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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nöggerath; Nohfelden; Nohl; Noir; Noiré; Noirmoutier; Noisseville

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Nöggerath - Noisseville.

Paris beherrscht. -

4) N. sur Seine, Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Aube, an der Seine und der Eisenbahn von Paris nach Belfort, mit schöner Kirche (aus dem 15. Jahrh., mit Gemälden französischer Meister), Bibliothek, Fabrikation von Seiler- und Wirkwaren, Zucker, Ackerbaugeräten, Produktenhandel (nach Paris) und (1886) 3440 Einw. 6 km östlich von N. am Ardusson das von Abälard gestiftete Kloster Le Paraclet.

Nöggerath, Johann Jakob, Geognost, geb. 10. Okt. 1788 zu Bonn, ward 1814 Commissaire des mines des Ourthe-Departements, 1815 Bergkommissar des Roer-, Rhein- und Mosel-Departements, 1816 Mitglied des königlichen Oberbergamtes in Bonn, 1818 Professor der Mineralogie und Bergwerkswissenschaft daselbst, 1820 Bergrat; 1864 trat er mit dem Titel Berghauptmann aus dem Bergdepartement, behielt aber seine Professur und blieb Direktor des naturhistorischen Museums der Universität. 1842 bereiste er im Auftrag der russischen Regierung die fiskalischen Bergwerke Polens, um Vorschläge zu deren Hebung zu machen. Er starb 13. Sept. 1877 in Bonn. N. begründete die reichen mineralischen Sammlungen der Universität Bonn, und die Blüte des rheinischen Bergbaues wurde zum nicht geringen Teil mit von ihm herbeigeführt. Vielleicht die Mehrzahl der preußischen Bergbeamten ist aus seiner Schule hervorgegangen, und er übte einen um so größern Einfluß auf dieselben, als er in seiner wissenschaftlichen und praktischen Stellung die beste Gelegenheit fand, die Ausbildung der Studierenden erfolgreich zu leiten. Wissenschaftlich war er besonders thätig für die Erweiterung der Kenntnis des Bodens von Rheinland-Westfalen. Durch ausgedehnte schriftstellerische Thätigkeit trug er viel zur Hebung des Sinnes für Naturwissenschaft in Deutschland bei, und nicht minder beteiligte er sich an staats- und volkswirtschaftliche Thätigkeit. Er schrieb: "Das Gebirge in Rheinland-Westfalen" (Bonn 1821-26, 4 Bde.); "Der Bau der Erdrinde nach dem heutigen Standpunkt der Geognosie" (mit Burkart, das. 1838); "Die Entstehung der Erde" (das. 1843); "Die Entstehung und Ausbildung der Erde" (Stuttg. 1847); den Abschnitt über Geognosie und Geologie in dem Sammelwerk "Die gesamten Naturwissenschaften" (3. Aufl., Essen 1877). Vgl. v. Dechen, Zum Andenken an J. J. N. (Bonn 1877).

Nohfelden, Dorf im oldenburg. Fürstentum Birkenfeld, an der Nahe und an der Linie Bingerbrück-Neunkirchen der Preußischen Staatsbahn, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, Feldspatgruben, eine Achatschleiferei und (1885) 758 Einw.

Nohl, Ludwig, Musikschriftsteller, geb. 5. Dez. 1831 zu Iserlohn, studierte in Bonn und Heidelberg Jurisprudenz und widmete sich nach mehreren Jahren juristischer Thätigkeit ausschließlich der Musik. Von 1861 bis 1871 lebte er in München; 1872 ließ er sich als Privatdozent an der Universität zu Heidelberg nieder, wurde hier 1880 zum Professor ernannt und wirkte seit 1875 zugleich am Polytechnikum in Karlsruhe als Dozent für Geschichte und Ästhetik der Tonkunst. Er starb 16. Dez. 1885. N. vertrat in der Musik hauptsächlich den Standpunkt der neudeutschen Schule und machte sich bekannt sowohl durch öffentliche Vorlesungen in verschiedenen Städten über die Tonkunst und deren Meister als durch seine Schriften: "Mozarts Leben" (2. Aufl., Leipz. 1877), "Beethovens Leben" (das. 1864-77, 3 Bde.), "Gluck und Wagner" (Münch. 1870), "Beethoven, Liszt, Wagner" (Wien 1874), "Mosaik" (Leipz. 1882), "Das moderne Musikdrama" (Teschen 1884), "Die geschichtliche Entwickelung der Kammermusik" (Braunschw. 1885) u. a. sowie durch die Herausgabe von "Mozarts Briefen" (2. Aufl., Leipz. 1877), "Beethovens Briefen" (Stuttg. 1865-67, 2 Bde.) und der Werke: "Beethoven, nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen" (das. 1877) und "Mozart, nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen" (das. 1880).

