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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ochotsk - Ocimum.

großen Sammlung spanischer Klassiker: "Tesoro de autores españoles", welche zur Verbreitung der spanischen Litteratur ungemein viel beigetragen hat. 1844 nach Madrid zurückgekehrt, wurde er Unterbibliothekar der Nationalbibliothek, ein Jahr darauf Bezirkspräsident zu Huesca. 1847 wurde er zum Direktor der Staatsdruckerei, bald darauf aber zum Büreauchef im Ministerium des Unterrichts ernannt, welche Stellung er später aufgab, um als Deputierter in die Cortes zu treten. 1851 ernannte ihn die Königin zum Wirklichen Kammerherrn. Mitglied der spanischen Akademie war er schon 1844 geworden; etwas später nahm ihn auch die Akademie der Geschichte in ihre Mitte auf. Er starb 29. Febr. 1872. Seine schriftstellerischen Arbeiten bestehen, außer verschiedenen sehr gelungenen Übersetzungen aus dem Französischen und einer großen Anzahl trefflicher litterarhistorischer, kritischer und politischer Artikel in verschiedenen, zum Teil von ihm selbst redigierten Zeitschriften, in einigen Dramen und Erzählungen und einem Band Gedichte ("Ecos del alma"). Um die ältere spanische Litteratur hat er sich außer der oben genannten Sammlung noch durch die Herausgabe der Werke des Marquis von Santillana, des Hernan Perez de Pulgar u. a. sehr verdient gemacht. Auch bearbeitete er im Auftrag Ludwig Philipps einen Katalog der in den Pariser Bibliotheken befindlichen spanischen Handschriften (Par. 1844) und gab einen "Épistolario español" (abgedruckt in Bd. 13 u. 42 der "Biblioteca de autores españoles") heraus.

Ochotsk, Stadt in der Küstenprovinz von Ostsibirien, an der Mündung der Ochota, die hier mit der Kuchtui zusammenfließt, ins Ochotskische Meer, mit nur 210 Einw., war früher trotz seiner unsichern, den Stürmen ausgesetzten Reede ein lebhafter Ort, ehe die Russisch-Amerikanische Kompanie für Fischerei und Pelzhandel mit ihren Kontoren nach dem günstigern, südlicher gelegenen Ajana übersiedelte.

Ochotskisches Meer, ein Meerbusen des Stillen Ozeans, zwischen der Ostküste Asiens, der Halbinsel Kamtschatka, den Kurilen und der Insel Sachalin, steht im S. durch die Lapérousestraße mit dem Japanischen Meer in Verbindung.

Ochrea, s. Blatttute.

Ochrida (Ochri), Stadt im europäisch-türk. Wilajet Monastir, am Nordostufer des gleichnamigen Sees, aus dessen Nordende der Drin abfließt, mit 11,000 Einw., welche Gerberei, Pelzhandel, Fischerei und Gartenbau treiben, Sitz eines Kaimakams (bis 1767 auch eines griechischen Erzbischofs), hat 7 Moscheen und 7 Kirchen, eine Citadelle, türkische, bulgarische und griechische Schulen. - O. liegt an der Stelle des antiken Lychnidos, der Hauptstadt der Pirusten, welche seit Philipp II. zu Makedonien gehörte und ihren heutigen Namen 861 n. Chr. bei ihrer Eroberung durch den Bulgarenfürsten Bogoris erhielt.

Ochroma Swartz (Bleichwolle), Gattung aus der Familie der Malvaceen, Bäume mit eckigen oder fast fünf- bis siebenlappigen Blättern, an den Enden der Zweige stehenden Blüten und fünffächerigen Kapseln mit mehreren Samen in Samenwolle. O. Lagopus Sw., ein 12 m hoher Baum in Westindien und Zentralafrika, mit 30 cm langen, langgestielten, fünf- bis siebeneckigen, sein gezahnten, oben kahlen, unten weichhaarigen, auf den Nerven rostbraunen Blättern und aufrechten, großen, blaß braunroten Blüten. Das sehr weiche, elastische und schwammige Holz (Korkholz) wird wie der Kork benutzt und die Samenwolle als Édrédon végétale, Patte de lièvre technisch benutzt.

