Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ohmgebirge; Ohmgeld; Öhmichen; Ohmmeter; Ohmsches Gesetz

346

Ohmgebirge - Ohmsches Gesetz.

land und Frankreich. Er malte in Öl und Aquarell, zunächst Landschaften, dann Architekturen, Genrebilder und Porträte. Auch führte er einige Dekorationen für das Dresdener Hoftheater aus; ebenso malte er in Wasserfarben eine Reihe von Tapeten, in welchen er alte Gobelins wirkungsvoll imitierte. Die Dresdener Galerie besitzt von Ö. einen Steinbruch in der Sächsischen Schweiz (1860), die Königin Carola von Sachsen ein Album mit Ansichten aus Compiègne. Von seinen übrigen Werken sind zu nennen: ein junges Paar vor der Brautnacht, Leichenbegängnis im Spreewald, Bärenjagd (Aquarell), Waldschenke, die Patrizierhochzeit (Aquarell), Götz von Berlichingen auf der Hornburg (Aquarell). Seine Auffassung ist poetisch, streift aber bisweilen an das Süßliche und Gezierte.

Ohmgebirge, Muschelkalkplateau im Untereichsfeld, im preuß. Regierungsbezirk Erfurt, nordöstlich bei Worbis, ist besonders an den Rändern stark bewaldet und erreicht in der Wilden Kirche 523 m Höhe. Am Westrand das malerisch gelegene, dem Grafen von Wintzingerode gehörige Schloß Bodenstein.

Ohmgeld, Schankgebühr, die von Schenkwirten erhobene Verbrauchssteuer für geistige Getränke.

Öhmichen, Hugo, Maler, geb. 10. März 1843 zu Borsdorf bei Leipzig, bildete sich von 1858 bis 1864 auf der Dresdener Akademie, besonders bei J. ^[Julius] Hübner, machte dann eine Reise nach Italien und ließ sich 1870 in Düsseldorf nieder, wo er vorzugsweise Genrebilder aus dem Volksleben mit tiefer Empfindung, feiner Charakteristik und zarter koloristischer Behandlung malt. Die hervorragendsten sind: der Segen des Großvaters (1864), Schulprüfung (1870), Todesbotschaft (1873, Wiesbaden), Schmückung einer Kirche vor der Trauung, der Steuerzahltag (1876, Dresdener Galerie), Künstlertoilette (1879), ein Begräbnistag in Westfalen (1880).

Ohmmeter, s. Galvanometer, S. 881.

Ohmsches Gesetz. Wenn man ein galvanisches Element durch einen Draht schließt, so zeigt ein gleichzeitig in den Schließungskreis eingeschalteter Strommesser (z. B. eine Tangentenbussole), daß der Strom schwächer wird, wenn man den Schließungsdraht länger nimmt. Wir schreiben diese Schwächung des Stroms einem Widerstand zu, welchen der Draht dem Durchgang des Stroms entgegensetzt, und nehmen an, daß dieser Widerstand in demselben Verhältnis wie die Länge des Drahts wächst. Hat man eine so große Drahtlänge eingeschaltet, daß der Widerstand, den der Strom beim Durchgang durch das Element selbst erleidet, nur sehr unbedeutend ist im Vergleich zum Widerstand des Drahts, und bringt man nun die Stärke des Stroms durch weitere Verlängerung des Drahts auf die Hälfte herab, so zeigt es sich, daß man, um dieses zu erreichen, noch einmal dieselbe Drahtlänge einschalten und sonach den Widerstand verdoppeln muß. Die Stromstärke steht sonach im umgekehrten Verhältnis zum Widerstand des Schließungskreises. Anderseits findet man, daß bei gleichbleibendem Widerstand des Schließungskreises die Stromstärke doppelt so groß wird, wenn man zwei gleiche Elemente, nach Art der Voltaschen Säule miteinander verbunden, wirken läßt, wenn man also die "elektromotorische Kraft", welche die strömende Elektrizität durch den Schließungskreis treibt, verdoppelt. Es ergibt sich sonach das nach seinem Entdecker benannte Ohmsche Gesetz: Die Stromstärke steht im geraden Verhältnis zur elektromotorischen Kraft und im umgekehrten Verhältnis zum Widerstand, oder: die Stromstärke ist gleich der elektromotorischen Kraft, dividiert durch den Widerstand. Für Drähte aus gleichem Stoff ergibt sich, daß ihre Widerstände sich wie ihre Längen und umgekehrt wie ihre Querschnitte verhalten. Verschiedene Stoffe zeigen jedoch bei gleichem Querschnitt und gleicher Länge verschiedenen Widerstand; je kleiner dieser Widerstand ist, eine desto größere spezifische Leitungsfähigkeit schreiben wir dem zur Leitung angewandten Stoff zu. Als Einheit des Widerstandes hat Siemens den Widerstand einer Quecksilbersäule von 1 m Länge und 1 qmm Querschnitt bei einer Temperatur von 0° (1 Siemens oder 1 Quecksilbereinheit) eingeführt. Gegenwärtig ist jedoch die hiervon wenig verschiedene absolute Einheit des Widerstandes (s. Elektrische Maßeinheiten), das Ohm, allgemein angenommen, und zwar ist 1 Ohm = 1,06 Siemens. Um den Widerstand eines Leiters zu messen, ermittelt man, wie viele solcher Einheiten (mit Hilfe eines nach diesen Einheiten geeichten Rheostaten, s. d.) an Stelle jenes Leiters in einen Stromkreis eingeschaltet werden müssen, um die gleiche Stromstärke zu erhalten. Durch solche Vergleichungen wurden folgende Werte für die spezifische Leitungsfähigkeit einiger Metalle gefunden:

