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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schinken - Schiraz.

der Krim, 15 Tafeln (Potsd. 1846-49; neue Ausg., Berl. 1873); "Grundlagen der praktischen Baukunst" (das. 1834; 2. Aufl. 1835, 2 Bde.). Schinkels "Sammlung von Möbelentwürfen" wurde herausgegeben von Lohde (Berl. 1835-37, 16 Tafeln; neue Ausg. 1852). Vgl. "Aus Schinkels Nachlaß" (hrsg. von Wolzogen, Berl. 1862-64, 4 Bde.), die Charakteristiken Schinkels von Kugler (das. 1842), Bötticher (das. 1857), Quast (Neuruppin 1866), Waagen (in den "Kleinen Schriften", Stuttg. 1875) und Dohme (Leipz. 1882); ferner Tuckermann, Schinkels litterarische Thätigkeit (Berl. 1879).

Schinken, die gepökelten und dann geräucherten Keulen u. Schultern (Vorderschinken) der Schweine. Die besten deutschen S. liefern Westfalen, Braunschweig, Mainz (in Frankreich allgemeine Bezeichnung für deutschen S.: jambon de Mayence), Thüringen, Holstein, Ostfriesland, Mecklenburg und Pommern. In Frankreich sind berühmt die S. von Bayonne, Troyes, Bordeaux und Anjou; in England die S. aus York; in Italien die Bologneser und Florentiner. Amerikanische S. werden vielfach importiert, namentlich aus Chicago; doch sind sie weniger gut und auch gefährlich, da sie nicht selten Trichinen enthalten. Mit Lachsschinken bezeichnet man das wenig gepökelte und leicht geräucherte Rückenfleisch. Schinkenwurst ist zusammengerolltes, in Därme gestopftes, leicht gepökeltes u. geräuchertes Kammfleisch.

Schinkenmilz, s. Milzkrankheiten.

Schinmeister (Schiner), s. v. w. Markscheider.

Schinn (Pityriasis capillitii), die krankhafte Bildung und Eintrocknung von Hautschmer seitens der Talgdrüsen der Kopfhaut; s. Haarkrankheiten. S. auch s. v. w. Kleienflechte.

Schinnen, s. v. w. Markscheiden, s. Markscheidekunst.

Schinznach, Badeort im schweizer. Kanton Aargau, an der Bahnlinie Aarau-Zürich und am Fuß des mit der Ruine Habsburg gekrönten Wülpelsbergs, mit (1880) 1157 Einw. Die Therme (35° C.) wurde 1658 am linken Ufer der Aare entdeckt, ging 1670 infolge einer Überschwemmung verloren und kam, als sie sich 1692 durch den von einem Flußinselchen aufsteigenden Dampf wieder zu erkennen gab, durch Abdämmung auf die rechte Seite. Sie ist sehr reich an Schwefelwasserstoff. Vgl. Amsler, Bad S. (5. Aufl., Aarau 1871).

Schio (spr- skio), Distriktshauptstadt in der ital. Provinz Vicenza, an der Eisenbahn Vicenza-S., an welche sich die Lokalbahnen S.-Arsiero und S.-Torre sowie die Straße nach Roveredo anschließen, hat ein Theater und (1881) 7392 Einw., welche von alters her bedeutende Schafwollspinnerei und -Weberei betreiben und außerdem Marmor und Porzellanerde gewinnen.

Schipkapaß, ein etwas über 1400 m hoher Übergang über den Schipkabalkan in der Türkei, nach dem bulgarischen Dorf Schipka (548 m ü. M.) an seinem Südabfall benannt. Der mit einer leidlichen Straße versehene und leicht passierbare Paß ist von hoher Wichtigkeit für den Verkehr wie im Krieg, weil in ihm die Straße von der Donau her über Plewna, Lowatz, Selwi mit den Straßen von Rustschuk über Tirnowa und von Schumna über Eski Dschuma'a zusammenläuft. Im russisch-türkischen Krieg 1877 wurde der S. von den Russen, als sie Anfang August aus Rumelien vertrieben wurden und sich auf die Nordseite des Balkans zurückzogen, behauptet und rasch befestigt. Vom 21.-26. Aug. versuchte Suleiman Pascha, durch immer erneute Angriffe die russische Stellung zu erstürmen, wurde aber unter ungeheuern Verlusten von den Russen unter Radetzkij zurückgeschlagen. Ein zweiter Versuch (9.-17. Sept.) mißlang ebenfalls, und die Türken mußten sich auf die Beobachtung und gelegentliche Kanonade der russischen Stellung beschränken, bis die Russen Anfang Januar 1878 wieder angriffsweise vorgingen, 9. Jan. nach heftigem Kampf die ganze türkische Armee (32,000 Mann) gefangen nahmen und von neuem in Rumelien eindrangen. Vgl. Schröder, Der S. im Jahr 1877 (Berl. 1881).

