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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schmitz - Schmuck.

1834; später von K. Weigand umgearbeitet, 6. Aufl. 1881, 2 Bde.); außerdem "Grundriß der politischen und historischen Wissenschaften" (Gieß. 1830-32, 2 Bde., unvollendet). Von seinen "Zwölf Büchern vom Staat" erschienen nur Bd. 1 (2. Aufl., Gieß. 1839) und Bd. 3 (das. 1843-45).

Schmitz, Bernhard, Philolog der neuern Sprachen, geb. 3. April 1819 zu Hannover, studierte 1839 bis 1842 in Berlin altklassische Philologie, wurde 1844 als Lehrer an der Dorotheenstädtischen Realschule und zugleich als Dozent der englischen Sprache an der höhern Töchterschule angestellt und folgte 1850 einem Ruf an das Gymnasium zu Greifswald, wo er 1866 zum außerordentlichen Professor der neuern Philologie an der Universität ernannt wurde. Er starb 14. April 1881 in Sanzkow bei Demmin. S. schrieb: "Deutsch-französisch-englische Parallelgrammatik" ("Deutsche Grammatik", neue Ausg., Greifsw. 1880; "Französische Grammatik", 4. Aufl., Berl. 1880; "Englische Grammatik", 6. Aufl., das. 1880); "Macaulay-Kommentar" (zur "History of England", Bd. 1, Greifsw. 1870); "Französische Synonymik" (3. Aufl., Leipz. 1883); "Encyklopädie des philologischen Studiums der neuern Sprachen" (2. Aufl., das. 1876; mit 3 Suppl., 2. Aufl. 1879-81).

Schmitzen, schwache Erz- oder Kohlentrümchen.

Schmoden, eine Form des Hackwaldbetriebs, s. Hainen.

Schmöker (Schmäucher, v. holländ. smoken, rauchen), altes vergilbtes (durchräuchertes) Buch.

Schmolck (Schmolke), Benjamin, geistlicher Liederdichter, geb. 21. Dez. 1672 zu Brauchitschdorf bei Liegnitz, studierte in Leipzig, ward 1702 Diakonus zu Schweidnitz, 1714 Oberprediger daselbst und starb 12. Febr. 1737. S. verfiel als Dichter oft ins Spielende; doch sind manche seiner 1183 Lieder (gesammelt, Tübing. 1740-44, 2 Bde.; Auswahl von Grote, 2. Aufl., Leipz. 1860; von Ledderhose, Halle 1857), z. B. "Was Gott thut, das ist wohlgethan etc." und "Wie sollt' ich meinen Gott nicht lieben etc.", in die neuen Gesangbücher übergegangen. Seine Erbauungsbücher werden heute noch herausgegeben. Vgl. Hoffmann von Fallersleben, Bartholomäus Ringwaldt und Benj. S. (Bresl. 1833).

Schmoller, Gustav, Nationalökonom, geb. 24. Juni 1838 zu Heilbronn, studierte in Tübingen Staatswissenschaften, war dann einige Zeit am statistischen Büreau zu Stuttgart beschäftigt, wurde 1864 außerordentlicher, 1865 ordentlicher Professor der Staatswissenschaften in Halle und wirkte seit 1872 an der Straßburger Universität, von wo er 1882 an die Berliner Hochschule berufen wurde. 1887 ward er zum Historiographen für brandenburgische Geschichte ernannt. Seine in den "Preußischen Jahrbüchern", Hildebrands "Jahrbüchern für Nationalökonomie", dem "Jahrbuch für Gesetzgebung etc." veröffentlichten Aufsätze sind zum großen Teil der Geschichte des preußischen Verwaltungsrechts und der Arbeiterfrage, namentlich der ländlichen, gewidmet. Seine größern Arbeiten sind: "Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert" (Halle 1869) und "Über einige Grundfragen des Rechts und der Volkswirtschaft" (Jena 1875), die erste ein Vorläufer, die andre der schärfste Ausdruck der von dem Verein für Sozialpolitik eingeschlagenen Richtung, an dessen Begründung wie Thätigkeit sich S. lebhaft beteiligt hat. Noch veröffentlichte er: "Straßburg zur Zeit der Zunftkämpfe" (Straßb. 1875); "Die Straßburger Tucher- und Weberzunft, Urkunden etc." (das. 1878) und "Zur Litteraturgeschichte der Staats- und Sozialwissenschaften" (Leipz. 1888). Seit 1881 gibt er das "Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich", seit 1878 Monographien (zum Teil von seinen Schülern herrührend) unter dem Titel: "Staats- und sozialwissenschaftliche Forschungen" (bis 1888: 32 Hefte) heraus.

