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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Robert

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Robert.

fel" von Raupach, besonders aber die Oper von Meyerbeer, Text von Scribe. Auch Viktor v. Strauß dichtete ein Epos "R. der Teufel".

5) Ältester Sohn Wilhelms des Eroberers, geb. 1060, wurde von der englischen Thronfolge ausgeschlossen und 1087 Herzog der Normandie, verpfändete nach langen Fehden mit seinem jüngern Bruder, Heinrich, den Rest seines Herzogtums 1096 an Wilhelm den Roten von England, um am ersten Kreuzzug teilnehmen zu können, zeichnete sich bei Doryläum, vor Antiochia und Jerusalem durch seine Tapferkeit aus, suchte nach seiner Rückkehr 1101 seinem Bruder Heinrich, der König von England geworden, vergeblich die Krone streitig zu machen, ward 28. Sept. 1106 bei Tinchebray besiegt und gefangen und starb 1134 in Cardiff. Auch sein Sohn Wilhelm Clito erhielt die Normandie nicht zurück.

6) R. I., Herzog von Parma, Sohn des Herzogs Karl III. und der Herzogin Luise, Tochter des Herzogs von Berri, geb. 9. Juli 1848, folgte seinem Vater 27. März 1854 in der Regierung unter der Regentschaft seiner Mutter, ward aber durch die Revolution vom 30. April 1859 vertrieben und lebt in Rom oder auf Schloß Wartegg im schweizerischen Kanton St. Gallen. Er vermählte sich 5. April 1869 mit der Tochter König Ferdinands II. von Sizilien, Maria Pia, welche 29. Sept. 1882 starb, und 15. Okt. 1884 mit Maria Antonia, der Tochter des Prinzen Miguel von Portugal.

Könige von Schottland: 7) R. I. Bruce, Sohn des Kronprätendenten R. Bruce (s. Bruce), stürzte 1306 die englische Herrschaft und bestieg den Thron. Er siegte über Eduard II. von England bei Bannockburn (24. Juni 1314) und zwang dessen Nachfolger 1328, sein Thronrecht anzuerkennen. Er zuerst berief Vertreter der Städte ins schottische Parlament. R. starb 1329.

8) R. II., Enkel des vorigen, Sohn von dessen Tochter Majoria und dem Grafen Walter Stuart, geb. 2. März 1316, leitete die Regierung bereits während der Minderjährigkeit und des Exils seines Vorgängers und Oheims David II. und folgte demselben 1371. Mit ihm beginnt die Herrschaft des Hauses Stuart. Er hatte seit 1377 unaufhörliche Kämpfe mit den Engländern zu bestehen; starb 19. April 1390 auf Schloß Dundonald. Seine zahlreichen Bastarde verbreiteten den Namen Stuart in Schottland.

9) R. III., geb. 1340, Sohn des vorigen, folgte demselben 1390. Schwach und verschwenderisch, auch körperlich gebrechlich, überließ er die Regierung seinem jüngern Bruder, Alexander, Herzog von Albany, und den Großen, die ihre Rechte bedeutend erweiterten. Seine Kriege mit England 1399-1402 waren unglücklich. Er starb 4. April 1406. Ihm folgte sein zweiter Sohn, Jakob I., nachdem der ältere, David, wegen einer ungerechten Anklage verhaftet, im Gefängnis Hungers gestorben war.

Robert, 1) Ludwig, Dichter, geb. 16. Dez. 1778 aus einer jüdischen Familie (die damals noch den Namen Levin führte, den sie später mit R.-Tornow vertauschte), Bruder der berühmten Rahel, später verehelichten Varnhagen v. Ense (s. d.), erlernte kurze Zeit die Kaufmannschaft, widmete sich dann in Berlin und in Halle philosophischen Studien, bereiste Deutschland, Holland und Frankreich und lebte hierauf abwechselnd in Berlin, Dresden, Karlsruhe und Stuttgart, wo er 1814 kurze Zeit Attaché der russischen Gesandtschaft war. Im fortschrittlichen Sinn beteiligte er sich lebhaft an den politischen Angelegenheiten; starb 5. Juli 1832 in Baden-Baden. Das bedeutendste unter seinen Werken ist das bürgerliche Trauerspiel "Die Macht der Verhältnisse" (Stuttg. 1819). Von seinen übrigen Arbeiten sind hervorzuheben: "Kämpfe der Zeit", Gedichte (Tübing. 1817); "Die Sylphen", Oper (Berl. 1806); "Die Tochter Jephthas", Trauerspiel (Tübing. 1820); "Cassius und Phantasus", romantische Komödie (Berl. 1825); "Staberl in höhern Sphären", Posse (das. 1826); "Gedichte" (Mannh. 1838, 2 Tle.).

