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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nostitz-Wallwitz; Nostoc; Nostochaceen; Nostos; Nostradamus; Nostraten; Nota; Notabeln

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Nostitz-Wallwitz - Notabeln.

zum Generaladjutanten ernannt, war er 1830-32 dem zum Generalgouverneur für die Rheinprovinz und Westfalen ernannten Prinzen Wilhelm als Chef des Stabes beigegeben. Im März 1833 wurde er zweiter Kommandant von Berlin, 1838 Generalleutnant und 1840 Chef des 5. Husarenregiments. 1848 nahm er als General der Kavallerie seinen Abschied. Von 1850 bis 1859 war er preußischer Gesandter in Hannover und lebte seitdem bis zu seinem Tod 28. Mai 1866 in völliger Zurückgezogenheit auf seinem Gut Zobten bei Löwenberg.

3) Gottlob Adolf Ernst von N. und Jänckendorf, als Dichter bekannt unter dem Namen Arthur von Nordstern, geb. 21. April 1765 auf dem Gut See bei Niesky in der Oberlausitz, seit 1804 Oberamtshauptmann und Landesältester der Oberlausitz, wurde 1806 Präsident des kursächsischen Oberkonsistoriums und 1809 königlich sächsischer Konferenzminister, schied 1831 aus dem Staatsdienst und starb 15. Okt. 1836 auf seinem Gut Oppach in der Lausitz. Als Dichter gehörte er dem Kreis der Dresdener "Abendzeitung" an und erhob sich nur selten über die schwächliche und schönselige Grundstimmung dieses Kreises. Unter seinen Schriften fanden die romantischen Dichtungen: "Valeria" (Dresd. 1803), "Irene" (Leipz. 1818) und die religiösen "Sinnbilder der Christen" (Dresd. 1818) zu ihrer Zeit am meisten Verbreitung und Beifall.

Nostitz-Wallwitz, Hermann von, sächs. Minister, geb. 30. März 1826 zu Oschatz, besuchte die Fürstenschule zu Meißen, studierte sodann in Leipzig die Rechte, war 1851-57 Landesbestallter der sächsischen Oberlausitz, 1857-62 Amtshauptmann in Löbau, dann in Bautzen, 1862-66 Kreisdirektor daselbst, seit 1866 Minister des Innern, seit 1874 Mitglied des Reichstags, übernahm nach v. Friesens Rücktritt bis 1882 auch die auswärtigen Angelegenheiten und trat als sächsisches Mitglied in den Bundesrat, infolgedessen er sein Reichstagsmandat niederlegte. - Sein Bruder Oswald von N., geb. 28. Febr. 1830 zu Dresden, war 1873-85 sächsischer Gesandter in Berlin und starb 24. Febr. 1885 in Erlangen.

Nostoc Vauch. (Nostok, Schleimling, Zittertang, Zitteralge), Algengattung aus der Familie der Nostochaceen, einzellige Algen, deren kugelrunde, mit gleichmäßig blaugrünem Inhalt versehene Zellen zu gewundenen, rosenkranzförmigen Fäden in einer homogenen Schleimmasse verbunden sind. Sie leben meistens auf feuchtem Boden, zwischen Moosen, an nassen Felsen oder im Wasser und bilden gestaltlose, schleimig hautartige oder kugelförmige, schlüpfrige und gallertartig zitternde, spangrüne, schwarzgrüne oder olivenbraune Massen. N. commune Vauch. lebt als unregelmäßig ausgebreitete, haut- oder blattartige, gelappte Masse auf feuchtem Boden in ganz Europa, wird im trocknen Zustand leicht übersehen, quillt nach Regen bedeutend auf und wird dann plötzlich und oft in Menge bemerklich, daher das Volk diese Pflanze für gefallene Sternschnuppen hält. Davon muß man die auch Sternschnuppengallerte genannten farblosen, gallertigem Eiweiß gleichenden Klumpen unterscheiden, welche bisweilen auf dem Erdboden gefunden werden und als die bei Feuchtigkeit außerordentlich aufquellenden Eileiter von Fröschen erkannt worden sind, welche von Vögeln verzehrt und teilweise wieder ausgespieen werden. Ein besonderes Interesse hat N. neuerdings erlangt wegen seines Übergangs in Collema (s. d. und Flechten), und weil Kolonien von N. auch in Intercellularräumen mancher höhern Pflanzen gefunden worden sind.

