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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Sage-femme; Sagebaum; Sägefisch; Sägehai; Sägemaschine

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Sagebaum - Sägemaschine.

Sägeblatt angebracht sind, welche die Größe und Form der Zahnlücken haben, wodurch sich die letztern stets ohne Zuthun des Sägeschärfers in vollkommen richtiger Weise erneuern, sobald beim Schärfen die Feile das Loch erreicht. Zugleich dienen diese in 3-6 Reihen parallel den Zähnen ausgestoßenen Löcher zu einer Kühlung der Sägen. Vgl. Exner, Die Handsägen und Sägemaschinen (Weim. 1878-1880, 2 Bde.); Walleneg, Laubsägerei (2. Aufl., das. 1885); H. Fischer, Die Holzsäge (Berl. 1879).

Sagebaum, s. v. w. Sadebaum, s. Wacholder.

Sage-femme (franz., spr. ssahsch-famm, "weise Frau"), Hebamme.

Sägefisch (Sägehai, Pristis Lath.), Fischgattung aus der Ordnung der Quermäuler (Plagiostomi), der Unterordnung der Rochen und der Familie der Sägefische (Pristidae), Fische mit verlängertem, vorn abgeplattetem Leib, in ein langes, plattes, an beiden Seiten mit Zähnen besetztes Blatt ausgezogener Schnauze, aus Pflasterzähnen bestehendem Gebiß, am Vorderrand freien Brustflossen und ohne Afterflosse. P. antiquorum Lath., 4-5 m lang, braungrau, unterseits lichter, gleichsam ein Roche in Haigestalt, findet sich in fast allen Meeren beider Halbkugeln, besonders häufig im Mittelmeer, lebt wahrscheinlich von kleinen Fischen, Krebsen, Weichtieren, doch wird behauptet, daß er den Walfischen mit seiner Säge den Bauch aufreiße. Das Weibchen bringt ausgetragene Junge zur Welt. Das Fleisch ist hart und unschmackhaft und wird nur im Notfall gegessen, die Haut wird wie die der Haie verwendet.

Sägehai, s. v. w. Sägefisch.

