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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Rüstringen; Rustschuk; Rüstung

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Rüstringen - Rüstung.

Taktik" (Zürich 1858, 2. Aufl. 1868); "Militärische Biographien: David, Xenophon, Montluc" (das. 1858); "Militärisches Handwörterbuch" (das. 1859; Nachtrag 1868); "Geschichte des ungarischen Insurrektionskriegs 1848-49" (das. 1860-61, 2 Bde.); "Der italienische Krieg von 1848-49" (das. 1862); "Annalen des Königreichs Italien 1861-63" (das. 1864, 4 Tle.); "Der italienische Krieg von 1859" (das. 1859, 3. Aufl. 1860); "Der italienische Krieg von 1860" (das. 1861); "Erinnerungen aus dem italienischen Feldzug 1860" (Leipz. 1861, 2 Bde.); "Die Lehre vom neuern Festungskrieg" (das. 1860, 2 Bde.); "Die Lehre vom Gefecht" (Zürich 1864); "Die Lehre vom kleinen Krieg" (das. 1864); "Der deutsch-dänische Krieg 1864" (das. 1864); "Die ersten Feldzüge Bonapartes in Italien und Deutschland 1796 und 1797" (das. 1867); "Geschichte Julius Cäsars von Kaiser Napoleon III., kommentiert" (Stuttg. 1866-67); "Der Krieg von 1866 in Deutschland und Italien" (2. Aufl., Zür. 1867); "Die Grenzen der Staaten, militärisch-politische Untersuchung" (das. 1868); "Der Krieg um die Rheingrenze 1870" (das. 1870-71); "Strategie und Taktik der neuesten Zeit" (das. 1872-75, 3 Bde.); "Kriegspolitik und Kriegsgebrauch" (das. 1876); "Der Krieg in der Türkei 1875 und 1876" (das. 1877); "Der orientalische Krieg in seiner neuesten Phase" (das. 1877); "Der Cäsarismus" (das. 1878). Die Werke der letzten Jahre, die den Ereignissen unmittelbar folgten, sind nicht frei von Irrtümern und von Gehässigkeiten namentlich gegen Deutschland, sonst zeigt R. überall eine seltene Schärfe des Urteils und die Gabe klarer Darstellung.

2) Alexander, Bruder des vorigen, geb. 13. Okt. 1824, war 1866 Abteilungskommandeur im 3. preuß. Feldartillerieregiment, kämpfte bei Gitschin und Königgrätz, starb schwerverwundet 24. Juli 1866 in Horzitz. Er schrieb: "Der Küstenkrieg" (Berl. 1849).

3) Cäsar, jüngster Bruder der vorigen, geb. 18. Juni 1826, Infanterieoffizier, Gewehrtechniker, längere Zeit Lehrer an der Divisions-, später Kriegsschule zu Erfurt, 1862 im Generalstab, fiel als Major im 15. Infanterieregiment 4. Juli 1866 bei Dermbach. Er schrieb: "Leitfaden durch die Waffenlehre" (2. Aufl., Erfurt 1855), "Das Minié-Gewehr" (Berl. 1855); "Die neuern gezogenen Infanteriegewehre" (2. Aufl., Darmst. 1862) und "Die Kriegshandfeuerwaffen" (Berl. 1857-64, 2 Bde.).

Rüstringen, alte Landschaft im Großherzogtum Oldenburg, westlich vom Jadebusen, zum Teil durch große Überschwemmung 1511 verschlungen, kam 1575 nach dem Aussterben der Häuptlinge von R. und Jever (s. d.) an Oldenburg.

