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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Perles d'éther; Perlfluß; Perlgeschwulst; Perlglimmer; Perlgraupen; Perlhuhn; Perlīt; Perlkrankheit; Perlmoos; Perlmuscheln

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Perles d'éther - Perlmuscheln.

Perles d'éther (franz., spr. perl detähr), mit Äther gefüllte Gelatinekapseln, welche als Arzneimittel benutzt werden.

Perlfluß, 1) Fluß in China, s. Tschukiang. -

2) Fluß in Nordamerika, s. Pearl River.

Perlgeschwulst, s. Cholesteatom.

Perlglimmer, s. Glimmer.

Perlgraupen, sehr feine Sorte kleiner Graupen.

Perlhuhn (Numida L.), Gattung aus der Ordnung der Scharrvögel und der Familie der Fasanen (Phasianidae), gedrungen und kräftig gebaute Tiere mit kurzen, gerundeten Flügeln, mittellangem Schwanz, sehr verlängerten Oberschwanzdeckfedern, mittelhohen, gewöhnlich sporenlosen, kurzzehigen Füßen, kräftigem Schnabel, mehr oder wenig nacktem, mit Federbusch, Holle, Krause, Helm und Hautlappen verziertem Kopf und Oberhals und lichter Perlfleckung auf dunklem Grund, welche wie die Kopfzierde beiden Geschlechtern gemeinsam ist. Das gemeine P. (N. cristata Pall.), der Stammvater unsers zahmen Perlhuhns, 50 cm lang, mit einem Horn auf der Scheitelmitte und zwei Haut- oder Fleischlappen hinten am Unterkiefer, ist an Oberbrust und Nacken ungefleckt lilafarben, sonst am Rücken und Bürzel grau, mit kleinen, weißen Perlflecken besetzt, unterseits grauschwarz, gleichmäßig geperlt, die Armschwingen bräunlich, auf der Außenfahne weiß gebändert, die Steuerfedern dunkelgrau, schön geperlt und nur die seitlichen teilweise gebändert; das Auge ist dunkelbraun, die Wangengegend bläulichweiß, der Kammlappen und der Wulst am Schnabelgrund rot, der Helm hornfarben, der Schnabel rotgelblich hornfarben, der Fuß schiefergrau, oberhalb der Einlenkung der Zehen fleischfarbig. Es stammt aus Westafrika, ist häufig in der Sierra Leone, in Aschanti, Aguapim und auf den Inseln des Grünen Vorgebirges und kommt verwildert in Mittelamerika und Westindien vor. In reichbebuschten Gegenden und in Wäldern mit dichtem Unterholz lebt es fast als Standvogel und macht sich namentlich durch seine trompetenartige Stimme bald bemerkbar. Man findet es in Familien von 15-20 Stück, oft auch in Ketten aus 6-8 Familien, welche ein alter Hahn leitet. Es ist sehr scheu, sucht sich in Gefahr durch Laufen zu retten, bäumt vor dem Hund und verläßt sich wenig auf seine Flügel. Es schläft auf Bäumen oder Felsen und ist auch dann sehr wachsam. Die Nahrung besteht aus Insekten und allerlei Pflanzenstoffen, auch Knollen. Das Gelege zählt 5-8 schmutzig braun-gelblichweiße Eier, und die Brutzeit dauert 25 Tage. Das P. war den alten Griechen bekannt und wird zuerst von Sophokles erwähnt. Nach der Sage wurden die Schwestern des Meleager, als sie sich über den Tod des Bruders nicht trösten ließen, in Perlhühner verwandelt. Nach Klitos von Milet hielt man Perlhühner auf Leros um den Tempel der Artemis. Nach Italien scheinen sie erst zur Zeit der Punischen Kriege, vielleicht ohne Vermittelung der Griechen, gelangt zu sein, und sie kamen zu Varros Zeit als kostbares Gericht auf die Tafel. Mit dem Untergang des römischen Reichs verschwand das P. wieder aus Europa und wurde erst durch die Portugiesen von neuem eingeführt, durch diese und die Spanier auch nach Amerika hinübergebracht, wo es bald verwilderte. Auf den Hühnerhöfen wird das P. jetzt häufiger gezüchtet als früher; man hat auch kleinere weiße Perlhühner und durch Paarung dieser mit den gewöhnlichen eine neue Varietät, mehr blau, weniger geperlt, mit weißer Brust und weißem Hals, erhalten. Das P. behält stets etwas Wildes und Scheues, fliegt hoch und weit, ist zänkisch, schreit garstig, sucht eifrig seine Eier zu verbergen und gewöhnt sich nicht an ein regelmäßiges Nest. Es legt aber fleißig, und die Eier sind wie das Fleisch der jungen Vögel höchst wohlschmeckend. Die Legeperiode zieht sich bis in den Herbst hin, und da die Perlhühner schlecht brüten, so legt man die Eier vorteilhaft Hennen unter. Die Jungen sind sehr empfindlich gegen Regen und nasse Kälte, fordern aber sonst keine andre Pflege als junge Hühner; auch die alten gedeihen bei gewöhnlichem Hühnerfutter. Vgl. Mariot-Didieux, Die Truthühner- u. Perlhühnerzucht (2. Aufl. von Öttel, Weim. 1873); Schuster, Truthuhn, P. etc. (2. Aufl., Ilmenau 1887).