^[Liste]

Quecksilber 1

Neusilber 4

Blei 5

Platin 8

Eisen 8

Messing 13

Aluminium 32

Gold 46

Kupfer 55

Silber 64

Die Leitungsfähigkeit der Flüssigkeiten ist weit geringer als diejenige der Metalle; so beträgt z. B. die Leitungsfähigkeit der verdünnten Schwefelsäure nur 69 Milliontel, die einer gesättigten Kupfervitriollösung nur 4 Milliontel von derjenigen des Quecksilbers. Die Leitungsfähigkeit der Flüssigkeiten oder der "Leiter zweiter Klasse" steigt bei der Erwärmung, während diejenige der Metalle oder "Leiter erster Klasse" abnimmt. Hat man die Stromstärke nach irgend einer Einheit (s. Voltameter) gemessen und den Widerstand des gesamten Schließungskreises nach den entsprechenden Einheiten bestimmt, so ergibt sich nach dem Ohmschen Gesetz die im Schließungskreis thätige elektromotorische Kraft, wenn man die Stromstärke mit dem Widerstand multipliziert. Die elektromotorische Kraft kann aber auch direkt gemessen werden, indem man sie mit der elektromotorischen Kraft eines Daniellschen Elements (1 Daniell) vergleicht; so ist z. B. die elektromotorische Kraft des Groveschen oder des Bunsenschen Elements nahezu 1,7 Daniell. Im gegenwärtig gebräuchlichen absoluten Maßsystem (s. Elektrische Maßeinheiten) ist das Volt (= 0,893 Daniell) die Einheit für die elektromotorische Kraft; die zugehörige Einheit der Stromstärke heißt Ampère und ist die Stromstärke, welche die elektromotorische Kraft 1 Volt in einem Schließungskreis, dessen Widerstand 1 Ohm ist, hervorbringt.

Das Ohmsche Gesetz ist für alle praktischen Anwendungen des galvanischen Stroms von unschätzbarer Wichtigkeit, weil es zu beurteilen gestattet, auf welche Art die Batterie für einen bestimmten Zweck zusammengesetzt werden muß, ob man große oder kleine, viele oder wenige Elemente anzuwenden hat. Der Widerstand in jedem Schließungskreis ist nämlich zusammengesetzt aus zwei Teilen, aus dem Widerstand, den der Strom beim Durchgang durch die Flüssigkeit innerhalb der Elemente zu überwinden hat, oder dem innern (wesentlichen) Widerstand, und dem äußern (außerwesentlichen) Widerstand, den der von Pol zu Pol geführte