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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Salzkörner - Salzsee, der Große.

Gebirge und der Gruppe des Hohen Priel, dem Höllengebirge mit den isolierten Erhebungen des Schafbergs und des Traunsteins am Traunsee, dem Hochsengsengebirge und den Gruppen des Hohen Pyrgas und des Buchsteins im N. und O. zusammensetzen. Die bedeutendsten Seen sind: der Gmundener oder Traunsee, der Hallstätter See, der Kammer- oder Attersee, der St. Wolfgang- oder Abersee, der Mond- und der Zeller See (ungerechnet die vielen kleinern, z. B. die Gosauseen), ferner im steirischen Teil der Grundel-, Altausseer See und andre kleinere Seen. Der größte von allen ist der Attersee (47 qkm), der höchst gelegene der größern der Grundelsee (696 m ü. M.), der tiefste der Traunsee (191 m). Der Hauptfluß ist die Traun, welche aus den Seen des Ausseer Gebiets kommt, weiter unten den Hallstätter mit dem Gmundener See verbindet und bei Roitham einen imposanten Wasserfall bildet. Im Mittelpunkt des Salzkammerguts liegt der berühmte Badeort Ischl. Von großer Wichtigkeit ist das S. durch seinen Salzreichtum. Die Salzwerke (zu Hallstatt, Ischl, Ebensee) liefern etwa 650,000 metr. Ztr. Salz. Die großartigsten Sudwerke befinden sich zu Ebensee, wohin die von den Pfannen in Hallstatt und Ischl nicht versottene Sole unterirdisch geleitet wird. Aussee liefert aus dem Sandling 170,000 metr. Ztr. Kochsalz. Die 1877 eröffnete Salzkammergutbahn durchzieht das S. von Steinach in Steiermark über Aussee, Ischl, Ebensee bis Attnang. Vgl. Schaubach, Die Deutschen Alpen, Bd. 3 (2. Aufl., Jena 1865); "Führer durch das S." (hrsg. von der Sektion Austria des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins, Wien 1880); Meyers Reisebücher: "Deutsche Alpen", Bd. 3.

Salzkörner, s. Diamant, S. 931.

Salzkotten, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Minden, Kreis Büren, an der Heder und der Linie Soest-Nordhausen der Preußischen Staatsbahn, 100 m ü. M., hat ein Franziskanerinnenkloster, ein Amtsgericht, eine Saline, ein Solbad, Zigarrenfabrikation, Getreide- und Dampfsägemühlen und (1885) 2163 meist kath. Einwohner. S. war seit 1273 Residenz des Bischofs von Paderborn.

Salzkraut, Pflanzengattung, s. v. w. Glaux und Salsola.

Salzkrebschen, s. Kiemenfuß.

Salzkupfererz, s. Atacamit.

Salzlecke (Sulze, Beize), Vorrichtung, die dazu dient, dem Vieh oder dem Wilde das ihnen nötige Salz zu geben. Schafen streut man das Salz in der Regel in Steintröge oder flache Holztröge. Dem größern, in Stallungen gehaltenen Vieh gibt man meistens das Salz in Form der Salzlecksteine, wie solche von den Salinen (ohne Steuer) bezogen werden, so wie auch das sogen. Viehsalz, d. h. Salz, welches durch irgend eine Vermischung (Ocker, Wermut u. dgl.) für den Gebrauch des Menschen unbrauchbar gemacht wurde. Die Lecksteine formt man in Kugeln aus geringern Sorten Steinsalz mit Lehm, wie man auch dem Wilde das Salz in der Art auf die Lecken bringt, daß man es, mit Lehm vermengt, in hölzerne, aus Stämmen mit der Rinde gefertigte Rahmen von etwa 1 m Seitenlänge stampft und diese auf den Boden stellt. Damit das Wild die S. besser annimmt, errichtet man auf derselben einen stärker mit Salz vermischten Kegel. Hängt man die Lecksteine am Stand auf, so kann das Vieh nach Belieben Salz zu sich nehmen; doch zieht alles Salz aus der Luft Feuchtigkeit an, und es ist daher entschieden vorteilhafter, reines Salz in geeigneten Gaben zu verwenden.

