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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Scharwache - Schattenspiel.

Scharwache, patrouillierende Nachtwache.

Scharwénka, Xaver, Klavierspieler und Komponist, geb. 6. Jan. 1850 zu Samter bei Posen, erhielt seinen ersten Musikunterricht am Gymnasium zu Posen, wohin seine Familie 1859 übergesiedelt war, seine höhere Ausbildung aber von 1865 an, nachdem seine Eltern in Berlin ihren Wohnsitz genommen, an der dortigen Kullakschen Akademie durch Kullak (Klavier) und Wüerst (Komposition). Nach absolvierten Studien wirkte er einige Jahre als Lehrer an der genannten Akademie, bethätigte sich aber seit 1873 ausschließlich als Virtuose und Komponist und errang sich in beiden Eigenschaften, namentlich nachdem er 1877 bei der Tonkünstlerversammlung in Hannover mit seinem Klavierkonzert in B moll (Op. 32) allgemeinen Beifall gefunden, bald eine hochgeachtete Stellung. Seitdem ist S. fast in allen größern Städten aufgetreten, 1879 auch in London, wo er während der Saison 22mal öffentlich spielte. Nicht minder günstige Aufnahme fanden seine Kammerkompositionen (darunter zwei Trios, ein Klavierquartett, eine Violin- und eine Violoncellsonate), seine Klaviersachen (darunter die weitverbreiteten polnischen Tänze), Suiten, Etüden, Lieder etc. 1881 begründete er in Berlin eine Musikschule, die bald zu bemerkenswerter Blüte gelangte. - Sein älterer Bruder, Philipp S., geb. 16. Febr. 1847, ebenfalls Komponist, war 1870-81 Lehrer an Kullaks Akademie und trat dann in die Musikschule seines Bruders ein. Unter seinen Werken befinden sich Symphonien, Ouvertüren, Kompositionen für Klavier, Violine, Violoncello u. a.

Scharwerk (v. altd. scara, schare, Abteilung, also "zugeteiltes, auferlegtes Werk"), ehedem Bezeichnung für Leistungen, welche als Fronen (s. d.) auferlegt waren; bei Maurern und Zimmerleuten s. v. w. kleine Nebenarbeit, außer der festgesetzten Arbeitszeit verrichtete Arbeit. Daher scharwerken.

Schaschka, der Kosakensäbel ohne Korb, mit hölzerner Scheide an Schleppriemen, die konvexe Seite nach oben, getragen.

Schäßburg (ungar. Segesvár), Stadt, Sitz des ungar. Komitats Groß-Kokelburg und Station der ungarischen Staatsbahn (Klausenburg-Kronstadt), eine der interessantesten Städte Siebenbürgens, liegt malerisch inmitten von Obstgärten am Großen Kokel und besteht aus der Unterstadt, von wo man durch den Stadtteil am Bergabhang und über eine Treppe in die am Berg befindliche Oberstadt (Burg) gelangt. S. hat 3 gotische Kirchen, ein schönes neues Komitatshaus und (1881) 8788 sächsische, rumänische und ungar. Einwohner, welche Baumwoll- und Leinweberei, Feld-, Obst- und Weinbau betreiben. Die auch historisch merkwürdige Stadt hat ein evang. Obergymnasium, eine evang. Lehrerpräparandie, ein Bezirksgericht und 2 Sparkassen.

Schassen (franz.), fortjagen; beim Fechten, über die Mensur zurücktreiben.

Schassieren (franz.), beim Tanz mit kurzen Schritten gleitend sich in gerader Linie fortbewegen.

Schatt el Arab, der 150 km lange vereinigte Euphrat und Tigris (s. Euphrat) von Korna bis zum Meer, fließt bei Basra vorbei und mündet in den Persischen Meerbusen.

Schatten, der dunkle Raum hinter einem von einer Lichtquelle beleuchteten undurchsichtigen Körper, in welchen dieser die geradlinig sich fortpflanzenden Lichtstrahlen zu dringen verhindert. Ist die Lichtquelle ein Punkt (Fig. 1 J), so bildet der S. einen nach hinten sich erweiternden Kegel, welcher von den Strahlen begrenzt wird, die vom leuchtenden Punkt aus an der Oberfläche des schattenwerfenden Körpers, diesen berührend, hinstreifen; die Linie der Berührungspunkte trennt die vordere beleuchtete von der hintern dunkeln Seite des Körpers. Ist die Lichtquelle räumlich ausgedehnt (Fig. 2 A), so entspricht jedem ihrer unzählig vielen Lichtpunkte ein solcher Schattenkegel; derjenige Raum hinter dem undurchsichtigen Körper, welcher allen diesen Kegeln gemeinschaftlich ist, empfängt von der Lichtquelle gar keine Strahlen und wird Kernschatten genannt (B S); derselbe ist umschlossen von einem nach hinten sich erweiternden kegelförmigen Raum, der immer noch von einem Teil der Lichtpunkte Strahlen empfängt und somit teilweise erleuchtet ist; er heißt der Halbschatten. Auf einer bei m n in den Schattenraum senkrecht zur Achse des Kegels gehaltenen Ebene entsteht das in der Figur seitwärts dargestellte Schattenbild, der Schlagschatten; ein völlig dunkler Fleck, dem Kernschatten entsprechend, ist umgeben von einem weniger dunkeln Hof, dessen Dunkelheit nach außen hin stetig abnimmt und am Rand allmählich in die volle Beleuchtung übergeht. Der Schlagschatten ist um so schärfer, je näher dem schattenwerfenden Körper derselbe aufgefangen wird, weil die Breite des verwaschenen Halbschattens um so geringer wird, je mehr man sich dem beschattenden Körper nähert. Ist die Lichtquelle A größer als das Lichthemmnis B, so bildet der Kernschatten einen nach hinten sich verengernden, in einer Spitze S endigenden Kegel, wie das z. B. bei der Beleuchtung der Planeten durch die Sonne der Fall ist; wenn Lichtquelle und beleuchteter Körper gleiche Größe haben, so ist der Kernschatten cylindrisch; erstellt dagegen einen nach hinten sich erweiternden endlosen Kegel dar, wenn der schattenwerfende Körper die Lichtquelle an Ausdehnung übertrifft.

^[Abb.: Fig. 1. Schatten.]

^[Abb.: Fig. 2. Kern- und Halbschatten.]

Schatten (Schemen), nach der Vorstellung der Griechen und Römer die aus dem Leben geschiedenen Seelen, deren Aufenthalt im Jenseits Schattenreich genannt wird. Auch die alten Ägypter glaubten an S. als die leichte Hülle der Seelen, die sichtbar, doch unberührbar über die Erde gleiten, um die Gaben der Verwandten zu empfangen und dann wieder in das Grab zum Körper zurückzukehren.

Schattenbild, s. Silhouette.

Schattenlose (Ascii), s. Amphiscii.

Schattenpalme, s. Corypha.

Schattenriß, s. Silhouette.

Schattenspiel, eine Belustigung, die entweder aus bunten, mittels der Laterna magica (s. d.) an einer weißen Wand hervorgebrachten Bildern oder aus schwarzen beweglichen Bildern besteht, welche man mittels Puppen oder lebendiger Personen, die man