Perlīt, s. v. w. Perlstein.

Perlkrankheit, s. Finnenkrankheit der Schweine.

Perlmoos, irländisches, s. Carragaheen.

Perlmuscheln, mehrere Gattungen Muscheln, welche die echten Perlen erzeugen. Die Seeperlmuschel (Meleagrina margaritifera L., s. Tafel "Mollusken etc."), aus der Familie der Aviculidae, mit rundlich viereckiger Schalen, hat je nach der Beschaffenheit des Bodens, auf welchem sie wohnt, und nach den pflanzlichen und tierischen Organismen, welche ihre Schalen überwachsen, ein verschiedenes Aussehen und lebt, in größerer Anzahl vereinigt, in Tiefen von 6-30, am häufigsten von 7,5-15 m auf Banken, meist von Korallengrund, mittels der hornigen Fäden des Byssus angeheftet. Man findet sie im Persischen Golf, im Roten Meer, an den Küsten von Ceylon, an den Inseln des Großen Ozeans, im Meerbusen von Panama und Mexiko, an der kalifornischen Küste und an der Küste von Westaustralien. Die Perlen in ihr sind ein Erzeugnis des Widerstandes der Muschel gegen einen fremden Eindringling. Sie gleichen in ihrem Bau der Perlmutter (s. d.) welche die innern Schichten der Schale bildet, d. h. sie bestehen aus zahlreichen zarten, übereinander liegenden, aber nicht regelmäßig verlaufenden Schichten organischer, stark mit kohlensaurem Kalk imprägnierter Substanz und sind daher nichts andres als eine übermäßige Absonderung von Perlmutter an einer bestimmten Stelle, an welcher ein ungewöhnlicher Reiz auf den Organismus ausgeübt wird. Letzteres geschieht nun z. B. durch leblose Gegenstände, welche beim Offenstehen der Schale mehr oder weniger zufällig hineingeraten sind, oder durch Parasiten, wie Eingeweidewürmer, kleine Wassermilben und Fadenalgen, die sich in der Substanz des Mantels festgesetzt haben. In letzterm, sehr häufigem Fall entstehen die schönsten runden, ringsum freien Perlen, während, wenn der fremde Körper der Innenfläche der Schale anliegt, die Perle mit mehr oder weniger breiter Basis aufsitzt (Kropfperlen). In der Regel enthält mithin jede Perle in ihrem Innern den ihre Bildung veranlassenden fremden Gegenstand, wenn auch oft ziemlich unkenntlich. Die Perlen haben ein spezifisches Gewicht von 2,6, sind etwas härter als Kalkspat, also bei weitem nicht so hart wie Edelsteine und deshalb auch nicht so dauerhaft. Ihr Glanz schwindet mit der Zeit, besonders durch Temperaturwechsel und beim Tragen durch den Schweiß; in alten Gräbern hat man sie völlig in nur noch locker zusammenhängendes Pulver verwandelt gefunden. Je nach der Gesamtfarbe der Muschel sind die Perlen bläulich oder gelblich oder, wenn am Rande der Muschel entstanden, schwärzlich. Doch übt auch die mehr oder weniger gleichmäßig Struktur der Perlen einen Einfluß auf die Farbe aus. Die kleinsten Perlen ha-^[folgende Seite]