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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Salvio - Salz.

der als Keimpflänzchen einen dünnen Stiel oder Fuß, ein erstes schildförmiges Blatt (Schildchen), zwei darüberstehende breite Luftblätter und endlich einen normalen Blattquirl mit zwei Luftblättern und einem fadenförmigen, ungeteilten Wasserblatt angelegt zeigt. Von den sieben Arten ist S. natans L. auch in Deutschland einheimisch. Vgl. Pringsheim, Zur Morphologie von S., in den "Jahrbüchern für wissenschaftliche Botanik", Bd. 3 (1865).

^[Abb.: Salvinia natans. A Ganze Pflanze. B Stück des Stengels, oben mit zwei Luftblättern, unten mit dem wurzelähnlichen Wasserblatt und einigen Sporenfrüchten. C Zwei Sporenfrüchte längs durchschnitten, die obern mit Makrosporangien, die untern mit Mikrosporangien.]

Salvio, Alessandro, berühmter Schachmeister, Doktor der Rechte in Neapel, gab 1604 und 1634 Schachwerke heraus, deren Inhalt sich indessen wesentlich auf die ungedruckten Arbeiten Polerios stützt. Salvios Erzählungen über die Schicksale der ältern italienischen Meister Leonardo da Cutri und Paolo Boi sind vielfach romanhaft. Nach S. heißt eine Variante des Königsspringer-Gambits noch heute S.-Gambit.

Salvis omissis (lat.), unter Vorbehalt von Auslassungen.

Salvius, römisch-plebej. Geschlecht, dem der Kaiser Otho, ferner der durch die "Libri XC digestorum" bekannte Jurist S. Julianus und dessen Urenkel, der Kaiser Didius Julianus, angehörten.

Salvo errore et omissione (lat., abgekürzt S. E. e. O., "Unter Vorbehalt von Irrtümern und Auslassungen"), häufige Schlußbemerkung unter Kontokorrenten. Salvo errore calculi, unter Vorbehalt von Rechenfehlern.

Salvo honore (lat.), der Ehre, der gebührenden Achtung unbeschadet.

Salvo jure (lat.), jemandes Rechten unbeschadet.

Salvo meliori (sc. judicio, lat.), mit Vorbehalt eines bessern Urteils (eines andern), Redensart, um anzudeuten, daß man Belehrung gern annehme.

Salvo titulo (lat., meist abgekürzt S. T.), mit Wahrung des Titels, wenn man den Titel dessen, an den man schreibt, nicht anwendet.

Salvus conductus (lat.), s. Geleit.

Salwati (Salawatty), die zweitgrößte der Papuainseln, zwischen der Nordwestspitze von Neuguinea und Dschilolo gelegen, 60 km lang, bis 45 km breit, mißt mit der Insel Umberto 1960 qkm (35,6 QM.). Längs der Nordküste zieht eine Kette von Kalkbergen, die im Wagomberg 785 m Höhe erreichen; der übrige Teil der Insel ist eine von Urwäldern bedeckte Tiefebene, die von mehreren Flüssen durchschnitten wird (der bedeutendste der Waihang). Die Insel wurde 1764 von Watson entdeckt.

Salwen (Salwin), Fluß in Hinterindien, entspringt als Lukiang in der chinesischen Provinz Jünnan, durchfließt Birma und mündet nach 1200 km langem Lauf bei Maulmain in den Golf von Martaban. Obwohl wasserreich, hat der S. viele Stromschnellen und wird daher nur zum Holzflößen benutzt.

Salyer (Salluvier), der mächtigste unter den ligurischen Volksstämmen, wohnte, mit keltischen Elementen vermischt, westlich von den Alpen, zwischen dem Rhodanus und den Seealpen. Die Römer führten mit ihnen einen langen und blutigen Krieg, bis endlich 123 v. Chr. dem G. Sextius ihre Unterwerfung gelang, worauf in dem eroberten Lande die Kolonie Aquä Sextiä (Aix) gegründet ward.

Salz (Kochsalz, Chlornatrium) NaCl, chemische Verbindung, welche in 100 Teilen 39,34 Teile Natrium und 60,66 Teile Chlor enthält, entsteht, wenn Natrium in Chlor verbrennt, oder wenn kohlensaures Natron (Soda) mit Salzsäure (Chlorwasserstoff) zersetzt wird. Das S. kristallisiert in wasserfreien Würfeln, die gern etwas Mutterlauge einschließen und daher beim Erhitzen zerspringen (verknistern, dekrepitieren). Aus Lösungen, welche Phosphorsäuresalze enthalten, kristallisiert S. in wasserfreien Oktaedern u. bei einer Temperatur unter -10° aus reinen Lösungen in großen sechsseitigen Tafeln, die beim Erwärmen in Wasser und Würfel zerfallen. Reines S. wird an der Luft nicht feucht, es schmilzt bei starker Rotglut und verdampft bei höherer Temperatur, namentlich in einem Luftstrom; beim Erstarren kristallisiert es in Würfeln. Sein spezifisches Gewicht ist 2,15. Es ist bei Siedehitze nur wenig löslicher als bei gewöhnlicher Temperatur, und zwar lösen 100 Teile Wasser:

Teile Salz

bei -15° C. 32,73

" -10 " 33,49

" -5 " 34,22

" 0 " 35,52

" +5 " 35,63

bei +9° C. 35,74

" +14 " 35,87

" +25 " 36,13

" +40 " 36,64

" +60 " 37,25

bei +70° C. 37,88

" +80 " 38,22

" +90 " 38,87

" +100 " 39,61

" +109,7 " 40,35

100 Teile gesättigte Kochsalzlösung enthalten:

Teile Salz

bei -14° C. 26,3

" -7,3 " 26,4

" -1,1 " 26,5

" +4,7 " 26,6

" +10,1 " 26,7

" +15,3 " 26,8

" +20,3 " 26,9

" +25,0 " 27,0

" +29,6 " 27,1

" +34,0 " 27,2

" +38,3 " 27,3

bei +42,4° C. 27,4

" +46,4 " 27,5

" +50,3 " 27,6

" +54,1 " 27,7

" +57,8 " 27,8

" +61,4 " 27,9

" +64,9 " 28,0

" +68,3 " 28,1

" +71,7 " 28,2

" +75,1 " 28,3

" +78,4 " 28,4

bei +81,7 °C. 28,5

" +84,9 " 28,6

" +88,0 " 28,7

" +91,0 " 28,8

" +93,9 " 28,9

" +96,7 " 29,0

" +99,5 " 29,1

" +102,3 " 29,2

" +105,1 " 29,3

" +107,9 " 29,4

Gesättigte Kochsalzlösung siedet unter einfachem Atmosphärendruck bei 109,4° C. und enthält dabei 29,4-29,5 Proz. S. Ungesättigte Kochsalzlösungen lassen sich nicht nur durch Verdampfen, sondern auch durch Gefrieren konzentrieren, indem sich bei niedriger Temperatur das Wasser in Form von Eis abscheidet. Die Eisbildung erfolgt stets erst bei den Temperaturen unter dem Gefrierpunkt des Wassers und zwar bei um so niedrigern Temperaturen, je konzentrierter die Salzlösung ist. Dabei enthält das Eis stets etwas S. Auch die Dampfbildung wird durch