Salzmann, Christian Gotthilf, philanthropisch-pädagog. Schriftsteller, geb. 1. Juni 1744 zu Sömmerda in Thüringen, studierte zu Jena Theologie und ward 1768 Pfarrer zu Rohrborn im Erfurtischen, 1772 Diakonus und bald darauf Pastor an der Andreaskirche zu Erfurt. Angeregt durch die Schriften Rousseaus und Basedows und durch aufmerksame Beobachtung seiner eignen Kinder belehrt, trat er als pädagogischer Schriftsteller auf und folgte 1781 einem Ruf als Religionslehrer und Liturg an das Philanthropin nach Dessau, wo er seinen trefflichen pädagogischen Roman "Karl von Karlsberg, oder über das menschliche Elend" (Leipz. 1780-86, 6 Bde.) vollendete. 1784 gründete er auf dem von ihm erkauften Landgut Schnepfenthal (s. d.) im Gothaischen eine Erziehungsanstalt, die bald zu großer Blüte gelangte und noch heute besteht. Er starb 31. Okt. 1811. Sammlungen seiner durch Klarheit der Gedanken und Einfachheit ausgezeichneten Erziehungs- und Jugendschriften erschienen Stuttgart 1845-46, 12 Bde., und (hrsg. von Bosse und Mayer) Wien 1885 ff.; einzelnes in der "Pädagogischen Bibliothek" (Leipz. 1871 ff.). Vgl. Ausfeld, Erinnerungen aus Salzmanns Leben (Schnepfenthal 1813; neue Ausg., Leipz. 1884); Kreyenberg, G. S. u. der Philanthropinismus (Frankf. 1884).

Salzmonopol, s. Salzsteuer.

Salzmünde, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Mansfelder Seekreis, am Einfluß der Salza in die Saale und an der Linie S.-Teutschenthal der Preußischen Staatsbahn, hat eine Zuckerfabrik, Spiritusbrennerei, Ziegelei mit Thonschlämmerei, eine große Handelsmühle und (1885) 800 Einw.

Salzpfannen, seeartige Gebilde in Südafrika, sowohl im südlichen Teil der Kalahariwüste als namentlich an ihrem Nordrand anzutreffen, wo sie vom Ngamisee im W., nach O. an Größe zunehmend, durch Wälder und Lichtungen getrennt, ein großes Areal bedecken. Sie stehen mit dem Tiogefluß in Verbindung und sind mehrere Monate im Jahr an der Oberfläche mit einer von Salzniederschlägen herrührenden, weißlichgrauen Decke, wie bei den Schotts (s. d.), überzogen. Die größte dieser S. heißt Tschuanza oder Makarikari.

Salzpflanzen (Halophyten), Gewächse, welche nur auf kochsalzhaltigem Boden wachsen, am Meeresufer und im Binnenland an Salinen und überhaupt auf salzhaltigem Boden vorkommen, wie Salicornia herbacea, Plantago maritima, Suaeda maritima, Aster Tripolium, Cakile maritima, Glaux maritima u. a. Manche dieser Pflanzen liefern beim Einäschern Soda und werden zur Gewinnung derselben hier und da noch kultiviert, wie Halogeton sativum Mocq. in Valencia und Murcia.

Salzquellen, s. Salz, S. 237.

Salzregal, s. Salzsteuer.

Salzrispengras (Salzschwaden), s. Glyceria.

Salzsäure, s. Chlorwasserstoff.

Salzsaurer Kalk, fälschlich für Calciumchlorid (s. d.).

Salzschlirf, Dorf und Badeort im preuß. Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fulda, an der Altfell (Schlitz) und an der Linie Fulda-Gießen der Oberhessischen Eisenbahn, 252 m ü. M., hat eine kath. Kirche, kohlensäurehaltige Solquellen, von denen namentlich der Bonifaciusbrunnen sich durch seinen hohen Gehalt von Chlorlithium auszeichnet, gegen Gicht, Blasen- und Nierenleiden, Grieß- und Steinbildung etc. angewandt und auch verschickt wird, und (1885) 1005 Einw.

Salzschwaden, s. Glyceria.

Salzsee, der Große (Great Salt Lake), See im nordwestlichen Teil des nordamerikan. Territoriums