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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nevers; Neveu; Neviges; Nevill

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Nevers - Nevill.

Platin, Zink, Zinn, Nickel, Kobalt und Arsenik. Außerdem erzeugte man 1,674,890 kg Borax, 816,000 kg Soda und 544,000 kg Schwefel. Unter den Silber- und Goldgruben ist die Comstock Lode (s. Virginia City) die ergiebigste. Überhaupt hat N. 1859-86 für 92,818,836 Doll. Silber und für 23,402,999 Doll. Gold produziert. Von den Flüssen ist kein einziger schiffbar, wohl aber durchschneidet eine der Pacificbahnen den Staat von O. nach W. in einer Länge (einschließlich der Zweigbahnen) von 1189 km. Die gesetzgebende Gewalt des Staats ruht in den Händen eines Senats von 25 Mitgliedern und einer Abgeordnetenversammlung (Assembly) von 50 Mitgliedern. Der Gouverneur, die Richter und andre Staatsbeamte werden vom Volk gewählt. Die Finanzen befinden sich in sehr befriedigendem Zustand (Einnahme 1886: 516,893 Doll., Staatsschuld 1886: 409,893 Doll.). Sitz der Regierung ist Carson City (s. d.). - N. bildete früher einen Teil Mexikos und wurde 1848 an die Vereinigten Staaten abgetreten. Die Mormonen ließen sich noch in demselben Jahr im W. des jetzigen Staats nieder. Gold wurde 1849 entdeckt, Silber zehn Jahre später; 1861 wurde N. als Territorium organisiert und 1864 als 36. Staat in die Union aufgenommen. Vgl. Powell, N., the land of silver (San Francisco 1876).

2) Territorium der südamerikan. Republik Kolumbien, dessen Mittelpunkt die Sierra Nevada de Santa Marta bildet, etwa 4200 qkm (76 QM.) groß, bewohnt von (1870) 3673 in Dörfern angesiedelten Ahurouaco-Indianern. Hauptort ist Atanques.

Nevers (spr. nöwähr), Hauptstadt des franz. Departements Nièvre, malerisch am Einfluß der Nièvre in die Loire und an der Eisenbahn Paris-N.-Lyon (mit Abzweigung nach Chagny und Clamecy) gelegen, hat an hervorragenden Bauwerken eine alte, neuerdings restaurierte Kathedrale, St.-Cyr, eine Kirche, St.-Etienne, ein ehemaliges herzogliches Schloß (aus dem 15. Jahrh., gegenwärtig Justizpalast), ein Präfekturgebäude und eine Triumphpforte zum Andenken an die Schlacht von Fontenoy. Die Zahl der Bewohner beträgt (1886) 20,935. Von hoher Bedeutung ist die Industrie von N., welche durch ein Staatseisenwerk, das der Marine Schiffsgeschütze und Projektile liefert, durch Fabriken für Draht, Feilen etc., namentlich aber durch Fabrikation von Porzellan und Fayence, eine Industrie, welche im 16. Jahrh. durch Italiener hier begründet wurde und sehr geschätzte Produkte liefert, vertreten ist. N. bildet außerdem das Verkehrszentrum für die ausgebreitete metallurgische Industrie des Departements (s. Nièvre) und treibt lebhaften Handel mit Wein, Getreide, Vieh und Manufakturen. Als Kommunikationswege dienen außer der Eisenbahn die von Dampfschiffe befahrene Loire, der Seitenkanal dieses Flusses und die an letztern in der Nähe von N. sich anschließenden Kanäle von Berry und Nivernais. Von Bildungsanstalten besitzt N. ein Lyceum, ein großes und ein kleines Seminar, eine Lehrerinnen-Bildungsanstalt, eine Kunstschule, öffentliche Bibliothek, Museen für Fayencen, Antiquitäten, Münzen, Gemälde und Mineralien sowie mehrere wissenschaftliche und gemeinnützige Gesellschaften. Es ist Sitz des Präfekten, eines Bischofs, eines Assisenhofs, eines Handelsgerichts, eines Generalrats für Manufakturen, einer Handelskammer sowie einer Filiale der Bank von Frankreich. 12 km von N. liegt der besuchte Badeort Pougues mit kalten Mineralquellen (12° C.), deren Wasser Ähnlichkeit mit dem von Spaa und von Selters hat. - N. war zur Römerzeit eine Stadt der Äduer und hieß Noviodunum und später Nevirnum. Unter Chlodwig wurde 506 hier ein Bistum errichtet. Grafen von N. oder Nivernais kommen zuerst im 9. Jahrh. vor; ein Graf Wilhelm von N. nahm an dem Kreuzzug von 1100 teil. Nachdem ihr Geschlecht 1184 im Mannesstamm erloschen, kam die Grafschaft Nivernais durch Heirat der Erbin Agnes an Peter von Courtenay, lateinischen Kaiser in Konstantinopel, und ging von den Courtenays immer durch Heirat an die Häuser Donzy, Châtillon, Bourbon und Flandern über. Margarete, Erbtochter von Flandern, brachte durch ihre zweite Vermählung mit Philipp dem Kühnen von Burgund diesem N. zu, welcher seinen zweiten Sohn, der bei Azincourt 1415 fiel, zum Grafen von N. ernannte. Von diesem burgundischen Grafen von N. ging die Grafschaft 1491 auf Engelbert von Kleve über, dessen Vater Johann I. 1455 eine Enkelin Philipps des Kühnen geheiratet hatte. König Franz I. erhob 1538 die bisherige Grafschaft N. zum Herzogtum. Der erste Herzog von N. war Franz I. von Kleve. Da seine Söhne Franz II. und Jakob keine Kinder hatten, erbte ihre Schwester Henriette, die Gemahlin Ludwigs von Gonzaga-Mantua, das Herzogtum. Ihr Enkel Karl III. verkaufte N. 1659 an den Kardinal Mazarin. Letzterer vererbte dasselbe auf seinen Neffen Phil. Julien Mancini-Mazarini (geb. 1641, gest. 1707), dessen Nachkommen in gerader Linie nun den Titel der Herzöge von N. oder Nivernais führten.

