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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Phönixöl; Phönixorden; Phönixville; Phonognōmik; Phonogrāph; Phonographie; Phonolith

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Phönixöl - Phonolith.

Kean, Birney, Howland und Baker wurden nach Erschöpfung ihrer Lager wieder verlassen.

Phönixöl, s. Erdöl, S. 768.

Phönixorden, fürstlich Hohenlohescher Orden, gestiftet von Philipp Ernst I. von Hohenlohe-Waldenburg 29. Dez. 1775, hatte anfangs nur eine, später zwei Klassen, wird aber jetzt nur noch in der ersten Klasse als "Hausorden" verliehen. Die Dekoration ist ein weiß emailliertes Goldkreuz mit Flammen, im blauen Mittelavers den Phönix mit der Devise "In senio", auf dem Revers P E mit dem Fürstenhut tragend. Dazu ein achtstrahliger Silberstern, mit flammendem Goldkreuz dekoriert. Das Band ist rot mit perlfarbiger und goldener Einfassung.

Phönixville (spr. fihnixwill), Stadt im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, Grafschaft Chester, am Schuylkill, 32 km von Philadelphia, hat großartige Eisenhütten (Phoenix Iron Company) und Walzwerke und (1880) 6682 Einw.

Phonognōmik (gr.), Stimmkunde, die Kunst, aus der Stimme eines Menschen auf sein Wesen zu schließen.

Phonogrāph (griech., "Laut- oder Klangschreiber"), von Edison 1877 erfundener Apparat, welcher die menschliche Sprache und andre Laute aufzuzeichnen und nach beliebiger Frist wiederzugeben vermag. Ein Messingcylinder C (Fig. 1) wird von einer Achse AA' getragen, in deren eine Hälfte A' ein Schraubengewinde eingeschnitten ist, dem das eine Achsenlager als Mutter dient. Auf der Oberfläche des Cylinders ist eine schraubenförmig Rinne von derselben Steigung wie die Schraube A' eingegraben. Der Cylinder wird mit einem dünnen Stanniolblatt überzogen und ist nun zum Empfang der Zeichen bereit. Der zeichengebende Apparat besteht aus einem Mundstück D, in dem eine dünne Platte E (Fig. 2) angebracht ist, welche durch Vermittelung der Dämpfer F (Stücke von Kautschukschläuchen) den von einer Metallfeder getragenen Stift G sanft gegen den Cylinder drückt, so daß der ruhende Stift, wenn die Kurbel B gedreht wird, eine der Rinne des Cylinders folgende Schraubenlinie beschreiben würde. Spricht man nun in das Mundstück, während der Cylinder gleichmäßig gedreht wird, so vibriert die Metallplatte, und der Stift bringt auf dem Stanniolblatt Eindrücke hervor, welche den gebrochenen Lauten vollkommen entsprechen. Um diese wieder hervorbringen, schlägt man den Zeichengeber zurück, dreht den Cylinder rückwärts und bringt Stift und Mundstück wieder in die anfängliche Lage. Dreht man jetzt die Kurbel wie anfangs, so versetzt der Stift, indem er den Vertiefungen des Stanniolblattes folgt, die Metallplatte in Schwingungen, welche mit denjenigen, die sie vorher beim Aufzeichnen gemacht hatte, übereinstimmen. Der Apparat gibt auf diese Weise die Worte deutlich hörbar, wenn auch unter mangelhafter Einhaltung der Klangfarbe etc., wieder, welche man in ihn hineingesprochen hat. Bei einer verbesserten Konstruktion benutzt Edison statt des Stanniols dünne Wachsblätter, die von dem Apparat abgenommen und als Briefe versandt werden können.

^[Abb.: Fig. 1. Phonograph. Fig. 2. Zeichengebender Apparat des Phonographen.]

Phonographie (griech., Lautschrift), im allgemeinen ein kürzerer Ausdruck für das phonetische Prinzip in der Orthographie (s. d.), wonach die Wörter ohne Rücksicht auf Etymologie einzig nach ihrer gegenwärtigen Aussprache geschrieben werden sollen. In Wirklichkeit hat sich aber die Bezeichnung P. auf zwei spezielle Schriftsystem beschränkt, nämlich die phonetic long-hand und short-hand des Engländers Pitman (s. d.) und die lautlich schreibende deutsche Stenographie von Faulmann (s. d.).

Phonolith (Klingstein, früher Phonolithporphyr, Porphyrschiefer), gemengtes kristallinisches Gestein, hauptsächlich bestehend aus einer dichten, auch wohl feinkörnigen, meist hellgrauen (graugrünlichen) Grundmasse von Sanidin oder Sanidin und Leucit, selten Oligoklas, nebst Nephelin, auch Hornblende, Nosean oder Hauyn und Magnesiaglimmer. Sowohl in der Gesteinsmasse selbst, besonders aber auch auf Klüften und in Hohlräumen, bilden sich, namentlich durch Zersetzung des hinfälligen Nephelins, zeolithische Substanzen (am häufigsten Natrolith, aber auch Analcim, Apophyllit, Chabasit, Desmin) sowie Kalkspat und Hyalit. Sind, was nicht selten der Fall ist, größere Kristalle in der Grundmasse vorhanden (Phonolithporphyr oder porphyrartiger P.), so sind dies meist Sanidine, in den Leucit führenden (Leucitophyr, welcher Name aber auch für gewisse Basalte gebraucht wird) auch Leucit. Nächstdem kommen Hornblendenadeln vor. Die körnigen, porösen und rauhen Abarten heißen trachytähnlicher, dunkler basaltähnlicher P. Auch glasartige Modifikationen der Phonolithsubstanz sind, wenn auch nur in unbedeutender Menge (Salbänder), bekannt. Seiner Neigung zum Spalten in Platten verdankt das Gestein den Namen Porphyrschiefer und den hellen Tönen, welche diese Platten beim Anschlagen von sich geben, die Bezeichnung Klingstein, die man zu P. gräzisiert hat. Die prozentige Zusammensetzung ist im Mittel 59 Proz. Kieselsäure, 19 Thonerde, 4,5 Eisenoxyd mit etwas Mangan, 12 Kali und Natron in sehr wechselnden Verhältnissen, 5-6 Kalk und etwas Bittererde. - Die Entstehung des Phonoliths wird ganz allgemein auf vulkanische Prozesse zurückgeführt, das Vorkommen wasserhaltiger Mineralien (der Zeolithe) auf spätere Zersetzung. Hiermit stimmt auch das geologische Vorkommen, indem die Phonolithe zu den wichtigsten Gesteinen der tertiären Eruptivformationen gehören. Fast immer sind sie mit den Basalten vergesellschaftet, oft von Basalt durchsetzt, doch auch ihn durchsetzend, und bilden hohe Kuppen, besonders in der südlichen Lausitz und dem Elbgebirge, im böhmischen Mittelgebirge (Milleschauer), in Thüringen (Heldburg), in der Rhön, im Hegau (Hohentwiel etc.), im Kaiserstuhl bei Aschaffenburg. Sehr wichtig sind sie ferner in der Auvergne, und endlich kommen sie auch nach der Tertiärzeit in Distrikten erloschener und thätiger Vul-^[folgende Seite]