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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nordfjord - Nordische Geschiebe.

derheilstätten an den deutschen Seeküsten 1886 fertig gestellte Seehospiz für kränkliche Kinder (auch als Winterstation) zu nennen. Die Kurzeit dauert von Anfang Juli bis Mitte September. Die Zahl der Badegäste betrug 1886: 13,319. N. steht in Dampferverbindung mit Geestemünde, Leer, Emden und Norddeich (Norden), auch kann man zur Ebbezeit mit Wagen dorthin gelangen. Im östlichen Teil sind 18-25 m hohe Dünen. Eine prächtige Aussicht genießt man vom Leuchtturm. Vgl. Metger, Die Insel N. und ihr Seebad (Rheydt 1873); Berenberg, Das Seebad N. (2. Aufl., Norden 1887); Beneke, Die sanitäre Bedeutung des verlängerten Aufenthalts auf den deutschen Nordseeinseln, insonderheit auf N. (das. 1884).

Nordfjord, der nördlichste der an der Küste des norweg. Amtes Nord-Bergenhus befindlichen Meerbusen, dann auch Gesamtbezeichnung der umliegenden Gegenden, die sich durch ihre herrliche Natur auszeichnen. Besonders gehören die an der Südseite abgehenden Thäler zu den großartigsten des ganzen Landes, indem sie von den zum Teil umfangreichen Gletschern des großen Jostedalsbrä (s. d.) erfüllt sind. Zufolge ihrer Lage am Fuß der gewaltigen Schneemassen des genannten Gebirgsstocks, zwischen diesen und der See, hat die Gegend ein sehr feuchtes, aber mildes Klima. Die Gebirge, welche den Fjord umgeben, haben eine Höhe von 1500-2000 m und steigen an zahlreichen Stellen fast senkrecht von der See empor. Unter den vielen Gipfeln derselben sind zu nennen: Lodalskaupo (2050 m), Cecilienkrone (1730 m), Synsnipa (1480 m) u. a.

Nordfriesland, Landstrich auf der Westküste von Schleswig, zwischen Husum und Tondern, mit Einschluß der Inseln und Halligen im Wattenmeer.

Nordhalben, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Kronach, an der Rodach, hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, Schiefertafelfabrikation und 1700 Einw.