Nevers (spr. nöwähr), Louis Jules Barbon Mancini-Mazarini, vierter und letzter Herzog von N. (Nivernais), franz. Staatsminister, geb. 16. Dez. 1716 zu Paris, diente unter Villars in Italien, dann in Deutschland, widmete sich aber später wissenschaftlichen Studien und der Diplomatie. Vom französischen Hof ward er 1748 als Gesandter nach Rom geschickt, wo er bis 1752 blieb. 1755 erhielt er eine Sendung nach Berlin, um das Bündnis Preußens mit England zu hintertreiben, was ihm aber nicht gelang. Dann unterhandelte er 1762 den Frieden mit England. Als ihm 1769 nach seines Vaters Tode die herzoglichen Besitzungen zufielen, verließ er den Hof. Im Streite der Regierung mit den Parlamenten (1771) erklärte er sich gegen erstere und protestierte auch mit Entschiedenheit gegen das von Maupeou eingesetzt Parlament. Als Vergennes auf kurze Zeit an die Spitze der Geschäfte trat, ließ sich der Herzog ebenfalls bewegen, ins Ministerium einzutreten. Nach dem Ausbruch der Revolution gehörte er zu den wenigen Großen, welche sich um den König scharten. Diese treue Anhänglichkeit führte ihn 1793 in das Gefängnis, aus dem ihn erst der Sturz Robespierres rettete. Doch ging er seiner Titel und eines großen Teils seines Vermögens verlustig. Er starb 25. Febr. 1798 in Paris. Seine Poesien, Übersetzungen und geschichtliche Fragmente gab er gesammelt (Par. 1796, 8 Bde.) heraus; seine "Œuvres posthumes" (2 Bde.) erschienen 1807.

Neveu (franz., spr. nöwöh), Neffe.

Neviges, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Mettmann, an der Linie Vohwinkel-Steele der Preußischen Staatsbahn, 150 m ü. M., hat eine evang. Kirche, mechanische Weberei, Eisengießerei und (1885) 3932 Einw. Nahebei das Schloß Hardenberg.

Nevill (spr. néwwill), altes engl. Adelsgeschlecht, dessen erster sicher nachweisbarer Ahnherr, Robert, Herr von Raby, sich um 1200 mit Isabel de N., der Erbin eines mächtigen normännischen Barons, vermählte. Sein Sohn Geoffroy nahm den Namen N.