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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Morrison; Morristown; Morro velho; Mors; Mörs; Morschansk; Morse; Morsellen; Mörser

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Morrison - Mörser.

schiedene nordische Sagen aus dem Isländischen übertragen, wie: "The story of Grettir the strong" (1869); "The story of the Volsungs and Niblungs etc." (1870); "Three northern love stories" (1875). Seine letzte große Dichtung: "The story of Sigurd the Volsung and the fall of the Niblungs" (1876), schließt sich diesen Studien an. Seine Gedanken über Kunstgewerbe hat M. niedergelegt in dem Buch "The decorative arts. Their relation to modern life" (1878) und in "Hopes and fears for art" (1882); neuerdings trat er mit "The day is coming. A chant for socialists" (1884) für die sozialistische Bewegung ein.

Morrison, Robert, engl. Sinolog, geb. 5. Jan. 1782 zu Morpeth, wurde von der Britischen Bibelgesellschaft 1807 nach Macao und Kanton gesendet, um das Chinesische zu erlernen und dann die Bibel in diese Sprache zu übersetzen, welchem Auftrag er nachkam. Das Werk erschien in einzelnen Partien 1810-18. Im J. 1816 begleitete er Lord Amherst als Dolmetsch nach Peking, gründete 1818 zu Malakka ein Anglo-Chinese College für englische und chinesische Litteratur und Ausbreitung des Christentums und kehrte 1823 mit einer Sammlung von 10,000 chinesischen Büchern nach England zurück. Drei Jahre später (1826) begab er sich im Auftrag der Ostindischen Kompanie von neuem nach China und starb als Dolmetsch des britischen Gesandten 1. Aug. 1834 in Kanton. Von ihm erschienen im Druck: "Horae sinicae" (Lond. 1812), eine chinesische Grammatik (Serampur 1815), ein chinesisch-englisches Wörterbuch (Macao 1815-19, 6 Bde.), "Chinese miscellany" (Lond. 1825) u. a. Seine "Memoirs" wurden von seiner Witwe (1839, 2 Bde.) veröffentlicht.

Morristown (spr. -taun), Stadt im nordamerikan. Staat New Jersey, am Whippany River, mit Irrenanstalt und (1880) 5418 Einw.

Morro velho (spr. welljo), Goldgruben in Minas Geraës, s. Sabará und São João d'El Rey.

Mors (lat.), Tod.

Mors, Insel im westlichen Teil des Limfjords in Jütland (Amt Thisted), umfaßt 363 qkm (6,6 QM.) mit (1880) 18,933 Einw., ist ziemlich hoch, mit steilen Ufern gegen den Fjord (höchster Punkt der Salgjerhöi, 88 m), und durchgehends fruchtbar. An der Ostseite Nykjöbing (s. d.).

Mörs (Meurs), ehemaliges deutsches Fürstentum, zwischen dem Rhein und dem Herzogtum Geldern, 330 qkm (6 QM.) groß mit 28,000 meist reform. Einwohnern, stand im Mittelalter unter den Grafen von M., ging 1493 durch Verheiratung an den Grafen Wilhelm von Wied und von diesem 1519 an seinen Schwiegersohn, den Grafen Wilhelm von Neuenahr, über. Dessen Tochter Walburg (gest. 1600) vermachte trotz der vertragsmäßigen Ansprüche Kleves die Grafschaft dem Prinzen Moritz von Nassau-Oranien, bei dessen Hause sie verblieb, bis nach dem Tod Wilhelms III., Königs von Großbritannien (1702), der König Friedrich I. von Preußen als Herzog von Kleve sie in Besitz nahm und 1708 zu einem Fürstentum erheben ließ. 1801 wurde M. mit dem linken Rheinufer an Frankreich abgetreten, kam 1814 an Preußen zurück und gehört gegenwärtig dem preußischen Regierungsbezirk Düsseldorf an. Vgl. Altgelt, Geschichte der Grafen und Herren von M. (Düsseld. 1845). - Die ehemalige Hauptstadt M., jetzt Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, an der Linie Homberg-M. der Preußischen Staatsbahn und der Linie Hüls-M. der Krefelder Bahn, 29 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein altes Schloß, ein Gymnasium, ein Schullehrerseminar, ein Amtsgericht, eine mechanische Seidenweberei, eine Kammwollwaren-, eine Konserven- und 2 Maschinenfabriken und (1885) 4504 meist evang. Einwohner.

