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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Salm; Salmagundi; Salman und Morolf; Salmanassar; Salmannen

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Salm - Salman und Morolf.

gaben, hervorzuheben die von Gerlach (Basel 1823-1831, 3 Bde.; 1852, 2 Bde.), Kritz (Leipz. 1828, 1853, 3 Bde.), Jacobs (9. Aufl., Berl. 1886) und Dietsch (das. 1859, 2 Bde.); deutsche Übersetzungen lieferten unter andern Cleß (3. Aufl., das. 1882) und Holzer (Stuttg. 1868, 2 Bde.). Vgl. das große Werk von Debrosses (s. d.) über S.; Nisard, L'historien Salluste (Par. 1879).

Salm, s. v. w. Lachs.

Salm, linker Nebenfluß der Mosel im preuß. Regierungsbezirk Trier, entspringt bei Salm in der Eifel und mündet bei Klüsserath; 40 km lang.

Salm (Vieil-S.), Marktflecken in der belg. Provinz Luxemburg, Arrondissement Bastogne, an der Salm, durch Zweigbahn mit der Linie Lüttich-Verviers verbunden, hat große Schieferbrüche und (1887) 3270 Einw. Aus S. stammt das gleichnamige Grafen- und Fürstengeschlecht. In der Nähe liegen die Ruinen des Schlosses S.

Salm, bei botan. Namen für J. M. F. A., Fürst von S.-Reifferscheidt-Dyck, geb. 1774, gest. 1861 in Nizza. Sukkulenten.

Salm, uraltes deutsches Grafen- und Fürstenhaus, seit 1040 in zwei Linien geteilt: Ober-S., aus dem Haus der Wild- und Rheingrafen im Wasgau, und Nieder-S., aus dem Haus der Dynasten von Reifferscheidt in den Ardennen, beide vor der französischen Revolution reichsunmittelbar. Ober-S. wurde für seine verlornen oberrheinischen Besitzungen 1803 mit Teilen des ehemaligen Bistums Münster entschädigt, die es unter preußischer Oberhoheit besitzt. Es spaltete sich wieder in drei Linien: 1) S.-Salm, seit 1739 reichsfürstlich, gegenwärtig repräsentiert durch Fürst Leopold, geb. 18. Juli 1838. Dieser Linie gehörte an Prinz Felix, geb. 25. Dez. 1828, Sohn des 1846 verstorbenen Fürsten Florentin; derselbe stand erst in preußischen, dann in österreichischen Militärdiensten, ging darauf nach Amerika, wo er als Oberst, dann als General für die Union focht, und trat 1866 als General, Flügeladjutant und Chef des Hauses in die Dienste des Kaisers Maximilian von Mexiko, welchen er 1867 nach Queretaro begleitete und bis zu seinem Tod nicht verließ. Er trat dann wieder in den preußischen Militärdienst und fiel 18. Aug. 1870 als Major im Königin Augusta-Regiment bei St.-Privat. Er schrieb: "Queretaro, Blätter aus meinem Tagebuch" (Stuttg. 1868, 2 Bde.). Er war seit 30. Aug. 1862 vermählt mit Agnes Le Clerq, der Tochter eines amerikanischen Obersten, geb. 25. Dez. 1840, welche den Prinzen auf allen seinen Feldzügen und Reisen begleitete, in Mexiko eine wichtige Rolle spielte und sehr interessante Memoiren ("Zehn Jahre aus meinem Leben, 1862-72", Stuttg. 1875, 3 Bde.) veröffentlichte. Sie vermählte sich 1876 in Stuttgart mit Charles Heneage und starb 1878. Eine Nebenlinie ist die der Grafen von S.-Hoogstraten. -

2) S.-Kyrburg, seit 1742 reichsfürstlich, deren gegenwärtiger Chef Fürst Ludwig von S.-Kyrburg, geb. 3. Aug. 1845, ist. -

3) S.-Horstmar, seit 1817 fürstlich, wird durch den Fürsten Otto, geb. 8. Febr. 1833, vertreten. -

Das Haus Nieder-S. blüht seit 1639 in zwei Linien, die auch den Titel Altgraf führen. Die ältere Linie, S.-Reifferscheidt, teilt sich wieder in: 1) S.-Reifferscheidt-Krautheim (früher Bedbur), in Baden und Württemberg begütert und jetzt durch den Standesherrn und Altgrafen Leopold von S.-Reifferscheidt-Krautheim, geb. 14. März 1833, repräsentiert. -

