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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schomlau; Schön; Schönaich; Schönau; Schönauge; Schönbach; Schönbart; Schönbein

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Schomlau - Schönbein.

S. veröffentlichte ferner: "History of Barbadoes" (Lond. 1847) und "The discovery of the empire of Guiana by Sir W. Raleigh" (das. 1848). Bei seiner Rückkehr 1845 in den Ritterstand erhoben, wurde S. 1848 zum britischen Konsul und Geschäftsträger bei der Dominikanischen Republik ernannt, schloß hier im Mai 1850 einen für England vorteilhaften Handelsvertrag ab und vermittelte den Frieden mit dem Kaiser Soulouque. 1857 ging er als englischer Konsul nach Bangkok, kehrte aber im April 1864 krank nach Europa zurück und starb 11. März 1865 in Schöneberg bei Berlin.

Schomlau (Somlyó-Vásárhely), Dorf im ungar. Komitat Veszprim, Station der Ungarischen Westbahn, am Berg Somló, wo ein berühmter Weißwein wächst, mit (1881) 1791 Einw.

Schön, s. Ästhetik.

Schön, Heinrich Theodor von, preuß. Staatsmann, geb. 20. Jan. 1773 zu Löbegallen im preußischen Litauen, widmete sich zu Königsberg dem Studium der Rechte, trieb aber daneben unter Kant eingehende philosophische Studien, trat 1793 als Referendar in preußische Staatsdienste, reiste, nachdem er 1796 in Berlin das große Examen gemacht, 1798 nach England, wurde darauf Kriegs- und Domänenrat in Bialystok und 1802 Geheimer Finanzrat im Generaldirektorium zu Berlin. Nach der Katastrophe von Jena folgte er dem königlichen Hof nach Königsberg, wo er als Geheimer Staatsrat zum Direktor einer Abteilung des Ministeriums ernannt wurde. S. faßte ein Gutachten über die Aufhebung der Erbunterthänigkeit ab, dessen Inhalt in das von Stein erlassene Gesetz überging. Auch Steins "Politisches Testament" gehört dem Entwurf nach S. an. Nach Steins Rücktritt trat S. in das neugebildete Ministerium als Leiter des staatswirtschaftlichen Departements ein, legte jedoch seine Stelle bald nieder, übernahm das Regierungspräsidium in Gumbinnen und widmete sich mit ganzem Eifer und trotz aller durch den Krieg veranlaßten Schwierigkeiten mit Erfolg der Verwaltung seines Bezirks. Als 1813 bald nach dem Abschluß des Yorkschen Waffenstillstandes russische Truppen in die Provinz Preußen einrückten und Miene machten, von dem östlichen Teil derselben Besitz zu ergreifen, trat S. dem mit Entschiedenheit entgegen und veranlaßte Stein, die Zurückberufung des Generals Paulucci zu bewirken. Am 15. Mai 1813 ward S. Generalgouverneur des Landes zwischen der Weichsel und der russischen Grenze, dann Mitglied des Verwaltungsrats der von den Alliierten besetzten deutschen Provinzen, kehrte aber im Mai wieder in seine vorige Stellung nach Gumbinnen zurück, bis er 1816 zum Oberpräsidenten von Westpreußen und 1824 von ganz Preußen ernannt wurde. Beim Thronwechsel 1840 war die Provinz Preußen die erste, welche die preußische Verfassungsfrage von neuem in Anregung brachte, und S. unterstützte dieselbe durch seine Denkschrift "Woher und wohin?" S. ward auch unter Beibehaltung seines Postens als Oberpräsident zum Staatsminister ernannt und wiederholt nach Berlin berufen; doch stimmten seine freisinnigen, streng philosophischen Ansichten so wenig mit denen des Königs Friedrich Wilhelm IV. überein, daß er 1842 aus dem Staatsdienst ausschied, wobei ihn der König zum Burggrafen von Marienburg ernannte, dessen Schloß er zu restaurieren begonnen hatte. S. lebte seitdem auf seinem Gut Arnau bei Königsberg, wo er 23. Juli 1856 starb. Über seine Memoiren und Briefe, welche sein Sohn unter dem Titel: "Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienburg, Th. v. S." (Halle u. Berl. 1875-81, 5 Bde.) herausgab, entspann sich ein lebhafter litterarischer Streit, da verschiedene Behauptungen Schöns über seinen Anteil an der Steinschen Reform und seine Urteile über seine Zeitgenossen als unrichtig und übertrieben angefochten wurden. Vgl. M. Lehmann, Knesebeck und S. (Leipz. 1875); Derselbe, Stein, Scharnhorst und S. (das. 1877); dagegen für S.: "Zu Schutz und Trutz am Grabe Schöns, von einem Ostpreußen" (Berl. 1876).

