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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ouvirandra fenestrālis; Ouvrier; Ouwéa; Ovāda; Ovaherēro; Ovāl; Ovalle; Ovālwerk; Ovampo; Ovār; Ovariotomīe

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Ouvirandra fenestralis - Ovariotomie.

eingehalten bei den sogen. Konzertouvertüren, aber auch bei der Mehrzahl der Opernouvertüren, welche nicht aus Themen der Oper zusammengesetzt sind. - 2) Die potpourriartige O., welche ohne eine andre Form als eine auf Effekt berechnete Steigerung und kontrastierende Ordnung der Themen die zugkräftigsten Nummern der Oper in mehr oder minder vollkommener Gestalt aneinander hängt (Rossini u. v. a.). - 3) Die motivisch mit der Oper zusammenhängenden, aber in sich selbst nach musikalischen Bildungsgesetzen ausgestattete und abgerundete O., die allenfalls auch als symphonisches Tongemälde (symphonische Dichtung) gelten kann, sei es nun, daß der Komponist den Grundgedanken der Oper in gedrängter Gestalt ausführt, die Gegensätze aufstellt und versöhnt oder auch unversöhnt läßt, oder aber, daß er auf die Exposition des Werkes (die ersten Szenen) vorbereitet. Solche Ouvertüren modernster Art sind die Wagners und seiner Jünger, auch schon die Schumanns, Webers, ja selbst Mozarts u. Beethovens.

Ouvirandra fenestrālis Pers. (Gitterpflanze), eine gänzlich untergetauchte Wasserpflanze aus der Familie der Najadeen, bei deren langgestielte, bis 30 cm langen und 8-9 cm breiten Blättern die Zwischenräume der Blattrippen und Adern leer, nicht mit Blattgewebe gefüllt sind, so daß das Blatt einem Gitterwerk oder Blattskelett gleicht. Sie wurde 1856 auf Madagaskar entdeckt und ist in Europa mit Erfolg kultiviert worden. Die stark verzweigte Wurzel ist reich an Stärkemehl und wird auf Madagaskar von den Eingebornen gegessen. S. Tafel "Wasserpflanzen", Fig. 4.

Ouvrier (franz., spr. uwrĭeh), Arbeiter, besonders Fabrik-, Handarbeiter, Handwerker.

Ouwéa (Uea), s. Loyaltyinseln.

Ovāda, Stadt in der ital. Provinz Alessandria, Kreis Novi, an der Vereinigung der Flüsse Orba und Stura, mit Gymnasium, schönen Palästen (Spinola u. a.) und (1881) 4554 Einw., welche Weinbau, Seidenspinnerei, Weberei und Handel betreiben.

Ovaherēro, afrikan. Volk, s. Dama.

Ovāl (lat. ovalis, "eirund"), Bezeichnung für eine ebene krumme Linie, welche aus Kreisbogen zusammengesetzt ist und im allgemeinen der Ellipse ähnelt, auch Korblinie oder Korbbogen genannt. Sie wird bei Konstruktion von Gewölbebogen angewandt (vgl. Bogen). Es gibt sehr viele Arten, solche Linien zu zeichnen; eine davon ist folgende (s. Figur): Sind AB u. CD die beiden Achsen, die sich im Mittelpunkt O rechtwinkelig halbieren, so nehme man auf der kleinern Halbachse OC den Punkt E willkürlich an, mache AF = F'B = CE und schlage um E u. F mit willkürliches aber gleichgroßer Zirkelöffnung Bogen, die sich in G und H schneiden; ziehe dann die Gerade GH, welche CD oder die Verlängerung dieser Achse in K schneidet, u. trage nun OK' = OK ab. Die Punkte K und K' werden dann mit F und F' durch gerade Linien verbunden, die man noch über F und F' hinaus verlängert, und nun beschreibt man mit der Öffnung KC = K'D um K den Bogen LL; um K' den Bogen MM' sowie zuletzt um F und F' mit der Öffnung FL = F'L', die Bogen LAM und L'BM. Vgl. Behse, Die Arbeiten des Maurers und Steinhauers, § 53 (5. Aufl., Weim. 1879); Küpper in Grunerts "Archiv der Mathematik", Bd. 28, S. 256; Delabar, Anleitung zum Linearzeichnen (3. Aufl., Freiburg 1877).

