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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Moxa; Moxoindianer; Moxon; Moya; Moyeuvre-Grande; Moyo; Moyobamba; Moys; Mozambique; Mozaraber; Mozart

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Moxa - Mozart.

hell graublauem Mantel und weißen, schwarzspitzigen Schwingen, sonst weiß, mit braunem Auge, rotem Augenring und lackrotem Schnabel und Füßen, im Winterkleid ohne die dunkle Kopffärbung, brütet zwischen dem 30. und 60.° nördl. Br. an allen Binnengewässern Europas, Asiens und Amerikas, verweilt bei uns vom März bis Oktober und November, besucht das Meer nur im Winter, ist bei uns sehr zurückgedrängt und erscheint fast nur noch auf dem Zug. Sie nährt sich hauptsächlich von Kerbtieren und kleinen Fischen, brütet im Mai gesellig auf Schilf- und Binsenbüscheln im flachen Wasser, im Morast oder im Sumpf und legt 4-5 Eier. In der Gefangenschaft ist sie allerliebst. Über die Familie der Möwen s. Schwimmvögel.

Moxa (Brenncylinder, Brennkegel), kleiner, ungefähr 4 cm hoher und an seiner Basis 1,3 cm dicker, aus irgend einem ohne Flamme mit Leichtigkeit brennenden Stoff angefertigter Kegel oder Cylinder, welcher zum Zweck energischer Ableitung auf der Haut verbrannt wird. Die Moxen kamen aus dem Orient durch Prosper Alpino nach Europa, sind jetzt aber fast außer Gebrauch.

Moxoindianer, s. Mojo.

Moxon, Joseph, Verfertiger mathematischer Instrumente zu London, 1665 Hydrograph des Königs Karl II., beschäftigte sich vorzugsweise mit dem Stempelschnitt für Schriftgießer und etablierte 1659 eine Schriftgießerei. Er gab zuerst in England den Typen mathematische Proportionen (Regulae trium ordinum litterarum typographicarum) und schrieb zuerst über die Typographie in ihrer ganzen Ausdehnung. Von seinem äußerst selten gewordenen Werk "Mechanic exercices, or the doctrine of handy works" ist der 2. Teil (1686) ganz der Buchdruckerkunst gewidmet.

Moya (spr. mōja), Pedro de, span. Maler, geb. 1610 zu Granada, war anfangs Schüler von Juan del Castillo in Sevilla (1584-1640), trat in Kriegsdienste und kam mit der Armee nach Flandern, ging dann 1641 nach London, wo er sich kurze Zeit nach van Dyck bildete, kehrte nach dessen Tod in die Heimat zurück und war hier in Sevilla, zuletzt in Granada thätig, wo er 1666 starb. Man schreibt ihm eine Madonna mit dem Kind in den Wolken schwebend und mit einem knieenden Bischof in der Kathedrale zu Granada und sechs Darstellungen aus dem Leben Josephs (Madrid, Pradomuseum) zu. Er soll den Stil van Dycks in Spanien verbreitet haben. Sein bedeutendster Schüler war Juan de Sevilla Romero (1627-95).

Moyeuvre-Grande (spr. mŏajöwr-grángd), Gemeinde im deutschen Bezirk Lothringen, Kreis Diedenhofen, an der Orne, an der Industriebahn Hayingen-M. und einem Zweig der Linie Conflans-Briey der Französischen Ostbahn, hat bedeutende Eisenwerke mit 4 Hoch- und mehreren Puddelöfen, Ketten-, Nägel- und Stiftefabrikation und (1885) 5013 meist kath. Einwohner. In der Nähe große Eisensteinlager.

Moyo (spr. mōjo), span. Flüssigkeitsmaß, à 16 Cantara = 258,128 Lit.

Moyobamba, Hauptstadt des Departements Loreto in Peru, am schiffbaren Rio Mayo (Nebenfluß des Huallaga), 860 m ü. M., mit Fabriken für grobe Baumwollzeuge und Strohhüte und (1876) 7103 Einw.

Moys, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Landkreis Görlitz, an den Linien Kohlfurt-Görlitz und Görlitz-Lauban der Preußischen Staatsbahn, hat (1885) 820 Einw. und ist bekannt durch das siegreiche Gefecht der Österreicher unter Nádasdy gegen die Preußen unter Winterfeld 7. Sept. 1757.

