Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Oppeln; Oppenau; Oppenheim; Oppermann

409

Oppeln - Oppermann.

land" (Stuttg. 1856-58); "Paläontologische Mitteilungen aus den Museen des bayrischen Staats" (Münch. 1862-64). O. starb 23. Dez. 1865 als Universitätsprofessor und Konservator des paläontologischen Museums in München.

Oppeln, Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks und Kreises in der preuß. Provinz Schlesien, an der Oder, Knotenpunkt der Linien Brieg-Kandrzin, O.-Borsigwerk, O.-Vossowska, O.-Namslau und O.-Neiße der Preuß. Staatsbahn, 159 m ü. M., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen (darunter die vom heil. Adalbert gegründete Adalbertskirche, die älteste Kirche Oberschlesiens), eine Synagoge, ein altes königliches Schloß (auf einer Oderinsel), ein schönes Regierungsgebäude, ein ansehnliches Rathaus, einen Hafen und (1885) mit der Garnison (ein Füsilierbat. Nr. 63) 15,975 meist kath. Einwohner, welche Zigarren- und zementfabrikation, bedeutende Kalkbrennerei, Töpferei, Gerberei, Ziegelbrennerei, Bierbrauerei, Schifffahrt etc. betreiben. Der Handel, unterstützt durch eine Handelskammer, beschränkt sich fast nur auf Speditions-, Getreide- und Viehhandel. O. ist Sitz einer königlichen Regierung, eines Landratsamtes, einer Oberpostdirektion, eines Hauptsteueramtes, eines Landgerichts und hat ein Gymnasium, ein kath. Schullehrerseminar, eine Niederlassung der katholischen Schulschwestern und ein großartiges Hospital (Adalbertshospital). Zum Landgerichtsbezirk O. gehören die 13 Amtsgerichte zu Groß-Strehlitz, Guttentag, Karlsruhe, Konstadt, Krappitz, Kreuzburg, Kupp, Landsberg, Lublinitz, O., Pitschen, Rosenberg und Ujest. - Die Stadt war schon um 1000 vorhanden und 1288-1532 die Residenz der Herzöge von O. aus dem Geschlecht der Piasten. Darauf fiel O. an Böhmen und kam erst 1742 mit Schlesien an Preußen. Zum ehemaligen Herzogtum O. gehörten die gegenwärtigen Kreise Falkenberg, Groß-Strehlitz, Kosel, Lublinitz, Neustadt, O., Ratibor, Rosenberg und Tost-Gleiwitz fast in ihrem ganzen Umfang. Vgl. Idzikowski, Geschichte der Stadt O. (Bresl. 1863).

Der Regierungsbezirk O., im wesentlichen das sogen. Oberschlesien umfassend (s. Karte "Schlesien"), enthält 13,217 qkm (240 QM.) mit (1885) 1,497,595 Einw. (136,684 Evangelische, 1,337,142 Katholiken und 23,391 Juden) und besteht aus den 19 Kreisen:

Kreise QKilometer QMeilen Einwohner Einw. auf 1 QKil.

Beuthen 127 2,31 131998 1039

Falkenberg 603 10,96 40186 67

Groß-Strehlitz 895 16,25 65302 74

Grottkau 519 9,43 45105 87

Kattowitz 186 3,40 105358 566

Kosel 675 1226 68486 101

Kreuzburg 553 10,04 43826 79

Leobschütz 690 1253 86875 126

Lublinitz 1010 18,34 44087 44

Neiße 711 1291 100177 141

Neustadt 798 14,49 95456 120

Oppeln 1426 25,90 115372 81

Pleß 1062 19,29 95659 90

Ratibor 858 15,58 130442 152

Rosenberg 899 16,33 46888 52

Rybnik 853 15,47 79669 93

Tarnowitz 325 5,90 47856 147

Tost-Gleiwitz 906 16,45 95654 105

Zabrze 121 2,20 59199 489

^[Abb.: Wappen von Oppeln.]

Oppenau, Stadt und Luftkurort im bad. Kreis Offenburg, im Renchthal und an der Linie Appenweier-O. der Badischen Staatsbahn, eins der Kniebisbäder, hat Branntweinfabrikation, Holz- und Kirschwasserhandel, eine Eisenquelle mit Badeanstalt und (1885) 1934 meist kath. Einwohner. Dabei die Ruinen des Klosters Allerheiligen (s. d.) und der Friedburg.