Ochs, Säugetier, s. Rind. In der altchristlichen Kunst ist der O. Symbol der willigen Arbeit und als solches Attribut des Evangelisten Lukas.

Ochs., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Ferd. Ochsenheimer, geb. 1765 zu Mainz, starb 1822 als Schauspieler in Wien. Ausführlichstes Werk über europäische Schmetterlinge.

Ochsenauge, Schmuckstein, s. Labrador.

Ochsenaugen, der höchste Grad der Augapfelwassersucht, wenn beide Augenkammern mit der hydropischen Ausschwitzung angefüllt sind, so daß das Auge ungeheuer aufgetrieben, unbeweglich und sehr schmerzhaft ist; dann Bezeichnung für runde oder ovale Dachfenster, auch kleine, runde Fenster in den Hauptwänden des Gebäudes; in der Gärtnerei schadhafte Stellen an Bäumen, welche durch das Absägen eines Astes besonders dann entstehen, wenn die Stelle nach oben gerichtet ist, und die oft den Krebs verursachen; in manchen Gegenden auch Bezeichnung für Eier auf Butter (Setzeier, Spiegeleier); in der Seemannssprache für kleine schwarze Wolken als Vorboten von Stürmen (s. Tornados).

Ochsenfurt, Bezirksamtsstadt im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken, am Main und der Linie Treuchtlingen-Aschaffenburg der Bayrischen Staatsbahn, 178 m ü. M., hat 5 Kirchen, ein Amtsgericht, Zucker- und Stärkefabrikation, Getreide-, Obst- und Weinbau, große Kunst- und Handelsgärtnereien, Schiffahrt und (1885) 2585 meist kath. Einwohner. O. gehörte früher dem Domkapitel zu Würzburg.

Ochsenhausen, Pfarrdorf im württemberg. Donaukreis, Oberamt Biberach, an der Rottum, hat ein Forstamt, eine Ackerbauschule, Bierbrauerei und Malzfabrikation und (1885) 2022 meist kath. Einwohner. Die ehemalige reichsfreie Benediktinerabtei daselbst wurde 1100 als Priorat gestiftet und 1391 vom Papst Bonifacius IX. zur Abtei erhoben. Der Abt ward 1746 Reichsfürst und erhielt beim schwedischen Reichsprälatenkollegium den Vorsitz. 1803 kam die Abtei mit ihrem Gebiet als Entschädigung teils an den Fürsten von Metternich, teils (Thannheim) an den Grafen von Schäsberg. Letztere Herrschaft fiel 1806 an Württemberg, und 1825 verkaufte Fürst Metternich O. mit Gebiet für 1,200,000 Gulden an den König von Württemberg.

Ochsenherz, s. Herzhypertrophie.

Ochsenhunger, s. Heißhunger.

Ochsenklaue, beim Pferde die in der Mitte des Hufs vom Hufsaum bis nach unten verlaufende Trennung der Hornwand (s. Hornspalten).

Ochsenkopf, zweithöchster Gipfel des Fichtelgebirges, südwestlich vom Schneeberg und von diesem durch den Weißen Main geschieden, 1016 m hoch.

Ochsenzunge, mittelalterlicher Dolch mit langer, am Griff sehr breiter, spitz auslaufender Klinge, wurde ehemals an einem Ring hängend getragen, daher vermutlich der Name. Vgl. Dolch.

Ochta, ein gegen 63 km langer Nebenfluß der Newa, an dessen Mündung einst die schwedische Stadt Landskrona stand, nach deren Zerstörung 1617 hier die Festung Nyenschanz erbaut wurde. Unter Peter d. Gr. erwuchsen aus den Trümmern derselben die von Bauleuten bewohnten Admiralitätsdörfer Groß- und Klein-O., jetzt Vorstädte Petersburgs.

Ochtum, linker Nebenfluß der Weser, entsteht aus Delme, Mühlenbach und Hake im preuß. Regierungsbezirk Hannover und mündet unterhalb Bremen.

Ocimum Rivin. (Basilikum, Basilienkraut, Hirnkraut), Gattung aus der Familie der Labiaten, Kräuter, Halbsträucher oder kleine Sträucher mit