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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Niua; Niue; Niuh; Niutschuang; Niveau

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Niua - Niveau.

Wahrheit von dieser selbst, die Theologie teils vom Buchstabenglauben zu befreien, teils den naturalistischen Neigungen der Zeit entgegenzuwirken; so in seinen Schriften: "De revelatione religionis externa eademque publica" (Leipz. 1808); "De discrimine revelationis imperatoriae et didacticae" (Wittenb. 1830, 2 Bde.). Vgl. Hoppe, Denkmal des verewigten N. (Halle 1832).

2) Karl Immanuel, protest. Theolog, Sohn des vorigen, geb. 21. Sept. 1787 zu Borna, habilitierte sich 1810 in Wittenberg, ward 1811 Diakonus an der Schloßkirche und wirkte seit 1817 auch an dem von seinem Vater geleiteten Predigerseminar. 1820 ward er Propst in Kemberg, und 1822 folgte er einem Ruf als Professor und Universitätsprediger nach Bonn. 1843 zum Oberkonsistorialrat ernannt, wirkte er auf der preußischen Generalsynode von 1846, ging 1847 als Professor, Universitätsprediger und Mitglied des Oberkirchenrats nach Berlin, wo er 1855 auch Propst an St. Nikolai wurde und, seit zwei Jahren im Ruhestand, 21. Aug. 1868 starb. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: "System der christlichen Lehre" (Bonn 1829, 6. Aufl. 1851), worin er zuerst wieder die Dogmatik in Verbindung mit der Moral behandelt; "Praktische Theologie" (das. 1847 bis 1867, 3 Bde.; 2. Aufl.; 1863-68; Register 1872); "Akademische Vorträge über christliche Glaubenslehre" (Berl. 1858); "Predigten", in mehreren Sammlungen (Auswahl, Bonn 1855); "Gesammelte Abhandlungen" (Gotha 1870, 2 Bde.). N. war der persönlich bedeutendste Vertreter der sogen. positiven evangelischen Union und hat auch ein "Urkundenbuch" (Bonn 1853) derselben herausgegeben. Vgl. Beyschlag, K. I. N. Eine Lichtgestalt der neuern deutsch-evangelischen Kirchengeschichte (2. Ausg., Halle 1882); Hermens, Karl Imm. N. (Barmen 1886).

3) Gregor Wilhelm, Philolog, Bruder des vorigen, geb. 22. Nov. 1790 zu Wittenberg, studierte daselbst, machte als Freiwilliger die Schlacht bei Leipzig mit, wurde 1814 Lehrer am Lyceum in Wittenberg, 1817 Konrektor in Zerbst, kehrte 1820 nach Wittenberg als Konrektor zurück, wurde 1827 Professor der alten Litteratur in Kiel, 1852, seines Amtes entsetzt, Professor der Altertumswissenschaft in Leipzig und starb dort 22. Juli 1861. Seine Studien erstrecken sich fast ausschließlich auf die Homerischen Gedichte, deren Kern er als das einheitliche Erzeugnis Eines Sängers verteidigte. Dahin gehören: "Erklärende Anmerkungen zu Homers Odyssee" (Hannov. 1826-40, 3 Bde., auf die ersten 12 Bücher sich erstreckend); "Praeparatio indagandae per Homeri Odysseam interpolationis" (Kiel 1828); "Meletemata de historia Homeri etc." (Hannov. 1830-1837, 2 Bde.); "Die Sagenpoesie der Griechen" (Braunschw. 1852); "Beiträge zur Geschichte der epischen Poesie der Griechen" (Leipz. 1862). Vgl. Lübker, G. W. N. in seinem Leben und Wirken (Jena 1864); Rieck, Pädagogische Briefe. Aus der Erinnerung an G. W. N. (Bielef. 1867).

