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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saleyer - Salicylsäure.

Kantons Genf, fällt im NW. fast senkrecht ab, verflacht sich südöstlich zur Ebene und hat drei Gipfel: im SW. Piton (1384 m), im NO. Grand S. (1383 m) und Petit S. (898 m), welche wegen ihrer herrlichen Aussicht vielfach besucht werden.

Saleyer (Salaija), ostind. Inselgruppe südlich von Celebes, von dem sie durch die gleichnamige Straße getrennt wird, 771 qkm (14 QM.) groß, gut bewaldet, produziert namentlich Baumwolle. Die Bevölkerung wird auf 30,000 Seelen malaiischen Stammes geschätzt und steht unter eingebornen Häuptlingen, welche den Niederländern tributpflichtig sind. Die gleichnamige Hauptinsel ist ziemlich gebirgig, hat 440 qkm (20,7 QM.) mit 20,000 Einw., lebhaften Handel und ein niederländisches Fort (Defensie).

Salfi, Francesco, ital. Schriftsteller, geb. 24. Jan. 1759 zu Cosenza in Kalabrien, bekleidete zur Zeit der französischen Herrschaft in Italien verschiedene Ämter in Mailand und Neapel, erhielt 1800 die Professur der Philosophie und Geschichte bei der Brera, 1807 die der Diplomatie und 1811 die des Staatsrechts, begab sich 1814 nach Paris und starb 5. Sept. 1832 in Passy bei Paris. Sein Hauptwerk ist der "Saggio storico-critico sulla commedia italiana" (Par. 1829; deutsch von Reumont, Aach. 1830); auch setzte er Ginguenés "Histoire littéraire de l'Italie" (Bd. 11-14, 1834-35) fort. Vgl. Renzi, Vie politique et littéraire de Fr. S. (Par. 1834).

Salfisch, s. v. w. Seeforelle, s. Forelle.

Salford (spr. ssálford), Schwesterstadt von Manchester (s. d.), in Lancashire (England), auf drei Seiten vom Irwell umflossen, hat eine vom ältern Pugin in gotischem Stil erbaute römisch-kath. Kathedrale, einen großen Park (Peel Park) mit Museum, ein von Howard (s. d. 2) gegründetes Zellengefängnis (New Bailey), zahlreiche Fabriken und (1881) 176,235 Einw. S. bildet mit Manchester Eine Stadt, hat aber seinen eignen Stadtrat.

Salgir (Ssalgir), größter Fluß der russ. Halbinsel Krim, hat seine Quellen auf dem Tschatyr Dagh, durchfließt das Jailagebirge nach NO. und ergießt sich in das Faule Meer (s. d.).

Salgit (türk.), Bodensteuer in Zentralasien, welche nach dem Tanab (Feldmaß) angesetzt wird.

Salgó-Tarján, Dorf im ungar. Komitat Neográd, an der Ungarischen Staatsbahn (Budapest-Fülek), mit (1881) 6316 Einw. und bedeutenden Kohlenwerken (1772 Arbeiter). Daselbst werden die besten Braunkohlen Ungarns gewonnen. 1884 betrug die Produktion 5 Mill. metr. Ztr.

Salgüter, Salhöfe, s. Sala.

Salian (Ssaljany), Hauptort des Deltas der Kura im russ. Gouvernement Baku in Kaukasien, unweit des Beginns der Spaltung des Flusses, mit (1870) 9038 Einw., ist wichtig durch seine sehr ergiebigen Fischereien (Wert 2 Mill. Rubel) und den reichen Ertrag seiner Güter.

Salicin C13H18O7 ^[C_{13}H_{18}O_{7}] findet sich in der Rinde vieler Weiden- und Pappelarten, in geringer Menge auch in deren Blättern und weiblichen Blüten und wird aus einer konzentrierten Weidenrindenabkochung erhalten, wenn man diese mit Bleiglätte digeriert, filtriert, vom überschüssigen Blei befreit, verdampft und kristallisieren läßt. S. bildet farb- und geruchlose Kristalle, schmeckt sehr bitter, löst sich in Wasser und Alkohol, nicht in Äther, schmilzt bei 198°, ist nicht flüchtig, reagiert neutral, gibt beim Schmelzen mit Kalihydrat Oxalsäure und Salicylsäure, mit Emulsin und Speichel Saligenin C7H8O2 ^[C_{7}H_{8}O_{2}] und Zucker. S. ist als Surrogat des Chinins bei intermittierendem Fieber als magenstärkendes Mittel und gegen chronische Katarrhe benutzt worden.