Noir (franz., spr. nŏahr), schwarz.

Noiré (spr. nŏareh), Ludwig, philosoph. Schriftsteller, geb. 26. März 1829 zu Alzey in Hessen, studierte 1846-48 zu Gießen und ist seitdem als Gymnasiallehrer in Mainz thätig. Angeregt durch das Studium der Werke Spinozas, Schopenhauers und Lazarus Geigers, veröffentlichte N. eine Reihe philosophischer Schriften, als deren Gegenstand er die Begründung und Entwickelung eines dem heutigen wissenschaftlichen Denken entsprechenden Monismus bezeichnet. Die wichtigsten sind: "Die Welt als Entwickelung des Geistes" (Leipz. 1874); "Grundlegung einer zeitgemäßen Philosophie" (das. 1875); "Der monistische Gedanke. Eine Konkordanz der Philosophie Schopenhauers, Darwins, Robert Mayers und L. Geigers" (das. 1875); "Die Doppelnatur der Kausalität" (das. 1876); "Aphorismen zur monistischen Philosophie" (das. 1877); "Einleitung und Begründung einer monistischen Erkenntnistheorie" (das. 1877); "Der Ursprung der Sprache" (Mainz 1877); "Max Müller und die Sprachphilosophie" (das. 1879; engl., Lond. 1879); "Das Werkzeug und seine Bedeutung für die Entwickelungsgeschichte der Menschheit" (Mainz 1880); "Die Lehre Kants und der Ursprung der Vernunft" (das. 1882); "Die Entwickelung der abendländischen Philosophie bis zur Kritik der reinen Vernunft" (das. 1883); "Logos. Ursprung und Wesen der Begriffe" (Leipz. 1885). In dem "Pädagogischen Skizzenbuch" (Leipz. 1874) zieht N. hauptsächlich gegen gelehrten Zunftzopf zu Felde.

Noirmoutier (spr. nŏahrmutjeh), Insel an der Westküste von Frankreich, zum Arrondissement Les Sables d'Olonne des Departements Vendée gehörig, 16 km lang, 2-6 km breit und 58 qkm groß, schließt die Bai von Bourgneuf gegen SW. ab und wird vom Festland durch die 2 km breite Meerenge Fromentine getrennt, die während der Ebbe trocken liegt. Gegen Überschwemmung des Meers ist die Insel durch Dämme geschützt. Die Einwohner (7890 Seelen) beschäftigen sich mit der Ausbeutung von Granitbrüchen, mit der Gewinnung von Seesalz, Soda und Seegras mit Fischerei, Austernfang, Schiffbau und Handel. Die Stadt N., auf der Ostküste der Insel, Sitz mehrerer Konsulate, hat einen Hafen, von welchem 1885: 406 Schiffe mit 12,139 Ton. handelsthätig ausliefen, Seebäder und (1886) 2085 (mit dem Gemeindegebiet 6105) Einw.

Noisseville (spr. nŏass'wil), Dorf im deutschen Reichsland Elsaß-Lothringen, Bezirk Lothringen, Landkreis Metz, 8 km östlich von Metz, ist bekannt durch die Schlacht 31. Aug. und 1. Sept. 1870 zwischen der französischen Rheinarmee unter Bazaine und der deutschen Zernierungsarmee. Bazaine, 29. Aug. von Diedenhofen aus von dem Marsch Mac Mahons zum Entsatz von Metz unterrichtet, beschloß, auf dem rechten Ufer der Mosel mit seiner ganzen Armee die feindliche Erschließung zu durchbrechen und über Diedenhofen Mac Mahon die Hand zu reichen. Zu diesem Zweck befahl er, daß das 4., 6. und das Gardekorps sowie als Reserve das 2. und 3. Korps und die Garde 31. Aug. die Brücken unterhalb der Festung überschreiten und die beherrschend Höhe von Ste.-Barbe