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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schott; Schotten

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Schott - Schotten.

finden sich bei eisernen Schiffen; selbst aus Eisen gefertigt und mit der Schiffshaut wasserdicht verbunden, teilen sie den innern Schiffsraum in eine größere Anzahl für sich wasserdicht abgeschlossener Abteilungen, so daß durch ein Loch in dem unter Wasser befindlichen Teil des Schiffs nicht dessen ganzer innerer Raum volllaufen kann (vgl. Schiff, S. 459).

Schott, arab. Name für die im N. und Süden des Atlas sich in Reihen hinziehenden Salzsümpfe, die bis dicht an die Große Syrte herantreten. Nördlich vom Atlas erstreckt sich das große Steppenplateau der Schotts, auch Region des Halfagrases (wegen der außerordentlichen Verbreitung desselben) genannt, von Algerien bis nach Tunis hinein. Die bedeutendsten dieser Schotts sind das S. el garbi, S. esch scharki, S. es Saida u. a. Sie enthalten in ihren zuweilen sehr tiefen, von steilen Felsufern eingefaßten Betten nach Regengüssen beträchtliche Wassermengen, ohne jedoch auch nur annähernd gefüllt oder auch nur am Boden bedeckt zu sein, trocknen aber im Sommer mit Hinterlassung einer blendend weißen Kochsalzschicht fast aus. In einigen finden sich enge, unergründlich tiefe Trichter, welche beständig intensiv salziges Wasser enthalten. Ein noch weit bedeutenderes Gebiet von Schotts zieht sich am Nordrand der Sahara vom südwestlichen Algerien durch das südliche Tunis bis zum Golf von Gabes. Es sind das S. Meruan, S. el Melrhir, S. Gharsa, S. Dscherid, S. el Fedschedsch mit vielfachen Verzweigungen. Diese Schotts sind als Reste eines ehemaligen größern Binnensees anzusehen, der durch die zunehmende Trockenheit des nordafrikanischen Klimas mehr und mehr einschrumpfte, so daß der Spiegel des S. el Melrhir sogar bis 25 m unter den Meeresspiegel gesunken ist. Man hat diese Reihe von Schotts für einen Golf des Mittelmeers angesehen, allein nach der geognostischen Untersuchung des Riegels von Gabes erscheint dies fraglich. Derselbe besteht nämlich aus tertiären Kalksteinplatten, Quarzsandstein und Gips. Dieser Querriegel erhebt sich 60-100 m ü. M. und hat eine Breite von mindestens 20 km. Und diese Höhe und Breite hat insbesondere Anlaß dazu gegeben, daß man von dem Projekt einer Durchstechung der Landenge abstand, wodurch das ganze Gebiet der Schotts, eine Fläche von 14,000 qkm (250 QM.), unter Wasser gesetzt werden könnte, ohne die schönen Oasen des Suf zu überschwemmen; nur die kleinen Oasen von Necira und Denduga würden untergehen. Der besonders von Roudaire befürwortete Plan veranlaßte wiederholte Vermessungen durch ihn selbst und andre; allein man fand, daß die Kosten sich auf mehr als eine Milliarde Frank belaufen und doch keine der Verdunstung entgegenwirkenden Veränderungen des Klimas innerhalb der algerischen Sahara erreicht werden würden. Vgl. Roudaire, Une mer intérieure en Algérie (Par. 1874).

Schott, 1) Andreas, gelehrter Jesuit, geb. 12. Sept. 1552 zu Antwerpen, gebildet in Löwen, Douai und Paris, wurde 1580 Professor der Beredsamkeit in Toledo, 1584 in Saragossa, trat 1586 in den Jesuitenorden, lehrte im Kollegium zu Rom, kehrte 1597 nach Antwerpen zurück und lehrte Griechisch am Kollegium daselbst, wo er 23. Jan. 1629 starb. S. war ein fleißiger Sammler (auch von Manuskripten), aber auch tüchtiger Übersetzer und Herausgeber. Wir nennen: die Ausgaben des Aurelius Victor (Douai 1577, Antw. 1579, Frankf. 1606; bereichert durch die neuentdeckte "Origo gentis romanae") und des Rhetors Seneca (Par. 1607 u. 1613); "Tabulae rei nummariae Romanorum Graecorumque" (Antw. 1605); "Commentarius in Aemilium Probum" (Frankf. 1609); "Photii bibliotheca graeco-latina" (Par. 1611); "Adagia Graecorum" (Antw. 1612); "Adagia sacra Novi Testamenti" (das. 1612); "Hispania illustrata" (Frankf. 1604, 4 Bde.).