Nordhausen, Stadt (Stadtkreis) im preuß. Regierungsbezirk Erfurt, an der Zorge, Knotenpunkt der Linien N.-Erfurt, Soest-N. und Halle-Münden der Preußischen Staatsbahn, 185 m ü. M., liegt teils in der Ebene (Unterstadt), teils am Abhang eines Bergs (Oberstadt), hat 6 evang. Kirchen (darunter die Blasiuskirche mit Gemälden von Luk. Cranach), einen kathol. Dom, ein altertümliches Rathaus mit einer Rolandsäule und einem schönen Brunnen (von Rietschel) auf dem Kornmarkt und (1885) 27,083 meist evang. Einwohner, welche berühmte Branntweinbrennerei (jährlich über 500,000 hl), Tabaksfabrikation (besonders Kautabak), mechanische Weberei, Zichorien-, Zucker-, Sprit-, Tapeten-, Parkettfußboden-, Malz-, Marmor- und Alabasterwarenfabrikation, Gerberei, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei etc., Handel mit Getreide, Kolonialwaren und Landesprodukten, baumwollenen Waren, leinenem Garn etc. betreiben. N. ist Sitz eines Landratsamts für den Landkreis N., eines Landgerichts, einer Handelskammer, einer Reichsbankstelle und hat ein Gymnasium, ein Realgymnasium, einen Verein für Kunst und Kunstgewerbe, ein Museum für Altertümer und Kunstgegenstände etc. Zum Landgerichtsbezirke gehören die 14 Amtsgericht zu: Artern, Bleicherode, Dingelstedt, Ellrich, Großbodungen, Heiligenstadt, Heringen, Ilfeld, Kelbra, N., Roßla, Sangerhausen, Stolberg a. H. und Worbis. - Schon in frühster Zeit besaß N., das zuerst 874 erwähnt wird, ein kaiserliches Palatium. Mathilde, Gemahlin Heinrichs I., stiftete 962 daselbst ein Nonnenkloster, welches von Friedrich II. 1220 in ein weltliches Mannsstift umgewandelt wurde. Friedrich I. hatte 1158 die Reichsburg N. dem dortigen Kloster übertragen. Die Stadt ward 1180 während der Kämpfe Heinrichs des Löwen erobert und zerstört, aber bald wiederhergestellt. 1220 kam sie ans Reich und erhielt 1253 die Freiheiten einer Reichsstadt. Die Reichsvogtei gehörte ursprünglich den Grafen von Hohnstein und kam nach deren Aussterben an Kursachsen. Brandenburg erwarb sie 1703 nebst dem Schultheißenamt durch Kauf, überließ beide jedoch 1715 an die Stadt. 1522 nahm diese die Reformation an und trat zum Schmalkaldischen Bund. 1803 verlor sie ihre Selbständigkeit und fiel an Preußen, 1807 an das Königreich Westfalen, 1815 wieder an Preußen. Historisch merkwürdig ist N. durch die Kirchenversammlung von 1105, auf der man sich in Gegenwart Heinrichs V. gegen die Priesterehe erklärte, und durch die Reichstage, welche Philipp von Schwaben 1207 und König Heinrich VII. 1223 daselbst abhielten. Vgl. Förstemann, Urkundliche Geschichte der Stadt N. bis 1250 (Nordhaus. 1828-40, 2 Hefte); Derselbe, Kleine Schriften zur Geschichte der Stadt N. (das. 1855); Lesser, Historische Nachrichten von N. (umgearbeitet von Förstemann, das. 1860); Girschner, N. und Umgegend (das. 1880); "Beschreibende Darstellung der ältern Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen", Heft 11: Die Stadt N. (Halle 1887).

^[Abb.: Wappen von Nordhausen.]

Nordhäuser Vitriolöl, s. Schwefelsäure.

Nordhoff, Charles, nordamerikan. Journalist; geb. 31. Aug. 1830 zu Erwitte in Westfalen, kam als vorjähriger Knabe mit seinen Eltern nach Amerika, trat 1845 in den Dienst der amerikanischen Marine und war dann seit 1853 journalistisch thätig. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: "Man-of-war life"; "The merchant vessel"; "Whaling and fishing"; "Nine years a sailor"; "Cape Cod and all along shore" (1868); "California for health, pleasure and residence" (1873, 3. Aufl. 1887); "Northern California and the Sandwich Islands" (1874), "Politics for young Americans" (1875); "The communistic societies of the United States" (1875), "Stories of the island world" (1881); "God and the future life" (1883).

Nordholland, niederländ. Provinz, s. Holland.

Nordholländischer Kanal, Kanal in der niederländ. Provinz Nordholland, erstreckt sich vom Nieuwe Diep, an der Nordspitze von Holland, bis zum Y, gegenüber von Amsterdam, ist 52 km lang, 38 m breit, 6 m tief und kann selbst von größern Seeschiffen befahren werden. Er wurde 1819-25 mit einem Kostenaufwand von fast 23 Mill. Mk. gebaut. Der Schiffsverkehr belief sich 1885 auf 28,666 Fahrzeuge von 2,225,000 cbm.

Nordhorn, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Osnabrück, Kreis Grafschaft Bentheim, an der Vechte und dem Ems-Vechtekanal, ist Sitz eines reformierten Oberkirchenrats für die Grafschaft Bentheim, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Hauptzollamt, 3 mechanische Baumwollwebereien und -Spinnereien, Pappschachtel- und Holzschuhfabrikation und (1885) 1801 meist evang. Einwohner.

Nordische Geschiebe, s. v. w. erratische Blöcke, s. Diluvium, S. 978.