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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schilwa; Schimäre; Schimmel

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Schilwa - Schimmel.

Straßburg-S. und der Schiltigheimer Industriebahn, hat eine Simultankirche, ein neues Rathaus, ein Amtsgericht, Schaumwein-, Konserven-, Werkzeug-, Wachsleinwand-, Stärke- und Parkettbodenfabrikation, Bierbrauerei, Küferei und Wälzerei, Ziegel- und Gipsbrennerei, Holz- und Weinhandel und (1885) 7140 meist evang. Einwohner. S. kam 1501 an Straßburg und hängt mit den großen Dörfern Bischheim (5340 Einw.) und Hönheim (1533 Einw.) zusammen.

Schilwa (Schirwa, Kilwa), großer Salzsee in Ostafrika, südlich vom Nyanza, vom Schirefluß durch die Zombaberge getrennt. Er empfängt zahlreiche kleinere Zuflüsse, hat aber keinen Abfluß. Südwestlich davon liegen die englischen Missionsstationen Magomero und weiter Blantyre.

Schimäre (franz. chimère), Hirngespinst, Phantasiegebilde, Idee, deren Verwirklichung unmöglich ist, nach der mythischen Chimära (s. d.) gebildet. Daher schimärisch, abenteuerlich, unausführbar; schimärisieren, Luftschlösser bauen.

Schimmel, gewöhnliche Bezeichnung einer Anzahl Pilze (Schimmelpilze), welche als faseriger, flockiger oder staubiger, weißer, grauer, bläulichgrüner, gelblicher, rötlicher, bräunlicher oder schwärzlicher Überzug auf an der Luft befindlichen leblosen Körpern der verschiedensten Art sich bilden und den Beginn einer Fäulnis der organischen Substanzen, aus denen diese Körper bestehen, bezeichnen. Zuerst bildet sich aus zufällig auf die Unterlage gefallenen Sporen des Schimmelpilzes (Fig. 1 Aa) ein Mycelium (Fig. 2b) in Form langer, dünner, vielfach verzweigter Pilzfäden, welche sich von einzelnen Punkten aus allseitig zentrifugal ausbreiten, indem sie oft mit großer Geschwindigkeit an ihren Spitzen weiter wachsen, so daß der S. nicht selten rasch über große Flächen sich ausdehnt. Die Myceliumfäden erzeugen alsbald zahlreiche vertikal von der Oberfläche sich erhebende Fruchthyphen (Fig. 1 Ab, Fig. 2 c), welche bei schwacher Vergrößerung wie ein kleiner Wald erscheinen. Auf diesen sind gewöhnlich reiche Mengen von ihnen erzeugter Sporen angehäuft (Fig. 1 Cd), und der S. nimmt daher in dieser Periode eine mehr staubige Beschaffenheit an. Die Schimmelpilze gehören sehr verschiedenen Gattungen und selbst verschiedenen Familien an; sie werden nach den Merkmalen ihrer Fruchthyphen unterschieden; auch findet man auf gewissen Substraten fast immer nur bestimmte Arten, während andre auf allen möglichen Körpern sich ansiedeln. Nur die Mukorineen stellen in der Form des Schimmels den vollständigen Pilz (Fig. 1) dar; alle übrigen Schimmelpilze sind nur die konidienbildenden Zustände vollkommener Pilze aus der Klasse der Askomyceten, besonders unter den Perisporiaceen und Pyrenomyceten. Die konidienabschnürenden Fruchthyphen (Fig. 3) derselben bilden den S., und erst, wenn dieselben vorüber sind, und auch nur unter gewissen Umständen und verhältnismäßig selten, erscheinen auf dem Mycelium die vollkommenen Früchte, nämlich die Perithecien. Daher kennt man noch nicht einmal von allen Schimmelpilzen diese vollkommene Fruchtform. Die gewöhnlichsten Schimmelpilze sind: der gemeine Kopfschimmel (Mucor Mucedo L., (Fig. 1) und der ähnliche Mucor stolonifer, die auf allen möglichen organischen Substanzen wachsen (s. Mucor); der graugrüne Pinselschimmel (Peni-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 1. Kopfschimmel (Mucor Mucedo). A Ganze Pflanze, bei a die ursprüngliche Spore, b die Fruchthyphe, c das Sporangium. B Junges Sporangium. C Älteres Sporangium mit der Fruchthyphe a, der Trägerzelle (Columella) b, der Sporangiumhaut c und den Sporen d.]

^[Abb.: Fig. 2. Pinselschimmel (Penicillium glaucum). Bei a die ursprüngliche Spore, b ein Faden des Myceliums, c die Fruchthyphe.]