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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Orizába; Orizábawurzel; Orizónte; Orjéchow; Orkadische Inseln; Orkan; Orkapu; Orkla; Orkneys; Orla; Orlamünde

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Orizaba - Orlamünde.

Weinbau (Vernacciawein) und eine Quecksilbermine. O. war seit 1409 Hauptstadt der gleichnamigen Markgrafschaft, nach welcher sich die Könige von Spanien "Markgrafen von O." nannten.

Orizába, Hauptstadt des mexikan. Staats Veracruz, 1227 m ü. M., an der Eisenbahn von Veracruz nach Mexiko gelegen, liegt inmitten üppiger Gärten, angesichts des schneegekrönten Piks von O., hat 12 Kirchen, 2 Hospitäler, eine höhere Schule, eine große Baumwollfabrik, Papiermühle, Kornmühlen, Eisenbahnwerkstätten und 12,500 Einw.

Orizába (Pik von O., Citlaltépetl), neben dem Eliasberg höchster Gipfel Nordamerikas, erhebt sich 5450 m hoch am Ostrand der Hochebene von Anahuac in Mexiko in Gestalt einer herrlichen Pyramide. Er ist vulkanischer Entstehung, hat aber seit 1566 keine bedeutendern Eruptionen gezeigt. Sein aztekischer Name Citlaltépetl bedeutet "Sternberg". Er wurde im Mai 1846 zum erstenmal von zwei amerikanischen Offizieren bestiegen. Einen mehrtägigen Aufenthalt nahm 1877 Fr. Kaska aus Mexiko auf dem Gipfel des Bergs.

Orizábawurzel, s. Ipomaea.

Orizónte, Maler, s. Bloemen 2).

Orjéchow, Stadt im russ. Gouvernement Taurien, Kreis Berdjansk, an der Konka, mit 2 Kirchen, Senffabrikation, Ziegelbrennerei und (1881) 6752 Einw. (meist Kleinrussen).

Orkadische Inseln, s. Orkneys.

Orkan, stärkster Grad des Sturms, s. Wind.

Orkapu (tatar.), Stadt, s. Perekop.

Orkla, Fluß in Norwegen, entspringt auf dem Dovrefjeld, durchströmt die Vogtei Orkedal des Amtes Süddrontheim und mündet bei dem ganz unbedeutenden Handelsplatz Orkedalsören in den großen Fjord von Drontheim. Die Vogtei Orkedal ist eine anmutige und fruchtbare Gegend, die auch mineralische Schätze (Kupfer) besitzt.

