (Fougassen) sind so angelegt, daß sie dem vorrückenden Angreifer eine Steinladung entgegenschleudern. Quetschminen wirken nur unterirdisch, und bei ihrer Explosion wird kein Trichter ausgeworfen. Werden die Minen in nicht standfestem Erdboden ausgeführt, so müssen die Wände verkleidet werden (Holzbau). Auch die permanenten Minenanlagen erhalten nachher eine Verkleidung aus Mauerwerk. - Schon die Alten wandten bei Belagerungen unterirdische Gänge an, um durch Untergraben und durch Verbrennen der hölzernen Stützen die Mauern zum Einsturz zu bringen. So nahmen die Römer mit Minen Fidenä 664 v. Chr., Veji 393 etc. Der erste, aber mißlungene Versuch, eine mit Pulver geladene M. zu sprengen, wurde 1487 durch einen genuesischen Ingenieur vor Sorezanella gemacht; dagegen wurde bei der Belagerung des Schlosses dell' Uovo bei Neapel ein Teil des Felsens, auf dem das Schloß stand, auf diese Weise in die Luft gesprengt. Die Türken wendeten Minen sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff belagerter Städte (Kandia 1667, Wien 1683) an. Vauban scheint zuerst über die Bestimmung der zweckmäßigen Stärke der Minenladungen gründliche Untersuchungen angestellt zu haben. Im Feldkrieg werden in der Regel nur Flatterminen, in neuerer Zeit Bohrminen, d. h. mit Schießbaumwolle geladene Bohrlöcher, angewendet. Das eigentliche Feld eines Minenkriegs aber war bisher das Glacis einer belagerten Festung, wo der Angreifer in den Minentrichtern durch Krönen derselben sich festsetzt und von hier weitere Minen vortreibt, um durch die Kontreskarpe auf die Grabensohle zur Bresche zu gelangen, oder unter der Grabensohle fortgeht, um in der Eskarpe durch Bresch- oder Demolitionsminen eine Bresche zu erzeugen. Der Verteidiger bekämpft den Angreifer mit Gegen- oder Konterminen, welche in der Regel nach einem bestimmten System permanent (ausgemauert) angelegt sind. Das Konterminensystem besteht aus Hauptgalerien, welche von der Kontreskarpe ausgehen und hier meist ein Minenvorhaus haben. Von den Hauptgalerien, deren 3-5 vor einem Bastion liegen, gehen unter Winkeln von 45-60° rechts und links Zweigstollen (Branchen, Rameaus) ab, die schließlich in Horchgänge (Ecouten) auslaufen. In diesen wird der Angreifer bei seinen Arbeiten "behorcht". Sind letztere überirdisch, so wird er mit Geschützen bekämpft; sind es Minenarbeiten, so werden Quetschminen gegen