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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Säkularspiele; Säkulum; Sakuntala; Sakuska; Sal; Sala; Sala Consilina; Salaamkrampf; Salach

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Säkularspiele - Sala Consilina.

sitzungen verwandelt wurden. Die zweite war das Ergebnis des Lüneviller Friedens vom 9. Febr. 1801 und des hierauf folgenden Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. Febr. 1803. Sie betraf die Bistümer Brixen, Trient, Salzburg, Eichstätt, Würzburg, Bamberg, Freising, Augsburg, Passau, Hildesheim, Paderborn, Osnabrück, Lübeck, Fulda, Korvei, Konstanz, Speier, Basel, Straßburg, Mainz, Worms, Trier und Köln. In Frankreich hatte 1789 die Nationalversammlung sämtliche Kirchengüter für Nationaleigentum erklärt. Das neueste Beispiel der S. bietet die Annexion des Kirchenstaats 1870 dar, nachdem schon zuvor, 1860, ein Teil des letztern und die meisten Klöster nebst deren Gütern in den damals von Italien annektierten Landesteilen säkularisiert worden waren. Auch bedeutet S. in der katholischen Kirche Versetzung einer Person aus dem geistlichen Stand in den weltlichen, sofern dies nicht zur Strafe (Degradation) geschieht. Vgl. Kleinschmidt, Die S. von 1803 (Berl. 1878).

Säkularspiele (Ludi saeculares), Festspiele der Römer ungewissen Ursprungs, angeblich von einem Valerier oder auf Veranlassung der Sibyllinischen Bücher eingesetzt (für das Gedeihen des römischen Staats). Die Anordnung derselben gehörte zu den Funktionen der Quindecimviri. Sie fanden alle 100 oder 110 Jahre, später auch in kürzern Zwischenräumen statt. Die Feier währte drei Tage und drei Nächte hindurch und war mit mancherlei Ausschweifungen verbunden. Die Festlichkeiten begannen mit einer feierlichen Prozession, worauf Spiele im Zirkus, zur Kaiserzeit auch Gladiatorenkämpfe und Tiergefechte folgten. Das "Carmen saeculare" des Horaz ist zur Verherrlichung der von Augustus (17 v. Chr.) gefeierten S. gedichtet. Nach Erhebung des Christentums zur Staatsreligion hörten sie auf.

Säkulum (lat.), Jahrhundert; im kanonischen Rechte das bürgerliche Leben und die bürgerliche Gesellschaft im Gegensatz zur Kirche und der Geistlichkeit; daher der Ausdruck Säkularisation (s. d.).

Sakuntala, Drama von Kalidasa (s. d.).

Sakuska, in Rußland übliche Vormahlzeit zur Anregung des Appetits vor Beginn eines Diners, besteht aus Wurst, Kaviar, Hering, Lachs und Likören.

Sal (lat.), Salz; S. acetosellae, Sauerkleesalz, oxalsaures Kali; S. Alembrothi, S. sapientiae, Ammoniumquecksilberchlorid; S. alkali volatile, Ammoniak; S. alkali volatile siccum, kohlensaures Ammoniak; S. amarum, S. anglicum, Bittersalz, schwefelsaure Magnesia; S. ammoniacum, Salmiak, Chlorammonium; S. auri Figuieri, Natriumgoldchlorid; S. cornu cervi volatile, kohlensaures Ammoniak, Hirschhornsalz; S. digestivum, Chlorkalium; S. essentiale tartari, kohlensaures Kali; S. marinum, Seesalz; S. microcosmicum, phosphorsaures Natronammoniak; S. mirabile Glauberi, Glaubersalz, schwefelsaures Natron; S. nitri, S. petrae, Salpeter; S. polychrestum Glaseri, schwefelsaures Kali; S. polychrestum Seignetti, weinsaures Kalinatron; S. prunellae, geschmolzener und in Tropfen erstarrter Salpeter; S. sedativum Hombergi, Borsäure; S. sodae, kohlensaures Natron; S. succini volatile, Bernsteinsäure; S. tartari, S. tartari essentiale, kohlensaures Kali; S. volatile cornu cervi, kohlensaures Ammoniak, Hirschhornsalz.

