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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ribeira; Ribeiro; Ribemont; Ribēra; Ribérac; Ribes

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Ribeira - Ribes.

das berühmte, unter den Waldemars oft als Residenz benutzte Schloß Riberhuus gänzlich zerstört wurde. - Die Ribe-Aa entsteht 11 km östlich von der Stadt aus zwei Quellflüssen, erweitert sich in der Nähe von R. zu einer Breite von 440 m und bildet mehrere Inseln, verengert sich dann wieder auf 25 m und mündet in die Nordsee. Die Mündung ist aber versandet und durch den Kanal von 1856 dem Fluß ein etwas nördlicherer Lauf angewiesen worden.

Ribeira (spr. ribē-ĭra), 1) (R. Grande) Stadt auf der Azoreninsel San Miguel, mit Hafen, warmen Bädern und (1878) 9339 Einw. - 2) Stadt auf der Kapverdischen Insel Santiago, wurde 1712 von den Franzosen fast ganz zerstört, blieb aber bis 1770 Hauptstadt des Archipels.

Ribeiro (R.-Ferreira), Thomaz Antonio, portug. Dichter, geb. 1. Juli 1831 zu Parada de Gonta in Beira alta, studierte zu Coimbra die Rechte und wurde Advokat, trat als Deputierter ins Parlament ein und bekleidete nach und nach die verschiedensten administrativen Posten. Später wandte er sich nach Portugiesisch-Indien, kehrte aber nach einigen Jahren nach Portugal zurück, wo er 1878 eine Zeitlang das Amt des Ministers der Kolonialangelegenheiten bekleidete. Er veröffentlichte zwei Sammlungen lyrischer Gedichte: "Sons que passam" (Porto 1854) und "Vesperas" (das. 1858), die patriotische Dichtung "Jaime" (Lissab. 1861, 6. Aufl. 1880) und die poetische Erzählung "A delfina do mal" (das. 1868, neue Aufl. 1881). Unter seinen Prosawerken verdienen die Reiseschilderungen: "Do Tejo ao Mandovi" und "Entre palmeiras" (Lissab. 1864) Hervorhebung.

Ribemont (spr. rihb'móng), ehedem befestigte Stadt im franz. Departement Aisne, Arrondissement St.-Quentin, an der Oise und der Eisenbahn St.-Quentin-Guise, hat Filz- und Korbwarenfabrikation, Weberei und (1881) 3176 Einw.

Ribēra, Flecken in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), Kreis Bivona, mit Wein- u. Olivenbau u. (1881) 8122 Einw., ist Geburtsort des Staatsmanns Crispi.

Ribēra, Jusepe de, von den Italienern lo Spagnoletto ("der kleine Spanier") genannt, span. Maler, geb. 12. Jan. 1588 zu Játiva in der Provinz Valencia (Spanien), bildete sich zunächst bei den Ribaltas in Valencia, ging dann nach Neapel, studierte in Rom die Werke Raffaels und der Carraccis und zu Parma und Modena die Correggios. In Neapel bildete er sich nach Caravaggio. Seine Marter des heil. Bartholomäus erwarb ihm die Stelle eines Hofmalers des Herzogs von Ossuña, Vizekönigs zu Neapel. Er ward 1630 Mitglied der Akademie von San Luca zu Rom, und der Papst verlieh ihm 1644 den Christusorden. R. starb 1656 in Neapel. R. ist neben Caravaggio der bedeutendste Naturalist der neapolitanischen Malerschule; er ist noch energischer als dieser, und sein Helldunkel ist von höchster Kraft. Wegen einer zu dunkeln Schattengebung haben viele seiner Bilder jedoch den ursprünglich großen koloristischen Reiz eingebüßt. Es zog ihn besonders zur Darstellung des Entsetzlichen und Grauenerregenden, am wirksamsten sind seine Marterbilder und ähnliche Stoffe; mit Vorliebe malte er Brustbilder von alten, knochigen Einsiedlern, Heiligen etc., worin er durch anatomische Genauigkeit glänzte. Seine Hauptwerke sind: der heil. Januarius im feurigen Ofen (Dom zu Neapel), die Kreuzabnahme (San Martino daselbst), eine Konzeption (Salamanca, Augustinerkirche), die Marter des heil. Bartholomäus, die Jakobsleiter, Ixion und Prometheus (Museum zu Madrid), die Anbetung der Hirten (Paris, Louvre), Maria Magdalena, die Marter des heil. Laurentius und Diogenes mit der Laterne (Dresden, Galerie), die Reue des Petrus (München, Pinakothek) und der heil. Sebastian (Berlin, Museum). Ausgezeichnet sind auch seine Radierungen. Er hat eine große Zahl von Schülern und Nachahmern herangezogen, deren Werke jedoch meist sehr unerquicklich sind; die berühmtesten derselben sind Salv. Rosa und L. Giordano.