Schmollis (angeblich von sis mollis, "sei mir freundlich"), Trinkgruß bei Studentenkommersen; S. trinken (schmollieren), s. v. w. Brüderschaft trinken.

Schmölln, Stadt im sachsen-altenburg. Ostkreis, an der Sprotte und der Linie Gößnitz-Gera der Sächsischen Staatsbahn, 210 m ü. M., hat 2 Kirchen, eine Präparandenanstalt, eine Gewerbeschule, ein Amtsgericht, Wollspinnerei, 15 Steinnußknopffabriken, Schuh- und Holzpantoffel-, Kartonagen-, Zigarren-, Dosen-, Handschuh-, Bürsten-, Borten-, Uhrgehäuse-, Jalousien-, Drahtnägel- und Holzrosettenfabrikation, 3 Mühlen, Bierbrauerei und (1885) 7104 fast nur evang. Einwohner.

Schmölnitz (Szomolnok), Bergstadt im ungar. Komitat Zips, mit königlichem Bergamt, Hauptschule, vielen Hüttenwerken, ergiebigem Bergbau auf Kupfer, Silber, Eisenstein, Antimon, Tabaksfabrik und (1881) 2706 Einw. (meist Deutsche).

Schmoren, in der Kochkunst, s. Dämpfen.

Schmu (jüd.-deutsch), Gewinn, besonders durch Schlauheit erlangter; Schmus, das Zureden eines Unterhändlers; auch s. v. w. leeres Gerede.

Schmuck (hierzu die Tafel "Schmucksachen"), Gegenstände aus edlem und unedlem Metall, aus edlen und unedlen Steinen, aus bearbeiteten und unbearbeiteten Naturerzeugnissen, welche seit den ältesten Zeiten des Menschengeschlechts zur Verzierung einzelner Körperteile wie der Tracht dienen, als Hals-, Ohr-, Arm-, Finger- und Beinringe, Halsketten, Agraffen, Haar- und Gewandnadeln, Spangen, Anhänger, Broschen, Gürtelschließen, Diademe u. dgl. m. Die Neigung, den Körper mit S. zu behängen, war bei den ältesten Kulturvölkern des Orients ebenso stark ausgebildet, wie sie es noch heute bei den Orientalen und bei den unzivilisierten Stämmen der farbigen Rassen ist, welch letztere vor ihrer Berührung mit den Europäern zum S. ihres Körpers ausschließlich auf Naturerzeugnisse (Muscheln, Korallen, Perlen, Steine, Federn u. dgl.) angewiesen waren. Im Altertum muß die Verarbeitung des Edelmetalls und der Bronze zu S. schon sehr frühzeitig bekannt gewesen sein, was sich aus den ägyptischen und assyrischen Denkmälern wie aus den Funden in Troja (s. d.) und Mykenä ergibt. Im ganzen asiatischen Orient wurde S., selbst Ohrgehänge, ebensowohl von Männern als von Frauen getragen. In der künstlerischen Ausbildung und technischen Behandlung von S. hatten bereits die Ägypter eine hohe Stufe erreicht (s. Tafel, Fig. 1 u. 2), und ihre Arbeiten sind von Einfluß auf den S. der Römer (Fig. 3, 10 u. 18) und besonders der prachtliebenden Etrusker gewesen, deren Halsketten (Fig. 11 u. 12) nach dem Vorgang von Castellani in Rom von der neuern Goldschmiedekunst nachgebildet werden. Die höchste künstlerische Vollendung erreichte die Verfertigung von S. durch die Griechen, welche dem Gold bereits durch Filigran, Email etc. noch mehr Farbe und Leben zu geben wußten. Insbesondere blühte die griechische Edelmetalltechnik in den Kolonien des südlichen Rußland, wo die Gräber große Mengen von S. aufbewahrt haben. Die Verzierung der obern Enden (Köpfe) der Haarnadeln mit Figuren, Köpfen, Blumen etc. (Fig. 18) soll eine römische Erfindung sein, während der Ursprung der Fibeln (s. d.) od. Gewandnadeln (Fig. 3) auf