4) Karl Wilhelm, Historiker, Sohn des vorigen, geb. 22. Dez. 1818 zu Zerbst, studierte in Kiel und Berlin, wurde 1844 außerordentlicher, 1858 ordentlicher Professor der Geschichte zu Kiel, 1862 in Königsberg, 1872 in Berlin und starb 20. Juni 1880. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: "Polybius, zur Geschichte antiker Politik und Historiographie" (Kiel 1842); "Die Gracchen und ihre nächsten Vorgänger" (Berl. 1847); "Ministerialität und Bürgertum", als erster Band der "Vorarbeiten zur Geschichte der staufischen Periode" (Leipz. 1859); "Die römische Annalistik" (Berl. 1873); "Deutsche Studien", gesammelte Aufsätze und Vorträge (das. 1879). Nach seinem Tod erschienen aus seinem Nachlaß: "Geschichte des deutschen Volkes bis zum Augsburger Religionsfrieden" (hrsg. von Matthäi, Leipz. 1883 bis 1885, 3 Bde.) und "Geschichte der römischen Republik" (hrsg. von Thouret, das. 1884-85, 2 Bde.).

5) Friedrich August Berthold, protest. Theolog, Sohn von N. 2), geb. 19. Febr. 1832 zu Bonn, ward 1857 Kollaborator am Grauen Kloster in Berlin, 1859 Privatdozent daselbst, 1868 ordentlicher Professor der Theologie in Gießen, 1872 in Kiel; er schrieb: "Das System des Boethius" (Berl. 1860); "Grundriß der christlichen Dogmengeschichte" (das. 1870, Bd. 1); "Luther und Aristoteles" (Kiel 1883).

Niua, eine aus zwei kleinen Inseln, dem hohen vulkanischen Tasahi und dem hügeligen Niuatabutabu, bestehende Gruppe im Stillen Ozean, zwischen Tonga und Samoa, 31 qkm groß mit etwa 1000 christlichen Einwohnern, die unter der Herrschaft von Tonga stehen.

Niue (Savage Island), Insel im Stillen Ozean, östlich der Tongainsel, 94 qkm (1,7 QM.) groß, besteht aus einem fast 100 m hohen Korallenplateau mit guter Vegetation, gesundem Klima. Die Bewohner, (1872) 5124, sind den Tonganern ähnlich, stehen ihnen jedoch an Bildung nach und waren früher ihrer Wildheit halber verrufen. Seit 1846 sind sie durch evangelische Missionäre für das Christentum gewonnen.

Niuh, Längenmaß, s. Sok.

Niutschuang, einer der dem fremden Handel geöffneten Vertragshäfen in der chines. Provinz Schingking, in sumpfiger Ebene, 40 km von der Mündung des Liaho in den Golf von Liatong, wo die Stadt Jinkoa den Hafen von N. bildet, der aber 4-5 Monate durch Eis geschlossen ist. Während dieser Zeit kommen auf den durch den Frost festen Landstraßen täglich an 3000 Wagen, beladen mit den Erzeugnissen des Landes, in die Stadt. Der Handel von N. hat sich seit der Verbesserung des Hafens von Jinkoa sehr gehoben; er wertete 1886: 41,5 Mill. Mk., und es verkehrten im Hafen 502 Schiffe von 320,628 Ton. Hauptausfuhrartikel sind Bohnen und Bohnenkuchen. N. ist Sitz einer englischen evangelischen Mission sowie eines deutschen Konsuls.

Niveau (franz., spr. -woh), völlig horizontale Ebene, wie sie die Oberfläche einer stillstehenden Flüssigkeit bildet, auch s. v. w. Wasserwage. Denkt man sich die Oberfläche des Meers in vollkommener Ruhe, so wird sie vermöge der völligen Ausgleichung der Lage aller ihrer Punkte durch die Anziehungskraft der Erde eine sphäroidische Gestalt annehmen, welche der mathematisch gedachten Erdgestalt gleichkommt; diese in ihrer Entfernung vom Erdmittelpunkt (Höhe) unveränderliche, im großen gekrümmte, in kleinern Stücken scheinbar völlig ebene Fläche heißt das N. des Meers. Die Oberfläche jeder Flüssigkeit stellt sich in Ruhe stets parallel dem N. des Meers und kann also für dies substituiert werden. In der Meßkunst braucht man für N. auch die Bezeichnung Horizont. Der wahre Meereshorizont ist die eben Geschriebene sphäroidische Fläche, der geodätische Horizont oder das N. eines Punktes ist die durch denselben dem Meeresniveau parallel gedachte Fläche. Der im gewöhnlichen Leben für kurze Entfernungen angenommene Horizont, Horizontalebene, z. B. Bauhorizont eines Gebäudes (dessen Basis), ist nur scheinbar eben und wird in der Geodäsie daher scheinbarer Horizont genannt. Die Bezeichnung: ein