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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sabalkanski; Sabanilla; Sabará; Sabazios; Sabbat; Sabbatäer; Sabbatai Z'wi; Sabbatarier; Sabbatianer; Sabbation

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Sabalkanski - Sabbation.

großen, handförmigen, graublauen Blättern, kleinen, schmutzig weisen oder grünlichen, zwitterigen, in verzweigten Kolben vereinigten Blüten und runden, dunkelgrünen Beeren. Die wenigen Arten bewohnen Amerika von 18-34° nördl. Br., und S. (Chamaerops) Palmetto Lodd., ein Baum von mittlerer Größe in Carolina und Florida, erreicht hier die nördliche Grenze der Palmenregion. Er liefert fast unzerstörbares Schiffbauholz, und seine Blätter werden zu leichten, dauerhaften Hüten (Sombreros) verarbeitet. S. mexicana Mart. wird behufs gleicher Verwendung der Blätter in Mexiko kultiviert. Von der fast stammlosen S. Adansoni Guernsent. ^[richtig: Guersent], in Carolina, Georgia und Florida, wird das Mark des Stammes gegessen. In Europa werden einige Arten kultiviert, deren näheres Vaterland nicht sicher bekannt ist; einzelne sind sehr dankbare Zimmerpflanzen.

Sabalkanski, s. Diebitsch-Sabalkanski.

Sabanilla (Savanilla, spr. -illja), Stadt im Departement Bolivar der südamerikan. Republik Kolumbien, an der gleichnamigen Bai des Karibischen Meers westlich vom Magdalenenstrom gelegen, mit einer geräumigen, aber etwas seichten Reede, einem Zollamt und (1870) 400 Einw. S. ist der bedeutendste Ausfuhrhafen des Magdalenendelta, welcher auch von den Hamburger und Bremer Dampfschiffen regelmäßig besucht wird. Die Ausfuhr besteht aus Tabak, Kaffee, Baumwolle, Droguen, Farbhölzern, Elfenbeinnüssen etc. Eine 28 km lange Eisenbahn verbindet S. mit Barranquilla am Magdalenenstrom.

Sabará, Stadt in der brasil. Provinz Minas Geraës, am Rio das Velhas, 80 km nordwestlich von Ouro Preto, in der Nähe der Goldgruben von Morro velho, hat Handstuhlweberei, Gerberei und Sattlerei und 5000 Einw. Nordwestlich davon die fischreiche Lagôa Santa, wo Lund viele Fossilien fand.

Sabazios (auch Sabadios), eine fremde, wahrscheinlich asiatische, von Griechen und Römern angenommene und mit Dionysos in Verbindung gebrachte Gottheit. Er galt als Sohn des Zeus und der Persephone und wurde von den Titanen zerstückt. Man sah in ihm den Repräsentanten des blühenden Lebens der Natur, das dem Tod verfällt und immer wieder erwacht. Als Sinnbild dieser jährlichen Erneuerung der Natur war die Schlange das ihm eigentümliche Symbol. Sein Kultus war orgiastisch, wie der der Kybele, und mit geschlechtlichen Ausschweifungen verbunden. Die höher Gebildeten zur Zeit des Demosthenes hielten sich von ihm fern. Vgl. Lenormant, Sabazius (Par. 1875).