2) (spr. robbär) Léopold, franz. Maler, geb. 13. Mai 1794 zu Les Eplatures bei La Chaux de Fonds in der Schweiz, hatte den Kupferstecher Girardet in Paris und den Maler David zu Lehrern und ging 1818 nach Rom, wo er Studien nach dem dortigen Volksleben machte und zu kleinen Genrebildern verwertete. Besondern Beifall fanden seine Darstellungen aus dem Räuberleben (der schlafende Brigant, Nationalgalerie zu Berlin). 1822 besuchte er Neapel, wo er den Stoff zu seinem ersten Hauptwerk, dem Improvisator (1823), fand. Es folgten die Rückkehr vom Feste der Madonna del Arco (1827, im Louvre zu Paris) und die Ankunft der Schnitter in den Pontinischen Sümpfen (1830, im Louvre, eine veränderte Wiederholung in der Sammlung Raczynski in der Berliner Nationalgalerie). 1831 machte er einen Besuch in Paris und ging 1832 nach Venedig, wo er 1834 die Abfahrt der Fischer des Adriatischen Meers vollendete. Von Schwermut wegen einer unglücklichen Neigung zu der Prinzessin Charlotte Bonaparte ergriffen, gab er sich 20. März 1835 in Venedig den Tod. Seine von den Zeitgenossen mit großem Beifall aufgenommenen Schilderungen des italienischen Volkslebens geben die Wirklichkeit in empfindsamer Idealisierung wieder. Vgl. Zoller, Leopold R. (nach Feuillet de Conches, Hannov. 1863); Clément, L. R. d'après sa correspondance inédite (Par. 1874). - Aurèle R., sein Bruder und Schüler, geb. 18. Dez. 1805, gest. 21. Dez. 1871 bei Biel, war Genre- und Architekturmaler. Eine Taufe in der Markuskirche zu Venedig (1842) besitzt die Nationalgalerie in Berlin.

3) Florentin, Industrieller, geb. 19. April 1795 zu Iséron in der Dauphiné, begann das Studium der Theologie, entsagte demselben aber bald und ging 1817 nach Augsburg, um das Gut Hardt zu administrieren. Nach drei Jahren begründete er in Wien mit seinem Bruder Ludwig ein Großhandlungshaus, welches bald zu großer Bedeutung gelangte. Schon 1805 hatte Ludwig R. zu Himberg bei Wien eine Farbewarenfabrik errichtet, welche für die Entwickelung der österreichischen Farbentechnik epochemachend wurde; viel bedeutender aber gestaltete sich die 1826 gegründete Fabrik chemischer Produkte mit Glashütte zu Oberalm bei Hallein, zu deren spezieller Leitung R. 1832 dorthin übersiedelte. 1845 kaufte Florentin R. das Kohlenwerk zu Rapitz (Kladno) in Böhmen, legte bei den Gruben große Kokereien an und schuf die Prager Eisenindustriegesellschaft, an deren Spitze er die Bauten und Einrichtungen des Etablissements leitete. 1837 gründete R. in Seelowitz bei Brünn eine Rübenzuckerfabrik und verband mit derselben 1840 eine Spiritusbrennerei. Beide Fabriken, namentlich aber die erstere, wurden für die Entwickelung der betreffenden Industriezweige von höchster Bedeutung, indem R. durch eine ganze Reihe wichtiger Verbesserungen fördernd wirkte. Besonderes Verdienst erwarb er sich durch die Ausbildung des Prinzips mehrfacher Benutzung des Dampfes und die hierauf gegründete Konstruktion eines Abdampfapparats, welcher die allgemeinste Verbreitung gefunden hat. Beide Fabriken gestaltete R. zu