Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

441

Schiavona - Schichtung.

guslawski: "Entwurf einer astronomischen Theorie der Sternschnuppen", Stett. 1871). Außerdem lieferte S. bahnbrechende Beobachtungen über die Gebilde auf der Oberfläche des Mars und schrieb noch: "Die Vorläufer des Kopernikus im Altertum" (deutsch von Curtze, Leipz. 1876). Im Januar 1889 wurde er zum Senator ernannt.

Schiavona (spr. skiaw-), das Schwert der slawon. Leibwache der Dogen Venedigs im 16. und 17. Jahrh., hatte ein die ganze Hand bedeckendes Gitterstichblatt (Korb) und breite Klinge. Die S. wird häufig fälschlich Claymore genannt, diese war ein schottisches Schwert mit einfacher Parierstange des 18. Jahrh.

Schiavone (spr. skiaw-), eigentlich Andrea Meldolla (Medola), ital. Maler, geboren um 1520 zu Sebenico in Dalmatien, kam früh nach Venedig und arbeitete hier bei Tizian, dessen Kolorit er mit der Zeichnungsart des Parmegianino verband. Um seinen Unterhalt zu verdienen, mußte er anfangs Truhen und Möbel bemalen. Er starb 1582 in Venedig. S. hat biblische Gemälde und Porträte gemalt, doch liegt seine Bedeutung darin, daß er einer der ersten Italiener war, welche die Landschaft als selbständige Gattung der Malerei kultivierten (eine Berg- und eine Waldlandschaft im Berliner Museum). Er hat auch eine Anzahl von Blättern radiert, unter denen sich ebenfalls Landschaften befinden.

Schibaum (Sheabaum), s. Bassia.

Schibbikenstrauch, s. v. w. Sambucus nigra.

Schibboleth (hebr., "Ähre"), das Wort, an dessen Aussprache (Sibboleth) der israelitische Richter Jiphthach die ihm feindlichen Ephraimiter erkannte (vgl. Richt. 12, 5 u. 6); daher sprichwörtlich für Erkennungs- und Unterscheidungszeichen, besonders bei verschiedenen Parteien gebraucht.

Schibutter (Sheabutter), s. Bassia.

Schichau, Ferdinand, Ingenieur, geb. 1. Febr. 1812 zu Elbing, erlernte nach Absolvierung des dortigen Realgymnasiums den Maschinenbau, studierte drei Jahre am Gewerbeinstitut in Berlin, arbeitete ein Jahr in England und gründete 1837 eine Fabrik in Elbing, welche gegenwärtig in der Maschinenfabrik, Lokomotivfabrik und Schiffswerfte etwa 100 Beamte und 2-3000 Arbeiter beschäftigt. Er baute in Deutschland das erste eiserne Schiff und den ersten Dampfbagger. Ebenso lieferte er zuerst eine Zweicylindercompound-Dampfmaschine, dann die erste Compoundschiffsmaschine der deutschen Marine und das erste seefähige Torpedoboot. Mit letzterm löste er ein Problem, um welches Engländer und Franzosen sich bisher vergeblich bemüht haben. S. baute dann die erste deutsche Compoundlokomotive und eine Treepleexpansionsmaschine, welche es möglich macht, Schiffen die Geschwindigkeit von Eisenbahnzügen zu geben.

Schicht, im Bergbau die Arbeitszeit eines Berg- und Hüttenmanns (auch die eines Fabrikarbeiters); das vorbereitete, beschickte Erzquantum, welches in einer gewissen Zeit durchgeschmolzen wird. Daher die bergmännischen Ausdrücke: eine S. machen oder verfahren, Schichtlohn, Schichtbuch etc. S. machen, allgemein s. v. w. die Arbeit beendigen, auch die Arbeit aufsagen. S. heißt auch nach der alten Teilung des Bergwerkseigentums in 128 Kuxe der vierte Teil davon, so daß vier Schichten à 32 Kuxe ein Bergwerk bildeten. Später teilte man die S. in Achtel oder Stämme, das Bergwerk also in 32 Stämme. Über S. in der Geologie s. Schichtung.