Sabbat (hebr. Schabbath, "Ruhetag"), der siebente Wochentag, welcher bei den Israeliten als "ewiges Bundeszeichen" (2. Mos. 31, 13-17) zur Erinnerung an die "Schöpfung der Welt durch Gott" (2. Mos. 20, 11) und an die Erlösung aus Ägypten (5. Mos. 5, 15) durch Unterlassung der Arbeit und zur Wiederherstellung der leiblichen und geistigen Kräfte vom Freitag- bis zum Sonnabend-Abend gefeiert wird. Am S. zu arbeiten, ist allen, Herren und Sklaven, selbst dem Vieh, untersagt. Die schon im Pentateuch vereinzelt genannten Arbeiten (mit Ausnahme der für den Gottesdienst gestatteten Verrichtungen) registriert und vermehrt der Talmud auf 39 "Hauptarbeiten", zu denen noch viele Nebenarbeiten kommen. Fasten am S. ist verboten, nur dann gestattet, wenn der Versöhnungstag (s. d.), welcher auch "S. der Sabbate" heißt, auf einen Sonnabend fällt. Auf Sabbatverletzung, die, bei Lebens- und Kriegsgefahr begangen, nicht geahndet wurde, stand Steinigung. Im Tempel zu Jerusalem wurden am S. die Opfer vermehrt, die Schaubrote erneuert, Gebetandacht und heilige Verkündigung abgehalten. Zur Zeit des zweiten Tempels war die Feier eine noch ausgedehntere; gleich erhebend war und ist noch heute neben der gottesdienstlichen Feier die Feier in der Familie, in welcher man den Eintritt des Sabbats mit einem Segensspruch über Wein (Kiddusch) eröffnet und ihn mit Segenssprüchen über Wein, Licht, Gewürz, in einer Nardenbüchse aufbewahrt, beschließt (Habdala). Ob der S. eine vormosaische Institution, bleibt zweifelhaft; der Dekalog bringt erst das Gebot, ihn zu feiern. In den ersten Propheten nicht erwähnt, wird er später allgemein und streng gefeiert und bei den schlimmsten Verfolgungen seinetwegen (unter den Syrern, Hadrian) nicht preisgegeben. Der S. bahnte sich in den letzten Jahrhunderten vor Christo auch den Weg in heidnische Kreise (s. Sabbatum). Ausgezeichnete Sabbate sind: der S. Haggadol (der große S.), der letzte vor dem Passahfest, an welchem sich zu Jerusalem und später auch an den andern jüdischen Akademien eine große Versammlung (Kallah) einfand, um die Vorträge der Lehrer, meist über das bevorstehende Fest, anzuhören, und der auch in der christlichen Kirche als Karsamstag die Namen Sabbatum magnum, S. sanctum erhielt; der S. Schuba, der in die 10 Tage vom Neujahr bis zum Versöhnungstag fällt; der S. Rosch chodesch, der auf das Fest des Neumondes, der S. Chanuka, der auf das Fest der Tempelweihe, der S. Chol ha-moëd, der auf die Halbfeiertage des Passah- und Laubhüttenfestes fallende S., u. a.

Sabbatäer, s. Sabbatai Z'wi.

Sabbatai Z'wi, jüd. Schwärmer aus Smyrna, geb. 1626, stand, nachdem bereits im 16. Jahrh. die Lehren des großen Kabbalisten Isaak Lurja und seiner Schule in Italien, Polen und darüber hinaus Verehrer gefunden hatten, als jüdischer Messias zuerst im Kreis von Freunden auf (1648) und brachte so in das Leben der orientalischen Juden, bei denen das Studium der Kabbala (s. d.) kein andres geistiges Schaffen aufkommen ließ, eine weitgehende Bewegung, die zuerst den Sabbatäismus (die Anhänger desselben, die noch hin und wieder im Anfang unsers Jahrhunderts in Böhmen und Polen gefunden wurden, heißen Sabbatäer, auch Sabbatianer), dann im 18. Jahrh. den Chasidismus (s. Chasidäer) erzeugte. Sabbatai Z'wis Leben ist ein sehr bewegtes. Die türkische Regierung machte seinem Treiben als jüdischer Messias ein Ende. S. trat darauf zum Mohammedanismus über, erhielt den Namen Mehemed Efendi und ward zum Kapidschi-Baschi (etwa s. v. w. Kammerherr) ernannt. Als er später seine Messiasrolle wieder aufnahm, ward er nach Albanien verbannt, wo er 1676 starb. Näheres über ihn findet man in den Geschichtswerken von Jost und Grätz. L. Storch hat die Geschichte Sabbatai Z'wis in dem Roman "Der Jakobsstern" bearbeitet.

Sabbatarier, kirchliche Sekte, im 16. Jahrh. in Böhmen entstanden, die neben der Feier des Sonntags auch noch die des Sonnabends (Sabbats) verlangte. Zu Anfang des 17. Jahrh. fand diese Sekte auch in Siebenbürgen Anhänger (s. David 2, S. 582) und erhielt sich daselbst, obgleich verfolgt, bis auf die neueste Zeit. Der letzte Rest der Sekte, etwa 30 Familien, ist 1868 vollständig zum Judentum übergetreten. Denselben Namen führen auch die Anhänger der Johanna Southcott (s. d.).

Sabbatianer, s. Sabbatai Z'wi.

Sabbation (Sambation, Sabbatfluß), ein mythischer Fluß, der nach der jüdischen Sage die Sab-^[folgende Seite]