Schiposka, ein russischer moussierender Obstwein.

Schippenbeil, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Friedland, an der Mündung der Guber in die Alle, hat ein Amtsgericht, bedeutende Mühlwerke, Landwirtschaft und (1885) 3160 meist evang. Einwohner. In der Umgegend zahlreiche Überreste des altpreußischen Heidentums (Romove). Vgl. Link, Die Stadt S. (Königsb. 1874).

Schipper, Jakob, Philolog, geb. 19. Juli 1842 zu Friedrich Augusten-Groden in Oldenburg (Kirchspiel Middoge), studierte zu Heidelberg und Berlin Theologie und Philosophie, darauf in Bonn neuere Philologie, verweilte 1868-69 in Paris, Rom und London, war darauf ein Jahr lang in Oxford als Mitarbeiter an der Neubearbeitung des angelsächsischen Wörterbuchs von J. ^[Joseph] Bosworth thätig und erhielt 1872 eine Professur für neuere Sprachen an der Universität Königsberg, von wo er 1877 als ordentlicher Professor der englischen Philologie nach Wien ging. Von seinen Veröffentlichungen nennen wir: "De versu Marlovii" (Bonn 1867); "Englische Alexiuslegenden" (Straßb. 1877); "Englische Metrik" (Bonn 1881-89, 2 Bde.) und "William Dunbar, sein Leben und seine Gedichte" (Berl. 1884).

Schir Ali, Emir von Afghanistan, geb. 1825, Sohn Dost Mohammeds, gelangte nach dessen Tod (9. Juni 1863) auf den Thron, welchen ihm vier Brüder streitig machten; erst 1869 gelang es ihm, dieselben zu besiegen. Von England, als dessen Freund er sich 1869 in dem Durbar von Umballa erklärt hatte, nahm S. die vertragsmäßige Unterstützung in Geld und Waffen an, suchte aber seine Unterthanen während des russisch-türkischen Kriegs im Februar 1877 zum Religionskrieg der Mohammedaner gegen Britisch-Indien zu führen, um früher afghanische, jetzt englische Provinzen wiederzugewinnen, mußte den Plan jedoch wegen Ungehorsams der afghanischen Stämme aufgeben und verlor die englische Unterstützung. Darauf empfing er 23. Juli 1878 eine russische Gesandtschaft unter General Stoljetow, verweigerte aber die Aufnahme einer englischen Gesandtschaft, worauf die englisch-indischen Truppen 21. Nov. 1878 die Grenze von Afghanistan überschritten. Als dieselben siegreich vorrückten, flüchtete er, die Regierung seinem Sohn Jakub Chan übertragend, im Dezember im Gefolge der russischen Gesandtschaft nach Turkistan, wo er 21. Febr. 1879 starb.

Schirau, früherer Name des Rio Volta (s. d.).

Schiraz ("Löwenbauch"), Hauptstadt der pers. Provinz Fars, in einem reizenden, von kahlen Kalkbergen umschlossenen Thal 1450 m ü. M. an einer der Haupthandelsstraßen Persiens (Teheran-Ispahan-Buschir) gelegen, hat eine Citadelle, einen von Kerim Chan erbauten, jetzt sehr verfallenen Palast, viele Moscheen, Schulen, Bazare, Karawanseraien und Bäder, Fabriken für Wollwaren (früher viel bedeutender), Seife, Töpfer- und Glasgeschirre, Schmelzwaren, Rosenwasser etc., Handel mit diesen Fabrikaten und 30,000 Einw. Die Straßen der Stadt sind jetzt schmutzig, eng und uneben, die Gebäude und Stadt-^[folgende Seite]