Schicht, Johann Gottfried, Komponist, geb. 29. Sept. 1753 zu Reichenau bei Zittau, besuchte das Gymnasium zu Zittau, woselbst er den musikalischen Unterricht des dortigen Musikdirektors Trier genoß, und ging 1776 nach Leipzig, um Jurisprudenz zu studieren, widmete sich aber bald ausschließlich der Musik und bildete sich praktisch sowohl im Orgel- als im Violinspiel aus, auf welchen beiden Instrumenten er gleich Tüchtiges leistete. 1785 ward er Musikdirektor bei dem "großen Konzert" und Organist an der Neukirche, 1810 Kantor an der Thomasschule und Musikdirektor an den beiden Hauptkirchen in Leipzig, welche Ämter er bis zu seinem 16. Febr. 1823 erfolgten Tod bekleidete. Von seinen meist für die Kirche bestimmten Kompositionen sind zu erwähnen die Oratorien: "Das Ende des Gerechten" und "Die Feier des Christen auf Golgatha", zahlreiche Choralmotetten, "Drei- und vierstimmige Choralmelodien zum Gebrauch für Gymnasien" etc. Als Kompositionslehrer hat er sich durch ein Lehrbuch: "Grundregeln der Harmonie nach dem Verwechselungssystem" (Leipz. 1812), bekannt gemacht.

Schichtmeister (Schachtmeister), s. Bergleute.

Schichtung, in der Geologie die Trennung von Gesteinen durch untereinander annähernd parallele Ebenen, welche bei verhältnismäßig geringem Abstand eine große Ausdehnung besitzen, in einzelne tafel- oder plattenförmige Lagen (Schichten, Strata). Die einzelnen Schichten werden entweder nur durch eine Schichtungskluft (Schichtungsfuge) oder durch eine dünne Lage verschiedenen Gesteinmaterials (Zwischenmittel, Besteg) voneinander getrennt, wie z. B. die Schichten des Muschelkalks durch dünne Thonlagen. Oft sind die Schichten selbst nach Material voneinander verschieden, sei es, daß eine einzelne petrographisch verschiedene Schicht einem in einer Mehrzahl von Schichten vertretenen Material eingelagert ist (Steinkohle zwischen Schieferthon- und Sandsteinschichten), sei es, daß sich das Material in vielfach wiederholtem Wechsel ablöst. So zeigt eine nur wenige Meter hohe Steinbruchswand im Keuper Dutzende von einzelnen Sandsteinschichten, zwischen denen ebenso viele Mergelschichten abgelagert sind. Mitunter wird die S. bei im ganzen gleichartigem Gesteinsmaterial durch Verschiedenheit der Farbe, des Korns etc. angedeutet (z. B. bei Buntsandsteinen). Endlich kann ein an sich ungeschichtetes Gestein durch zonenartige Anordnung von Einschlüssen geschichtet erscheinen (Feuersteine in der weißen Kreide). Die Schichtungsflächen unterscheidet man als Unter- (Sohl-) und als Ober- (Dach-) fläche; ihr senkrechter Abstand voneinander gibt die Mächtigkeit, die Ausdehnung parallel zu den Begrenzungsflächen die Verbreitung der Schicht. Auf der Dachfläche einer Schicht sind oft Versteinerungen aufgehäuft, oder man beobachtet Wellenfurchen, netzförmige Leisten, Tierfährten, Pseudomorphosen nach Steinsalz. Sehr mächtige Schichten heißen Bänke (z. B. Buntsandstein); als Flöze bezeichnet man häufig Schichten von technisch wichtigem Material (z. B. Steinkohle). Nähern sich bei der Verbreitung der Schicht Dach- und Sohlfläche immer mehr und mehr bis zur Berührung, so keilt sich die Schicht aus. Die Durchschnittsfläche einer Schicht mit der Erdoberfläche ist ihr Ausgehendes, das zum Schichtenkopf wird, wenn die Schicht mit der Erdoberfläche einen rechten oder doch annähernd rechten Winkel bildet. Stellt sich das Auskeilen schon nach verhältnismäßig geringer Verbreitung in allen Richtungen ein, so geht die Schicht in eine andre Form der Lagerung, die der Linse (lentikulare Einlagerung, s. Erzlagerstätten), über (z. B. Steinsalz). Eine Mehrheit von Schichten wird als Schichtenreihe