Mozambique, s. Mosambik.

Mozaraber (Mostaraber "unechte Araber"), Bezeichnung der christlichen Einwohner Spaniens, welche unter die Herrschaft der Araber kamen, aber in einigen Städten (Toledo, Leon etc.) ungestört ihren Gottesdienst halten durften. Diverse Städte behielten auch nach. Vertreibung der Mauren ihre alte Liturgie (s. Officium gothicum) bei; doch war dieselbe schon 1285 sehr verändert und erlitt weitere Modifikationen in der vom Erzbischof von Toledo, Fr. von Jimenez, veranstalteten Ausgabe als "Missale mixtum secundum regulam beati Isidori dictum Mozarabicum" (1500, 1502). Noch jetzt wird in mehreren Kirchen des Erzbistums Toledo nach dieser Liturgie der Gottesdienst abgehalten.

Mozart, Johannes Chrysostomus Wolfgang Gottlieb, gewöhnlich Wolfgang Amade genannt, Komponist, geb. 27. Jan. 1756 zu Salzburg, wo sein Vater Leopold (geb. 14. Nov. 1719 zu Augsburg, gest. 28. Mai 1787) als Unterdirektor der erzbischöflichen Kapelle angestellt war, zeigte auffallend frühzeitig Spuren eines außerordentlichen musikalischen Talents und erhielt alsbald von seinem Vater die sorgfältigste Ausbildung. Bereits im sechsten Jahr komponierte er kleine Stücke auf dem Klavier und war im Spiel selbst so weit vorgeschritten, daß der Vater sich entschloß, mit dem Wunderknaben und dessen fünf Jahre älterer, gleichfalls Klavier spielender Schwester Maria Anna, 1762 eine Kunstreise zu machen. Der erste Ausflug ging nach München, wo der kleine Virtuose beispiellosen Beifall erntete. Die zweite Reise unternahm die Familie im Herbst d. J. nach Wien, wo ihr einflußreiche Gönner Zutritt bei Hofe verschafften. Kaiser Franz I. überschüttete den Knaben mit Gunstbezeigungen. Als man ihm in Wien eine Geige schenkte, versuchte er sich auch im Violinspiel und machte hierin ebenfalls ungemeine Fortschritte. Von 1763 bis 1766 unternahm die Familie die erste größere Kunstreise, durch Bayern, die Rheinprovinzen, die Niederlande und Frankreich, wo sich der achtjährige M. in der königlichen Kapelle zu Versailles vor dem König und dem ganzen Hof auf der Orgel hören ließ und zu Paris seine ersten Kompositionen, Sonaten fürs Klavier, veröffentlichte. Von Frankreich aus begab sich die Familie 1764 nach England. Mozarts Virtuosität war in dieser Zeit schon so bedeutend, daß er Sachen von Händel und Bach vom Blatt spielte; ja, als er zu London vor dem König spielte, legte man ihm einen bloßen Baß vor, und er erfand hierzu augenblicklich eine passende Melodie. Während seines Aufenthalts in England komponierte er sechs Klaviersonaten, welche in London gestochen und der Königin gewidmet wurden (vgl. C. F. Pohl, Haydn und M. in London, Wien 1867). Den Sommer des nächsten Jahrs verlebte die Familie in Flandern, Brabant und Holland. Hier mit seiner Schwester durch die Blattern mehrere Monate lang an das Krankenbett gefesselt, schrieb M. wiederum sechs Klaviersonaten, welche er später dem Prinzen von Nassau-Weilburg widmete. 1766 kehrte die Familie über Paris und Lyon durch die Schweiz und Schwaben nach Salzburg zurück, wo M. während der beiden folgenden Jahre seine Kompositionsstudien mit Eifer fortsetzte und seinen Geschmack namentlich an den Werken Emanuel Bachs, Hasses und Händels sowie der ältern Italiener bildete. Auf einer dann folgenden abermaligen Kunstreise nach Wien komponierte er im Auftrag des Kaisers Joseph II. seine erste komische Oper: "La finte semplice" (1776), die jedoch nicht zur Aufführung gelangte. Bemerkens-^[folgende Seite]