Oppenheim, Kreisstadt in der hess. Provinz Rheinhessen, auf einem steilen Abhang am linken Rheinufer und an der Linie Mainz-Worms der Hessischen Ludwigsbahn, hat eine evang. Katharinenkirche (schöner gotischer Bau aus dem 13. und 14. Jahrh., seit 1878 restauriert) und eine kath. Franziskanerkirche, eine Simultankirche, eine Synagoge, eine Realschule, ein Entwässerungsmaschinengebäude, ein Amtsgericht, Chinin-, Drahtstift-, Leder- und Petroleumkochgeschirrfabrikation, Kalksteinbrüche, einen Flußhafen, eine fliegende Brücke über den Rhein, vorzüglichen Weinbau, Schiffahrt und (1885) 3452 Einw. Über der Stadt die Ruinen der im 11. Jahrh. erbauten Burg Landskron. Bemerkenswert ist noch die Schwedensäule sowie die zum Kriegerdenkmal 1870/71 verwendete Syenitsäule aus dem Kaiserpalast zu Nieder-Ingelheim. - O. steht an der Stelle des Römerkastells Bauconica. Das Hofgut O. wurde von Karl d. Gr. 774 dem Kloster Lorsch geschenkt und von diesem erst 1147 an das Reich abgetreten. Schon vor 1226 erscheint es als freie Reichsstadt, doch hatten Schultheiß und der aus Adligen bestehende Rat der Burg Landskron zunächst ganz die städtische Verwaltung in Händen, bis 1287 Rudolf von Habsburg auch den Bürgern Anteil am Rat gewährte. O. wurde 1252 an das Erzstift Mainz und 1375 an Kurpfalz verpfändet, wodurch es die Reichsfreiheit verlor. Es wurde im Dreißigjährigen Krieg wiederholt abwechselnd von den Schweden und den Kaiserlichen besetzt, im Oktober 1688 aber von Franzosen genommen und zu Pfingsten 1689 von diesen unter Mélac fast gänzlich zerstört. Vgl. W. Franck, Geschichte der ehemaligen Reichsstadt O. (Darmst. 1859).

Oppenheim, Heinrich Bernhard, Nationalökonom und Politiker, geb. 20. Juli 1819 zu Frankfurt a. M., studierte die Rechte, habilitierte sich 1841 für kurze Zeit in Heidelberg, redigierte 1848 in Berlin mit Arnold Ruge zusammen die "Reform", lebte dann elf Jahre als Flüchtling in der Schweiz, in Frankreich und England, redigierte nach seiner Rückkehr 1860 die "Deutschen Jahrbücher" und war von 1873 bis 1877 Reichstagsabgeordneter für Reuß ältere Linie, als welcher er der nationalliberalen Partei angehörte. Von ihm stammt der Ausdruck "Kathedersozialisten" (s. d.). Von seinen Schriften führen wir an: "System des Völkerrechts" (Frankf. 1845; 2. Aufl., Stuttg. 1866); "Philosophie des Rechts und der Gesellschaft" (das. 1850); "Vermischte Schriften aus bewegter Zeit" (das. 1866-69, 2 Tle.); "Über Armenpflege und Heimatsrecht" (das. 1870); "Friedensglossen zum Kriegsjahr" (Leipz. 1871); "Der Kathedersozialismus" (Berl. 1872, 2. Aufl. 1873); "Waldeck, der Führer der preußischen Demokratie" (das. 1873); "Gewerbegerichte und Kontraktbruch" (das. 1874); "Aus der Geschichte der englischen Kornzölle" (das. 1879). O. starb 29. März 1880 in Berlin.

Oppermann, Heinrich Albert, publizistischer Schriftsteller, geb. 22. Juli 1812 zu Göttingen, widmete sich daselbst 1831-35 juristischen und philosophischen Studien, geriet jedoch durch seinen unter dem Namen Hermann Forsch veröffentlichten Roman "Studentenbilder, oder Deutschlands Arminen und Germanen" (Hamb. 1835), worin er den Kampf