Sal, eine der Kapverdischen Inseln (s. d.).

Sala (Salunga, mittellat., v. althochd. saljan, feierlich übergeben), im altgermanischen Recht Bezeichnung für die Auflassung (s. d.) oder Besitzübertragung; daher Salbücher, Flurbücher zur Beurkundung der Veränderungen in den Besitztiteln der Grundstücke eines Flurbezirks; Salgüter (Salhöfe, salisches Land, Salland), Grundbesitzungen, an welchen den Inhabern nicht nur Nutzungsrechte, sondern wirkliches Eigentum zustand; Salmannen (Treuhänder), diejenigen, in deren Hände eine Besitzübertragung zu gunsten eines andern erfolgte, daher s. v. w. Testamentsvollstrecker. Vgl. Landau, Das Salgut (Kassel 1862).

Sala, Bergstadt im schwed. Län Westmanland, am Zusammenfluß zweier Gewässer, welche dann die Saga bilden, und an der Schwedischen Nordbahn (mit Abzweigung nach Tillberga), mit (1885) 5138 Einw., hat ihren Ursprung den 3 km davon entfernt liegenden Silbergruben im Salberg zu verdanken, die seit dem 16. Jahrh. im Betrieb sind. Die Gruben enthalten eine Menge von Schächten, von denen jedoch nur einige bearbeitet werden. Die größte Tiefe ist 270 m (230 m unter dem Meeresspiegel). Die Ausbeute soll anfangs jährlich 40,000 Mk. betragen haben, jedoch sank dieselbe bald sehr bedeutend und betrug 1885 nur 1243 kg.

Sala, George August Henry, engl. Schriftsteller, geb. 1828 zu London, schrieb zunächst für Zeitschriften. In Dickens' "Household Words" trat er zuerst auf mit den Londoner Skizzen: "Gas-light and day-light" und "Twice round the clock" (1858). Dann folgten: "A journey due North" (1858-59), wozu ihm ein Aufenthalt in Rußland den Stoff geliefert; "The Paddington peerage" (1860); "Looking at life" (1860); "Make your game, a narrative of the Rhine" (1860); "Dutch pictures" (1861); "The ship chandler" (1862); "Breakfast in bed" (1863) u. a. Er begründete darauf das "Temple Bar Magazine", in dem seine Erzählungen: "The seven sons of Mammon" (1862) und "The strange adventures of Captain Dangerous" (1863) erschienen. Seinen Reisen nach Amerika 1863 als Korrespondent des "Daily Telegraph" und nach Algerien verdankt man: "My diary in America in the midst of war" (1864) und "A trip to Barbary by a roundabout route" (1865). Auch die Skizzen "After breakfast, or pictures done with a quill" (1864) und der Roman "Quite alone" (1865) entstanden in jener Zeit. Es folgte nun eine Reihe kunstgeschichtlicher, historischer und biographischer Schriften, z. B. "William Hogarth" (1866); "Essay on Charles Lamb" (1868) und "Charles Dickens" (1870); "Rome and Venice" (1869). Im J. 1870 war S. Kriegskorrespondent des "Daily Telegraph" in Frankreich. Noch erschienen: "Papers humorous and pathetic" (1872); "Under the sun", Essays (1872); "The story of the comte de Chambord" (1873); "Two kings and a kaiser" (1876); "Paris herself again 1878-79" (1879, 9. Aufl. 1887); "America revisited" (1882); "Living London" (1883); "Echoes of the year" (1884); "Journey due South" (1885). Auch schreibt er den humoristischen Wochenüberblick in den "Illustrated News".

Salaamkrampf, s. v. w. Nickkrampf.

Salach, Dorf im württemberg. Donaukreis, Oberamt Göppingen, an der Fils, hat eine kath. Pfarrkirche, eine Papierfabrik, Kammgarnspinnerei, mechanische Baumwollweberei, Färberei, eine Dampfziegelei und (1885) 923 Einw. In der Nähe das Gut Staufeneck mit schöner Schloßruine.

Sala Consilina, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Salerno, terrassenförmig am Gebirge liegend, hat Ruinen eines von Robert Guiscard erbauten Kastells, ein Gymnasium und Lyceum, eine technische Schule und (1881) 5949 Einw.