Orkneys (spr. órknis, Orkaden, Orkadische Inseln), brit. Inselgruppe, zwischen der Nordsee und dem Atlantischen Ozean, an der nördlichen Spitze von Schottland, durch die 10 km breite Pentlandstraße (Pentland Firth) vom Festland geschieden. Die Inseln, 67 an der Zahl, haben zusammen einen Flächenraum von 1004 qkm (18,2 QM.), doch sind nur 28 davon bewohnt (zusammen von 32,044 Seelen); die übrigen, Holme genannt, werden zu Weideplätzen, zur Jagd und Fischerei benutzt. Hierzu kommen noch die bei hohem Wasser überfluteten Skerries oder Schären, nackte Felsen, auf denen aus den Meerpflanzen Soda bereitet wird. Die größte Höhe hat die südwestliche Insel Hoy (476 m). Die Meerengen, welche die Inseln voneinander trennen, sind durch reißende Strömungen gefährlich; namentlich sind zwei Strudel bei der kleinen Insel Swona den Schiffern furchtbar. Flüsse, Bäche und Seen sind zahlreich. Das Klima ist verhältnismäßig mild, was es namentlich dem Golfstrom verdankt, der die Westküsten bespült und an dieselben manchmal aus Westindien stammende Hölzer und andre Pflanzenteile anschwemmt. Februar, der kälteste Monat, hat eine Temperatur von 3,4° C., Juli von 12,9° C., und nur selten kommt es vor, daß die mittlere Temperatur eines Monats unter den Gefrierpunkt fällt. Es fallen jährlich etwa 93 cm Regen. Ein großer Teil der Oberfläche besteht aus Morästen und Torfmooren. Nur 35 Proz. des Areals sind unter dem Pflug, 9 Proz. bestehen aus Wiesen und Weiden. An Vieh zählte man 1887: 6128 Pferde, 26,218 Rinder, 30,763 Schafe und 3956 Schweine. Auch die Hühnerzucht ist wichtig. Die Inseln sind reich an See- und Landvögeln; die Eier derselben dienen den Einwohnern zur Speise, und ihre Federn bilden einen wichtigen Handelsartikel. Sehr reichen Ertrag gibt die Fischerei (namentlich auf Heringe), welche 342 Boote und 664 Menschen beschäftigt. Auch das Brennen des Seetangs zu Kelp beschäftigt während des Sommers viele Menschen. Von Industrie kann kaum die Rede sein. Die Inseln besitzen 34 Seeschiffe von 2169 Ton. Gehalt, doch ist der direkte Verkehr mit dem Ausland nur unbedeutend. Die Einwohner sind teilweise normännischer Abkunft, sprechen aber seit Mitte des 18. Jahrh. nur englisch. Überreste aus grauem Altertum sind zahlreich. Die wichtigern der bewohnten Inseln sind: Pomona oder Mainland (17,165 Einw.), South Ronaldshay, (2557), Sanday (2082), Westray (2200), Hoy (1380), Shapinshay (974) und Rousay (873 Einw.). O. bildet mit den Shetlandinseln eine einzige Grafschaft. Hauptstadt ist Kirkwall auf Pomona. Vgl. Dennison, Orcadian sketch-book (Kirkwall 1880). - Die Inseln (im Altertum Orcades genannt), vielleicht das Thule der Alten, wurden von Julius Agricola entdeckt und der römischen Herrschaft unterworfen. Zu Ende des 9. Jahrh. eroberte der norwegische König Harald Harfagar die O. und die Hebriden und setzte Ronald, Grafen von Mercar, als Statthalter über sie. Aus der Familie desselben entsprossen die alten normännischen Grafen von Orkney. 1266 verkaufte der König Magnus von Norwegen die Inseln an Alexander, König von Schottland, welcher einen Edelmann damit belehnte. Die neuen Grafen von Orkney unternahmen kühne Seeräuberzüge und unterwarfen sich selbst Caithneß und andre Distrikte in Nordschottland. Nach ihrem Aussterben 1325 fiel die Grafschaft an das verwandte Geschlecht Strathearne und 1379 durch Heirat an die Sinclairs, deren einer sich Fürst von Orkney nannte und mit einer dänischen Prinzessin vermählt war. Später behaupteten die Könige von Dänemark und Norwegen die Oberherrschaft. 1468 verpfändete König Christian I. von Dänemark, Schweden und Norwegen seine Oberlehnsherrschaft über die Orkadischen und Shetländischen Inseln an seinen Schwiegersohn, den König Jakob III. von Schottland, und 1470 vertauschte der letzte Graf, William Sinclair, seine Rechte auf dieselben gegen Besitzungen in Schottland. 1590 wurden die Inseln förmlich an Schottland abgetreten. Den Titel Graf von O. verlieh Karl I. 1626 einer Seitenlinie des Hauses Hamilton, von der er durch Erbschaft an die Familie O'Bryen und 1820 an die Familie Fitzmaurice überging, die ihn gegenwärtig führt. Früher waren die O. weit stärker bevölkert und konnten namentlich im 12. Jahrh. 7000 Streiter nach fremden Küsten schicken. Vgl. Tudor, O. and Shetlands, geology, flora etc. (Lond. 1883); Wallace, Description of the isles of Orkney (neue Ausg., das. 1884); Fea, Present state of the Orkney-Islands (das. 1885).

Orla, 1) rechter Nebenfluß der Saale in Thüringen, entspringt bei Triptis im weimarischen Kreis Neustadt, fließt westlich in den altenburgischen Westkreis und mündet dort bei Orlamünde. - 2) Rechter Nebenfluß der Bartsch in Schlesien, entspringt bei Koschmin in Posen und mündet unterhalb Herrnstadt.

Orlamünde, Stadt im sachsen-altenburg. Westkreis, auf hohem Felsenrand über der Saale, in welche unweit von hier die Orla mündet, Knotenpunkt der Eisenbahnen Großheringen-Saalfeld und Pößneck-O., hat Ruinen des alten Residenzschlosses der ehemaligen Grafen von O., Spielwarenfabrikation und mit der im