Salicineen (Weidengewächse), dikotyle Pflanzenfamilie, in den meisten natürlichen Systemen zu den Amentaceen, von einigen Botanikern zur Ordnung der Guttiferen gerechnet, besteht aus Bäumen und Sträuchern mit wechselständigen, einfachen Blättern mit Nebenblättern und mit zweihäusigen, in Kätzchen stehenden Blüten. Die Kätzchen befinden sich endständig auf Seitenzweiglein, welche entweder nur den Blütenstand oder auch noch Laubblätter tragen. Die Deckblätter der Kätzchen sind schuppenförmig, häutig, stehen bleibend und haben in ihrer Achsel je eine Blüte, welche bei den männlichen Kätzchen nur aus zwei, drei oder mehr Staubgefäßen besteht. Das Perigon fehlt oder wird vertreten durch eine hinter den Staubgefäßen befindliche Honigdrüse oder durch zwei solche vorn und hinten stehende Drüsen oder durch eine ring- oder beckenförmige Erweiterung des Blütenbodens. Die Blüten der weiblichen Kätzchen haben ebenfalls kein Perigon oder an dessen Stelle eine ähnliche Bildung wie die männlichen; das nackte Ovar wird von zwei Fruchtblättern zusammengesetzt, welche mit ihren Rändern verwachsen, ist einfächerig, endigt in zwei kurze, mehr oder weniger verwachsene Griffel mit zwei- oder dreilappigen Narben und enthält an zwei kurzen, in der Nähe des Grundes befindlichen, wandständigen Placenten zahlreiche aufsteigende, anatrope Samenknospen. Die Frucht ist eine zweiklappige Kapsel, deren Klappen sich rückwärts schlagen und auf ihrer Mitte am Grunde die zahlreichen sehr kleinen, am Nabel mit langem Haarschopf versehenen Samen tragen. Letztere sind ohne Endosperm, der Keimling ist gerade, die Kotyledonen sind flach-konvex, elliptisch, das Würzelchen ist sehr kurz, nach unten gekehrt. Zu den S. gehören nur die Gattungen Weide (Salix) und Pappel (Populus), welche über 200 Arten umfassen. Vgl. Andersen, Salicineae, in De Candolles "Prodromus". Bd. 16; Wimmer, Salices europeae (Bresl. 1866). Die meisten sind in der gemäßigten und kalten Zone der nördlichen Halbkugel einheimisch und gehen in einigen kleinen, dicht am Boden kriechenden Arten bis in den höchsten Norden und bis an die Schneegrenze der Alpen; die Mehrzahl gehört den niedern Gegenden an, wo sie hauptsächlich in der Nähe der Gewässer, zum Teil auch als Kulturpflanzen vorkommen. Von beiden Gattungen sind auch zahlreiche fossile Überreste aus Kreide- und Tertiärschichten in Blätterabdrücken vorhanden. Anwendung macht man von Weidenzweigen zu Flechtarbeiten; das weiche Holz hat wenig Wert.

Salicor, s. Soda.

Salicornia L. (Glasschmalz, Meer-, Salzkraut), Gattung der Karyophyllaceen, saftige, kurzgegliederte, blattlose Pflanzen mit gegenständigen Ästen. S. herbacea L., einjährig, mit krautigem, sehr ästigem Stengel u. nach der Spitze hin verschmälerten Ähren, wächst an Meeresküsten (auch an der Nord- und Ostsee), an Salzquellen sehr häufig und gesellig und wird in der Jugend als antiskorbutischer Salat benutzt, außerdem nebst andern Arten südlicher Länder kultiviert, um aus der Asche Soda zu gewinnen.

Salicylsäure (Oxybenzoesäure, Spirsäure) C7H6O3 ^[C_{7}H_{6}O_{3}] findet sich in den Blüten von Spiraea ulmaria und als Salicylsäuremethyläther im ätherischen Wintergrünöl von Gaultheria procumbens. Sie entsteht durch Oxydation von salicyliger Säure, welche sich in dem ätherischen Öl der Blüten krautartiger Spiräen findet, beim Schmelzen von Salicin,