2) S.-Reifferscheidt-Hainspach, allein noch gräflich, hat den Reichs- und Altgrafen Joseph, geb. 31. Mai 1819, Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats, zum Chef. -

3) S.-Reifferscheidt-Raitz (vormals Nieder- oder Alt-S., in den Ardennen), seit dem Grafen Niklas (s. unten) in Böhmen und Mähren begütert, seit 1790 reichsfürstlich, ist repräsentiert durch den Fürsten und Altgrafen Hugo Karl, geb. 15. Sept. 1803, ebenfalls Mitglied des österreichischen Reichsrats; dieser Linie gehört der Kardinal und Fürstbischof von Gurk, Altgraf Franz Xaver von S. (geb. 1749, gest. 1822), an, der 1799 die erste Besteigung des Großglockner ausführte. -

4) S.-Reifferscheidt-Dyck, wurde 1816 in den preußischen Fürstenstand erhoben und erhielt 1827 eine Virilstimme in dem ersten Stande der rheinischen Provinzialstände. Ihr einziger noch übriger Sproß, der Fürst und Altgraf Alfred, geb. 31. Mai 1811, preußischer Oberstmarschall, starb 2. Aug. 1888. Vgl. Fahne, Geschichte der Grafen, jetzigen Fürsten von S.-Reifferscheidt (Köln 1867, Bd. 1).

Niklas, Graf von S.-Reifferscheidt, kaiserl. Feldhauptmann, geb. 1459 zu Obersalm in den Ardennen, focht schon 1476 in kaiserlichen Kriegsdiensten bei Murten gegen Karl den Kühnen, 1488 unter Maximilian I. in den Niederlanden und unter Frundsberg seit 1509 in Italien. In der Schlacht bei Pavia (24. Febr. 1525) geriet er in ein persönliches Gefecht mit König Franz I., wobei beide Wunden erhielten. In den hierauf folgenden Kämpfen um die ungarische Krone erwarb er sich die Würde des obersten Feldhauptmanns. 1529 mit der Verteidigung Wiens gegen Soliman II. betraut, entwickelte er ebensoviel Einsicht wie Thätigkeit und Tapferkeit; doch ward ihm bei dem letzten Hauptsturm 14. Okt. der Schenkel durch einen Stein zerschmettert. Er sah sich dadurch genötigt, den Oberbefehl an Roggendorf abzutreten, und starb 4. Mai 1530 auf seinem Gut Salmhof bei Marcheck. Das ihm von Karl V. und Ferdinand I. errichtete Denkmal befindet sich jetzt auf der Salmschen Herrschaft Raitz bei Brünn.

Salmagundi (franz. Salmigondis, spr. -gongdi), Salat von möglichst buntem Aussehen und aus den verschiedensten Ingredienzien: Endivien, Sardellen, Geflügel, Ei, Petersilie, Brunnenkresse, Pökelzunge, roten Rüben etc., bereitet; allgemeiner s. v. w. Gemengsel, Mischmasch.

Salmanassar, Name mehrerer Könige von Assyrien: S. I. regierte um 1300 v. Chr. und erbaute die Stadt Kalach. -

S. II., Sohn Assurnasirpals, regierte 860-825, kämpfte in zahlreichen Feldzügen siegreich gegen die Könige Syriens, namentlich gegen die von Damaskus, unterwarf Babylon und Armenien und drang zuerst in Medien und Persien ein. Ein Obelisk und zwei geflügelte Stiere in den Trümmern von Nimrud verherrlichen in ihren Inschriften Salmanassars Thaten; auch sind noch ansehnliche Überreste von einem durch S. erbauten Turm daselbst erhalten. -

S. III. regierte 781-771, kämpfte ohne große Erfolge in Armenien und Syrien. -

S. IV. regierte 727-722, folgte Tiglath Pilesar II. auf dem Thron, belagerte fünf Jahre lang vergeblich Tyros, hatte dann einen Aufstand des Königs Hosea von Israel zu bekämpfen, welchen er gefangen nahm, und schloß Samaria ein, während dessen Belagerung er starb.

Salmannen, s. Sala.

Salman und Morolf, Spielmannsgedicht aus dem 14. (nach einigen aus dem 12.) Jahrh., behandelt eine ursprünglich nichtdeutsche Sage, die auf der talmudischen Sage von dem Verhältnis Salomos zu dem Dämonenkönig Asmodai beruht. Sprache und Darstellung sind roh. Das Spruchgedicht "Salomon