Sägemaschine (hierzu Tafel "Sägemaschinen"), Werkzeugmaschine, bei welcher gewöhnliche Sägeblätter, Bandsägen oder Kreissägen mit Elementarkraft, besonders Wasser- und Dampfkraft, mitunter auch Wind, zur Wirkung gebracht werden. Die gewöhnlichen Sägeblätter befinden sich hier stets in einem hin- und hergehenden Rahmen, der den Namen Gatter führt, wenn er geschlossen ist. Der offene Rahmen charakterisiert die Dekoupier- oder Ausschneidesäge. Bei den Gattersägen bildet das Gatter einen viereckigen geschlossenen Rahmen, dessen Längsseiten (Gatterschenkel) Führungen erhalten, und dessen Querseiten (Gatterriegel) die Sägen zwischen sich spannen. Je nach der Zahl der Sägen im Gatter unterscheidet man: Endgatter, mit einer Säge zum Säumen und Abschwarten (Seiten-, Saumgatter); Doppelgatter, mit zwei Sägen, auch Saumgatter genannt, wenn es zum Säumen dient; Bundgatter oder Vollgatter, mit mehr (3-12) Sägen. Gewöhnlich schneiden die Gatter vertikal (Vertikalgatter), mitunter horizontal (Horizontalgatter) und zwar fast nur in einer Bewegungsrichtung, von einer drehenden Gatterwelle aus vermittelst Kurbeln und Lenkstangen angetrieben. Das Arbeitsstück (Block) liegt entweder auf einem Wagen (Blockwagen), der auf den Straßbäumen vorgeschoben wird, oder zweckmäßiger auf Karren, die sich auf Schienen bewegen, oder auch auf drehenden Walzen. Der Vorschub erfolgt durch ein Schiebrad mit Schiebklaue oder durch einen Friktionsschuh, stoßweise und zwar gewöhnlich, während die Säge beim Niedergang schneidet. Fig. 1 der Tafel zeigt ein Vollgatter mit oben liegender Gatterwelle A, welche zur Aufnahme des Antriebriemens und zur Regulierung zwei Räder B B trägt. An diesen sitzen zugleich die Zapfen für die hölzernen Schubstangen C C, welche das Gatter am untern Riegel fassen und 150-200mal in der Minute bewegen. Der Block W wird durch die Klauen h auf Querstücken G des Wagens E E befestigt und durch das Gewicht H vermittelst Zahnstange und Rolle D angedrückt. Zum Vorschub befindet sich auf der Welle A ein Exzenter, welches durch Zugstange l das Schaltrad F und damit ein Zahnrad in Bewegung setzt, welches in eine am Wagen sitzende Zahnstange eingreift und auf diese Weise den Block ruckweise vorschiebt. Fig. 2 u. 3 der Tafel zeigen ein vertikales Bundgattersägewerk. G ist das Gatter mit den Sägen S S, die hier (Fig. 3) in zwei Gruppen zum Zersägen von zwei Balken auf einmal angebracht sind. Das Gatter wird an den Prismen b mittels der prismatischen Augen c senkrecht geführt und von der Gatterwelle C C aus, welche mit einer festen Riemenscheibe D zum Antrieb mittels eines Riemens, mit einer losen E zur Außerbetriebsetzung und einem Schwungrad F versehen ist, mit der Kurbel K und der Bleuelstange P bewegt, während die Holzklötze X X, auf einem auf Rollenständern J J beweglichen Wagen M mittels einer Vorrichtung L befestigt, gegen die Sägen geschoben werden. Dazu sitzt auf der Gatterwelle eine exzentrische Scheibe g, die mit einer Exzenterstange g in ihre Bewegung, in eine oszillatorische verwandelt, auf den Hebel N N überträgt, so daß die an demselben sitzenden Sperrklinken h die Zähne eines Sperrrades m beim Aufgang nacheinander in die Höhe schieben und somit das Rad, dessen Rückdrehung während des Hebelniederganges durch eine feste Sperrklinke o verhindert wird, in der Pfeilrichtung umdrehen. Auf der Welle des Rades m ist nun ein kleines Triebrad p im Eingriff mit der Zahnstange q des Wagens, wodurch dieser in der Richtung des horizontalen Pfeils ruckweise bei jedem Niedergang des Gatters fortgeschoben wird. Nach beendigtem Schnitt werden die Sperrklinken h und o ausgehoben und an einer Kurbel T das Triebrad p in umgekehrter Richtung gedreht und hierdurch der Rücklauf des Wagens bewirkt. A A sind starke hölzerne Schwellen, worauf das eiserne Maschinengestell B B (die Gattersäulen) mit Schrauben a a befestigt ist. H sind die den Fußboden tragenden Balken des Gebäudes. Gattersägen werden auch zum Schneiden von Steinen benutzt und haben dann häufig statt eigentlicher Sägen nur Blechstreifen, die mit Hilfe eines Schleifmaterials (Sand, Schmirgel) arbeiten. Ein Horizontalgatter zum Furnierschneiden ist in Fig. 4 der Tafel dargestellt. Die Säge c p sitzt in dem offenen Rahmen a b und wird durch die Zugstange odo mit Schrauben wie bei einer Örtersäge gespannt. Dieses Gatter läuft in Nuten der Führungen ee und erhält seine Bewegung durch die Schubstange g. Der Holzblock k wird an den Rahmen p angeleimt, dieser mittels Schrauben an den Rahmen q befestigt, der an dem Ständer t mittels Zahnstange r und Zahnrad u aufwärts geschoben wird. Nach Abschneiden eines Blattes kehrt der Block wieder in die untere Lage zurück. Um dann auch die Säge c in die neue Stellung vorzuschieben, liegt die Gatterführung auf dem Wagen f mit den Rädern h auf dem Gestell l, das durch den Druckhebel im vermittelst der Exzenter n festgestellt und nach Lösung der letztern nach jedem Schnitt um die Furnierdicke vorgerückt wird.

Kreissägen werden vielfach zu Tischlerarbeiten (Quer- und Längsschneiden) und zur Herstellung schwacher Bauhölzer, namentlich Latten, verwendet. Die aus einer Stahlplatte hergestellte Säge von 0,3 bis 1, ja bisweilen selbst bis 2 m Durchmesser wird auf ihrer Welle meist durch eine Schraubenmutter, welche sie gegen einen Bund drückt, also nur durch Reibung, festgehalten. Um von der brauchbaren Fläche