Nostochaceen, Familie der Algen aus der Ordnung der Cyanophyceen (s. Algen, S. 342).

Nostos (griech., "Rückkehr"), Bezeichnung für die altgriech. Epen, welche die Rückfahrt der Helden von Troja behandeln, z. B. der Odyssee.

Nostradamus, eigentlich Michel Notre-Dame, Astrolog, geb. 14. Dez. 1503 zu St.-Remy in der Provence als Sprößling einer früher jüdischen Familie, studierte zu Marseille Medizin, legte sich dann auf Wunderkuren und Prophezeiungen, die er aus seinem Stillleben in Salon zu Hunderten in gereimten Quatrains in die Welt schickte, und die durch ihren Ton und ihre Dunkelheit großes Aufsehen erregten. Katharina von Medici zog ihn an den Hof, und Karl IX. ernannte ihn sogar zu seinem Leibarzt. Er starb 2. Juli 1566 in Salon. Seine Prophezeiungen ("Centuries", Lyon 1558; Par. 1866 u. öfter) wurden 1781 vom päpstlichen Hofe verboten, weil darin auch der Untergang des Papsttums verkündet wird. Vgl. Haitze, Vie de Michel N. (Aix 1712). - Sein Sohn Michel N. d. jüng. schrieb einen "Traité d'astrologie" (1563).

Nostraten (lat.), Unsrige, Landsleute.

Nota (lat.), Kennzeichen, Merkmal, dann Anmerkung, Notiz; einen Auftrag in n. nehmen, kaufmännisch s. v. w. zur Erledigung vormerken, eine Ware in n. geben, s. v. w. dieselbe bestellen. N. bedeutet auch eine Rechnung, die im Einzelverkauf mit den verkauften Waren übergeben wird (s. Note).

Nota, Alberto, ital. Lustspieldichter, geb. 15. Nov. 1775 zu Turin, studierte die Rechtswissenschaft; wurde 1811 Substitut des Prokurators am kaiserlichen Tribunal zu Vercelli, gab jedoch bei der Restauration 1814 seine Stelle auf, ward sodann Sekretär und Bibliothekar des Prinzen von Carignan (nachmaligen Königs Karl Albert), trat 1818 wieder in den Staatsdienst und wurde Unter-Generalintendant zu Nizza, später in gleicher Eigenschaft nach San Remo in Piemont versetzt und war zuletzt Generalintendant zu Casale und Cuneo. Er starb 18. April 1847 in Turin. N. gilt für den besten Lustspieldichter aus der Schule Goldonis. Zwar fehlt es seinen Stücken fast ganz an komischer Kraft und oft auch an spannender Verwickelung und lebendiger Handlung; dafür aber entschädigt er durch vortreffliche Charakterzeichnung und überraschende Situationen. Zu seinen besten Leistungen gehören: "I primi passi al mal costume", "Il progettista", "Il nuovo ricco" und "L'ammalato in immaginazione" (beides Nachahmungen Molières), "La fiera" (eins seiner unterhaltendsten Stücke), "La pace domestica", "La vedova in soletudine", "Il filosofo celibe" (deutsch von Blum: "Ich bleibe ledig") u. a. Gesammelt erschienen Notas Stücke Florenz 1827-28, 9 Bde.; Turin 1842-43, 8 Bde., u. öfter.

Notabeln (franz. Notables), die durch Bildung, Rang und Vermögen hervorragenden Männer; eine zuerst in Frankreich aufgekommene Bezeichnung. Als dort die Reichsstände (Etats-Généraux) den absolutistischen Bestrebungen der französischen Könige hinderlich zu werden anfingen, suchte man durch Berufung von Notabelnversammlungen (Assemblées des notables) jene in den Hintergrund zu drängen. Die erste Notabelnversammlung wurde 1369 von Karl V. berufen. Da die Notabelnversammlungen hinsichtlich ihrer Berufung, Zusammensetzung und Thätigkeit ganz von der Willkür des Hofs abhingen, so waren sie die allzeit bereitwilligen Werkzeuge des Despotismus, namentlich sobald die verlangten Abgaben nicht sie selbst trafen. Im Lauf der Zeit gewann jedoch auch das Institut der N. eine den Reichsständen