Morschansk (beim Volk Morscha), Kreisstadt im russ. Gouvernement Tambow, an der schiffbaren Zna und den Eisenbahnen Rjashsk-M. und M.-Sysran, mit bedeutenden Talgsiedereien, sehr lebhaftem Handel (namentlich in Getreide und Vieh) und (1884) 21,190 Einw. M. ist ein Hauptabsatzpunkt für die Landesprodukte der Gouvernements Tambow, Pensa, Saratow und Rjäsan. 1874 brannte fast die ganze Stadt nieder.

Morse (spr. mors), Samuel Finley Breese, Mitbegründer der elektrischen Telegraphie, geb. 27. April 1791 zu Charlestown in Massachusetts, widmete sich der Malerei, ging zu seiner Ausbildung 1811 nach London, lebte dann in mehreren Städten der Union, gründete 1825 zu New York eine Malergesellschaft, aus welcher sich später die National Academy of design entwickelte, präsidierte derselben mehrere Jahre und ging 1829 wieder nach Europa, um die Maler- und Zeichenschulen kennen zu lernen. Mächtig angeregt durch die damals im Gang befindlichen elektromagnetischen Untersuchungen, entwarf er 1832 auf der Heimreise nach Amerika einen Drucktelegraphen und bildete ein System von Zeichen, welches aus Kombinationen von Punkten und Lücken bestand. 1835 stellte er seinen Telegraphen in New York aus, 1837 nahm er ein amerikanisches Patent auf die Erfindung, und 1843 richtete er mit Unterstützung der Regierung die erste Versuchslinie zwischen Washington und Baltimore ein, auf welcher 27. Mai 1844 die erste Depesche befördert wurde. M. ward in der Folge Elektriker bei der "New York and Newfoundland Telegraph Company" und bei der "New York, Newfoundland and London Telegraph Company" und Professor der Naturgeschichte am Yale College in New Haven. 1857 erhielt er von zehn Staaten Europas eine Dotation von 400,000 Frank. In den Ruhestand getreten, lebte er in Poughkeepsie bei New York und starb 2. April 1872. In New York wurden ihm schon zu seinen Lebzeiten, 1871 und 1872, zwei Denkmäler errichtet.

Morsellen (neulat. Morsuli, "Bissen"), kristallinische Zuckermasse mit fein geschnittenen Mandeln, verschiedenen Gewürzen, Schokolade, Zitronensaft, Himbeer-, Berberitzensirup, Pomeranzenschalen, auch Zitronat und fein zerschnittenen Rosenblättern. Die sogen. Magenmorsellen bestehen aus einer Mischung von Zucker, Zimt, Gewürznelken, Kardamomen, Muskatnuß, Zitronenschale, Zitronat, Pomeranzenschale und Mandeln, nicht selten auch aus Ingwer und Galgantwurzel. Man kocht den Zucker zu gehöriger Konsistenz, mischt die Zuthaten bei, gießt die Masse in eine Form und zerschneidet sie nach dem Erkalten in Täfelchen.

Mörser, Gefäß, worin mittels einer Keule allerlei Gegenstände zerstoßen und zerrieben werden. Die größten M. bestehen aus Eisen und sind oft mit Vorrichtungen versehen, durch welche die schwere Mörserkeule nach jedem Stoß automatisch wieder in die Höhe gezogen wird, so daß dem Arbeiter nur das Herabziehen der Keule obliegt. Kleinere M. bestehen aus Messing, Serpentin, Porzellan. Letztere sind innen nicht glasiert und werden besonders in den Apotheken gebraucht. Zur chemischen Analyse benutzt man Achatmörser, um sicher zu sein, daß die zu zerreibende Substanz nicht durch abgeriebene Teilchen des Mörsers verunreinigt wird. - In der Artillerie ver-^[folgende Seite]