^[Abb.: Konstruktion eines Ovals.]

Ovalle, Stadt im südamerikan. Staat Chile, Provinz Coquimbo, am Rio Limaro, in reichem Minenrevier, mit (1875) 4099 Einw.

Ovālwerk, s. Drehbank, S. 125.

Ovampo (Ondonga), Bantuvolk in Südwestafrika, südlich vom Cunene bis 19° 30' südl. Br., an der Grenze von Deutsch-Südwestafrika und dem portugiesischen Angola. Sie sind unter den ackerbauenden Völkern Afrikas eins der thätigsten und friedlichsten und wohnen überall umgeben von ihren Äckern; größere Orte gibt es daher nicht. Die O. sind häßliche, knochige Menschen, aber sehr muskulös, den Bergdama ähnlich, aber von den Dama verschieden. Auch ihre Sprache unterscheidet sich vom Idiom der letztern, indem sie z. B. das den Dama fehlende l hat. Sie bauen Durra und Eleusine auf Feldern, die sich meilenweit hinziehen, außerdem Tabak, Erbsen, Bohnen, Kürbisse, Wassermelonen, einige Fruchtbäume. Sie halten große Herden von Rindern, züchten auch Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde, Hühner. Fleisch wird wenig genossen, dagegen viel Hirsebrei und Milch. Als Getränk dient Hirsebier. Die runden Hütten bestehen aus Pfahlwerk mit Lehmfüllung und sind von Palissaden umgeben. Ihre Waffen sind Pfeile (zuweilen vergiftet) und Bogen, Assagaien, Dolchmesser. Zur Anfertigung der gut gearbeiteten Geräte und Waffen bringen ihnen die Buschmänner Eisen- und Kupfererze, die im Land selber nicht vorkommen. Wichtigster Handelsgegenstand ist Elfenbein, für das sie von den Portugiesen Perlen, Eisen, Kupfer, Muscheln u. a. eintauchen. Das Haar tragen die Männer kurz, die Weiber so lang wie möglich; an Beinen und Armen tragen sie Kupferringe, Hals, Hüfte und Unterleib verhüllen sie durch eine Unzahl von Perlen, Muscheln und Schalen, welche auf Zeug oder Leder genäht oder zu Schnüren gefaßt sind. Musik, wozu sie das Tamtam und eine Laute haben, und Tanz sind sehr beliebt. Über ihre religiösen Anschauungen wissen wir so gut wie nichts; für das Regenmachen gibt es bestimmte Zauberer. Vielweiberei ist allgemein; der Fürst Nangoro hatte 106 Frauen. Die Frauen werden für Vieh gekauft, nur der Fürst zahlt nichts. Die O. sind durchaus ehrlich, behandeln alte Leute gut und sind im Zählen sehr geschickt. Obschon die unter ihnen lebenden Buschmänner, welche eine Art stehender Armee bilden, und Dama eine sklavenartige Stellung einnehmen, so treiben sie doch keinen Sklavenhandel. Vgl. Andersson, Reisen in Südwestafrika (Leipz. 1858).

Ovār, Stadt in der portug. Provinz Beira, Distrikt Aveiro, nördlich am Strandsee von Aveiro und an der Eisenbahn Lissabon-Porto, mit Fischerei, lebhaftem Handel, regelmäßiger Dampfschiffsverbindung mit Aveiro und (1878) 10,447 Einw.

Ovariotomīe (griech.-lat.), Operation zur Entfernung kranker Eierstöcke und Eierstocksgeschwülste durch den Bauchschnitt, eine der größten Errungenschaften auf dem Gebiet der modernen operativen Chirurgie. Nachdem noch in der Mitte des 19. Jahrh. die O. von den bedeutendsten Chirurgen ihrer großen Gefahr wegen als eine unzulässige Operation erklärt worden war, ist sie durch die großartigen Erfolge von Spencer Wells, Baker, Brown u. a. in England,