2) Wilhelm, namhafter Orientalist, geb. 3. Sept. 1802 zu Mainz, studierte in Gießen orientalische Sprachen, dann in Halle Theologie, erhielt, nachdem er noch in Berlin ostasiatische Sprachen getrieben, auch im Türkischen und Persischen sich praktisch ausgebildet hatte, 1838 eine außerordentliche Professur an der Universität daselbst und ward 1841 Mitglied der Akademie; starb 21. Jan. 1889. Von seinen Arbeiten sind außer Aufsätzen für Zeitschriften und einem Katalog der chinesischen Werke der königlichen Bibliothek zu Berlin (Berl. 1840) hervorzuheben: "Versuch über die tatarischen Sprachen" (1836); "De lingua Tschuwaschorum" (1841); "Über den tungusischen Schamanenkultus am Hof der Mandschukaiser" (1842); "Vocabularium sinicum" (1844); "Älteste Nachrichten von Mongolen und Tataren" (1846); "Über den Buddhismus in Hochasien und in China" (1846); "Über das altaische oder finnisch-tatarische Sprachengeschlecht" (1849); "Das Reich Karachatai oder Si-Liao" (1849); "Über die finnische Sage von Kullervo" (1852); "Entwurf einer Beschreibung der chinesischen Litteratur" (1854); "Über die sogen. indochinesischen Sprachen, insonderheit die siamesische" (1856); "Chinesische Sprachlehre" (1857); "Über die chinesische Verskunst" (1857); "Über die Cassiasprache im nordöstlichen Indien" (1859); "Über die esthnischen Sagen vom Kalewi-Poeg" (1863); "Über die echten Kirgisen" (1865); "Über finnische und esthnische Heldensagen" (1866); "Zur Litteratur des chinesischen Buddhismus" (1874); "Zur Uigurenfrage" (1874-75, 2 Tle.); "Über einige Tiernamen" (1877). Eine fortlaufende Sammlung interessanter Essays ist in den "Altaischen Studien" (Berl. 1860-72, 5 Hefte) enthalten.

3) Siegmund, Schriftsteller und Abgeordneter, geb. 5. Jan. 1818 zu Stuttgart, studierte in Heidelberg und Tübingen Rechtswissenschaft und lebt seit 1840 als Advokat in seiner Vaterstadt. Er schrieb: "Max Emanuel, Prinz von Württemberg, und sein Freund Karl XII. von Schweden" (Stuttg. 1839); "Gedichte" (das. 1857, 2. Aufl. 1873) und die populär-philosophischen Studien: "Sterben und Unsterblichkeit" (das. 1861), "Von menschlichen Schwächen" (Bresl. 1865) und "Ansichten vom Leben" (das. 1870). Von 1850 bis 1870 war S. Mitglied der württembergischen Abgeordnetenkammer; 1881 wurde er in den Reichstag gewählt, wo er zur demokratischen Partei gehörte. - Sein älterer Bruder, Albert, geb. 27. Mai 1809, gest. 21. Nov. 1847 als Professor am Stuttgarter Gymnasium, schrieb: "Die deutschen Kolonien in Piemont, ihre Mundart und Herkunft" (Stuttg. 1842), "Wanderungen durch das mittlere und nördliche Deutschland" (das. 1846), Lebensbeschreibungen zu den Kaiserbildern im Kaisersaal zu Frankfurt a. M. (mit Hagen, Frankf. 1844-52) u. a. und gab mit seinem Bruder Arthur (geb. 1814, gest. 1875 in Washington) "Walachische Märchen" (das. 1845) heraus. Letzterer veröffentlichte auch einen Band "Gedichte" (Stuttg. 1850) und machte 1865 eine wissenschaftliche Reise durch Yucatan.

Schotten, s. v. w. Molken.

Schotten, s. v. w. Hohlheringe, s. Hering, S. 419.

Schotten, Kreisstadt in der hess. Provinz Oberhessen, an der Nidda, am Vogelsgebirge und an der