Schönaich, Christoph Otto, Freiherr von, Dichter, geb. 12. Juni 1725 zu Amtitz in der Niederlausitz, wurde als sächsischer Leutnant wegen seines epischen Gedichts "Hermann" (Leipz. 1751, 4. Aufl. 1805) von Gottsched in Leipzig 1752 zum Dichter gekrönt und Klopstock und dessen Freunden entgegengestellt. Aber schon das Epos "Heinrich der Vogler" (Berl. 1757) sowie mehrere Oden, Trauerspiele etc., noch mehr die gegen Klopstock gerichtete anonyme Schmähschrift "Die ganze Ästhetik in einer Nuß" (das. 1745) erwiesen die völlige Bedeutungslosigkeit dieses Vertreters eines überwundenen Schulgeschmacks. Er starb vergessen 15. Nov. 1805 in Amtitz.

Schönau, 1) Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, an der Katzbach, hat eine neue evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, eine große Mahlmühle mit Lohfabrik und (1885) 1528 Einw. - 2) Bezirksamtsstadt im bad. Kreis Lörrach, an der Wiese, 542 m ü. M., hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, eine Bezirksforstei, Baumwollspinnerei und -Weberei und (1885) 1299 Einw. - 3) Stadt im bad. Kreis Heidelberg, im Odenwald und an der Steinach, hat bedeutende Leder-, Bürsten- und Schulbankfabrikation und (1885) 1958 meist evang. Einwohner. S. war ehedem ein bedeutendes Cistercienserkloster (mit prachtvoller Kirche), das 1135 gestiftet, nach der Reformation aufgehoben und im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. - 4) Dorf in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Chemnitz, hat Fabrikation von Strumpfwaren, Handschuhen, Kartonagen u. Schmelztiegeln, Färberei, Bleicherei u. (1885) 2824 Einw. - 5) Fabrikdorf in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Schluckenau, an der Eisenbahn Rumburg-Nixdorf, mit Fabrikation von Band-, Knopf- und Posamentierwaren und (1880) 3134 Einw. - 6) Vorstadt von Teplitz (s. d.).

Schönauge, Pflanze, s. Calliopsis.

Schönbach, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Eger, nahe der sächsischen Grenze, mit einer Musikfachschule und (1880) 2967 Einw., welche sich hauptsächlich mit Verfertigung musikalischer Instrumente beschäftigen. Nahe dabei die Baumwollspinnerei und -Weberei Leibitschgrund.

Schönbart (Schembert, v. mittelhochd. scheme, Maske, Larve), Maske mit Bart, daher das sogen. Schönbartlaufen, eine der Metzger- und Messererzunft von Nürnberg 1349 von Karl IV. nach dem damaligen großen Aufruhr der Nürnberger Zünfte für "ewige Zeiten" gestattete Fastnachtslustbarkeit, welche in einem glänzenden Maskenumzug bestand, aber schon 1539 vom Rat untersagt und aufgehoben wurde. Diese Umzüge oder Schönbartspiele wurden jedesmal in den dazu bestimmten Schönbartbüchern beschrieben und abgebildet. Das letzte ist von Hans Sachs in Versen geschildert worden. Vgl. Zunftgebräuche.

Schönbein, Christian Friedrich, Chemiker, geb. 18. Okt. 1799 zu Metzingen unter Urach, studierte in Tübingen und Erlangen, besuchte zu seiner weitern Ausbildung 1826 England und Frankreich und folgte