Ribérac, Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Dordogne, an der Dronne und der Eisenbahn Périgueux-R., mit Schloßruinen, reformierte Kirche, vorzüglichem Weinbau, Fabrikation von Branntwein, Hüten etc. und (1886) 2053 Einw.

Ribes L., Gattung aus der Familie der Saxifragaceen, wehrlose oder stachlige Sträucher mit wechselständigen (zerstreuten oder an blühenden Kurztrieben gebüschelten), einfachen, handförmig eingeschnittenen oder gelappten Blättern, in Trauben stehenden Blüten und oblonger oder kugeliger, vom vertrockneten Kelche gekrönter, sehr pulpöser Beere. Etwa 60 Arten in den gemäßigten Klimaten der nördlichen Erdhälfte und den Andes Südamerikas. Die Gattung zerfällt in mehrere Untergattungen: 1) Grossularia Mill. (Stachelbeerstrauch, s. d.); 2) R. Mill. (Johannisbeerstrauch, s. d.); 3) Berisia Spach (Alpenstrauch), mit meist büschelförmig gestellten, kleinen Blättern, oft verkürzten Blütenzweigen, meist einzeln stehenden Blütenähren und diözischen, bisweilen auch polygamischen Blüten. R. alpinum L. (gemeiner Alpenstrauch), in Europa und Sibirien, 1-2 m hoch, mit grauweißlichen, unbewehrten Zweigen, tief drei- bis fünflappigen, eingeschnitten gekerbten, zerstreut behaarten Blättern, oft zweihäusigen, grünlichen Blüten und roten, faden Früchten; wird als Zierstrauch kultiviert und gedeiht vortrefflich unter Druck im Schatten. 4) Botryocarpum Rich. (Ahlbeersträucher), mit meist büschelförmig gestellten Blättern ohne Stacheln, glockenförmigen Blüten und schwarzen Beeren. R. nigrum L. (echter Ahlbeerstrauch, Gichtbeere schwarze Johannisbeere, Wanzenbeere), dem Johannisbeerstrauch ähnlich, 1-2 m hoch, mit gelben Drüsen auf der Unterseite der drei- bis fünflappigen, doppelt gesägten, gerieben ziemlich stark riechenden Blätter, grünlichen, weichhaarigem drüsig punktierten Blüten mit zurückgeschlagenen, rötlichen Abschnitten und aromatisch schmeckenden stark riechenden Beeren, wächst in Nordosteuropa und Nordasien, war im 16. Jahrh. in Deutschland bekannt und wurde, wie noch jetzt, von Landleuten gegen Gicht benutzt. In England kultiviert man mehrere Varietäten als beliebtes Obst und zur Bereitung von allerlei Getränken. 5) Calobotrya Spach (Schöntraube), ohne Stacheln, mit oft büschelförmigen Blättern, meist nicht verlängerten Blütenzweigen und einzelnen, seitenständigen Blütenähren und präsentiertellerförmigem Kelch. R. sanguineum Pursh, 1-3 m hoher Strauch mit drei- bis fünflappigen, kerbig gezahnten, unterseits graufilzigen Blättern, lockern, drüsig behaarten Trauben, purpurroten, riechenden Blüten und blauschwarzen Beeren, in Kalifornien, Mexiko, wird seit 1826 als einer unsrer schönsten Ziersträucher kultiviert. Ebenso schön, aber von kräftigerm Wuchs und weniger empfindlich ist R. Gordonianum Lem., ein Bastard von R. sanguineum und R. aureum. 6) Symphocalyx Berland (Goldtraube), mit meist büschelförmig gestellten Blättern, verkürzten Blütenzweigen mit endständiger Traube und präsentiertellerförmigem Kelch. R. aureum Pursh (echte Goldtraube), mit dreispaltig gelappten, unbehaarten Blättern, aufrechten, abstehenden