Rustschuk (bulgar. Russe), Kreishauptstadt in Bulgarien, an der Mündung des Lom in die Donau, Giurgewo gegenüber, zum Teil auf dem Lößplateau in schöner Umgebung hoch gelegen, an der Eisenbahn R.-Warna, hat 29 Moscheen, 2 bulgarische, eine griechische, eine kath. Kirche, 4 bulgarische, eine katholische, eine jüdische und eine Missionsschule, 2 Buchhandlungen und eine bulgarische Zeitung. Unter den Industriezweigen sind Tischlerei, Gold- und Silberschmuckfabrikation, Schuhmacherei und Schneiderei von Belang; berühmt sind die dortigen schwarzen Thongefäße. R. betreibt lebhaften Handel, der in den letzten Jahren dadurch sehr emporblühte, daß Galatz als Freihafen aufgehoben wurde, und zählt (1887) 27,198 Einw. R. ist Sitz eines deutschen Berufskonsuls. Die Befestigungen sind jetzt dem Verfall überlassen. R. ist als Übergangspunkt über die Donau von strategischer Wichtigkeit und war schon in den Römerzeiten, wo es Prista hieß, befestigt. In den russisch-türkischen Kriegen von 1773 bis 1790 fielen hier mehrere Gefechte vor, ebenso 1809-10, in welch letzterm Jahre R. durch Kapitulation 27. Sept. in die Hände der Russen fiel. Am 26. Juli 1811 mußten letztere die Stadt räumen, wobei sie die Werke derselben schleiften. Am 25. Mai 1812 wurden daselbst die Präliminarien des Friedens von Bukarest abgeschlossen. Die zwischen R. und Giurgewo in der Donau liegenden Inseln Radowan, Tscharoi und Mokan waren, von den Russen mit Batterien und Schanzen versehen, im russisch-türkischen Krieg von 1853 und 1854 mehreremal Kriegsschauplatz. 1877 war R. ein Hauptstützpunkt der türkischen Armee im östlichen Bulgarien und wurde im Februar 1878 nach vorausgegangener Beschießung von derselben geräumt. Hier 3. März 1887 Militäraufstand, der von den Regierungstruppen niedergeschlagen wurde.

Rüstung (hierzu Tafel "Rüstungen und Waffen"), eine Bekleidung zum Schutz gegen Verwundungen und hierin gleichbedeutend mit Panzer. Schon die Krieger der ältesten Kulturvölker schützten einzelne Körperteile, namentlich den Kopf und die Brust, durch Helm und Küraß. Assyrische und chaldäische Soldaten trugen (710 v. Chr.) einen hemdartigen Panzer, dessen Metallschuppen auf Büffelhaut genäht waren, bei den Leichtbewaffneten bis zur Hüfte, bei den Schwerbewaffneten, auch Hals und Oberarm bedeckend, bis zu den Füßen reichend. Beinschienen bedeckten die Vorderseite des Beins bis zum Knie. Die Reiter trugen ein Maschenpanzerhemd mit Hinterschiene und kurzer Rüsthose, wie die deutschen Ritter des Mittelalters. In Ägypten kommen neben Brustschienen Panzerhemden aus Bronzeschuppen von 20 bis 25 cm Größe schon um 1000 v. Chr. vor. Ebenso waren solche Schuppenpanzer bei den Parthern, Persern und Sarmaten gebräuchlich. Die Griechen trugen um diese Zeit schon bronzene Brust- und Rückenpanzer, je aus Einem Stück geschmiedet oder aus dachziegelförmigen Schiebeplatten bestehend, und Beinschienen (Knemiden) an beiden Beinen, gleich den Etruskern. Bei den Römern trugen die Veliten (leichtbewaffnete Infanterie) gleich den Samnitern und den wie sie gerüsteten Gladiatoren am linken, die Schwerbewaffneten (hastati) am rechten, dem beim Kampf vorgesetzten Bein die Beinschienen (ocreae). Der Schuppenpanzer (lorica, s. d. Art. mit Abbild.) bestand aus Schuppen von Metall, Knochen oder Horn, nach Form der Fisch- (rund) oder Schlangenschuppen (rautenförmig) oder der Vogelfedern, die auf Leder oder Leinwand mit Lederriemen oder Draht befestigt waren, und bedeckte außer Brust und Rücken auch Bauch, Hüften und die Schultern. Die Kataphrakten, schwerbewaffnete Reiter, waren ganz, bis zu den Füßen und Händen, auch ihr Pferd ganz mit einem Schuppenpanzer bekleidet. Ein aus biegsamen breiten Stahlbändern zusammengesetzter, Taille und Schultern bedeckender Panzer, den Körperbewegungen sich anschmiegend, wurde zur Kaiserzeit von den Legionssoldaten, Reitern wie Fußvolk, getragen. Daneben gab es für die Heerführer, Konsuln, Imperatoren etc., Prunkrüstungen, welche, aus Eisenblech gehämmert und zusammengeschmiedet, dem Körper angepaßt und mit Reliefs, Vergoldung und sonstigen Zieraten versehen waren (s. Tafel, Fig. 7). Zur Zeit der Republik trugen die Hastati Kettenpanzer, auf Leder genähte Ketten, die aus kleinen Metallringen zusammengesetzt waren. Die deutschen und fränkischen Ritter trugen im 8. Jahrh. eine aus gepolsterter Leinwand oder Leder gefertigte, mit aufgenähten eisernen Ringen,