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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schout by Nacht; Schouw; Schouwen; Schr., Schrad.; Schrader

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Schout by Nacht - Schrader.

indem der König den Versuch seines Vaters, die bischöfliche Verfassung in S. einzuführen, erneuerte und, da die Schotten durch die achtjährige englische Herrschaft gebrochen waren, auch erfolgreich durchführte. 1679 ermordeten einige von den verfolgten Covenanters den Primas, Erzbischof Sharp, ergriffen die Waffen gegen die Truppen des Königs, errangen einige Vorteile und wurden erst überwältigt, als der Herzog von Monmouth an der Spitze einiger Truppen aus England sie an der Bothwellbrücke zersprengt hatte. Darauf wurde der in England verhaßte und verbannte Jakob, Herzog von York, abgeschickt, S. zu regieren, dessen Verwaltung sich durch grausamste Härte allgemein verhaßt machte. Als er 1685 den Thron bestieg, verweigerte er sogar den schottischen Krönungseid als seinem Gewissen entgegen, arbeitete offen am Umsturz der Verfassung, führte die Jesuiten in S. ein und erließ eine Toleranzakte, welche die Herstellung des Papsttums bezweckte. Unter diesen Umständen ward die Revolution, welche 1688 Wilhelm III. auf den Thron hob, auch in S. mit Freuden begrüßt, wenngleich es hier, in der Heimat der Stuarts, immer noch eine nicht zu verachtende Partei gab, welche die Fahne der entthronten Dynastie hoch hielt. Ihr Haupt war Lord Dundee, welcher Wilhelms Truppen unter Mackay bei Killikranki schlug (1689). Nach seinem Tod zerfiel aber die führerlose Partei in sich selbst, und nur im Hochland währte der Kampf fort. Endlich wurden die Unruhen der jakobitischen Clans 1692 durch rücksichtslose Härte unterdrückt. Nach der Thronbesteigung der Königin Anna (1702) gelang es der englischen Regierung, durch große Bestechungen das schottische Parlament in seiner Mehrheit für eine Union der beiden Königreiche zu gewinnen. 1706 wurde eine Kommission ernannt, die vom 29. April bis 2. Aug. den Entwurf zu einer Unionsakte bearbeitete. Nachdem dieselbe 27. Jan. 1707 vom schottischen sowie 16. März vom englischen Parlament genehmigt worden war, trat die Union ein. Beide Reiche vereinigt hießen nun Großbritannien (s. d.). In dem einen Parlament für das ganze Reich sollten 16 schottische Peers im Oberhaus, 45 Deputierte der Grafschaften, Städte und Flecken im Unterhaus sitzen. Die schottische Geschichte fällt seitdem mit der von Großbritannien zusammen. Die 1716 und 1746 erneuerten Versuche der Jakobiten in S., die Stuarts wieder auf den Thron zu bringen, wurden mit rücksichtsloser Strenge unterdrückt und blieben vergeblich.

[Litteratur.] Vgl. Buchanan, Rerum scoticarum historiae libri XII (hrsg. von Burmann, Leid. 1712); die Darstellungen der Geschichte Schottlands von Hume (Lond. 1657), Maitland (das. 1757, 2 Bde.), Guthrie (das. 1770-77, 10 Bde.), Dalrymple (Edinb. 1776-79, 2 Bde.), Heron (das. 1794-99, 6 Bde.), Lindau (Dresd. 1827, 4 Bde.), Walter Scott (deutsch, Zwick. 1830, 7 Bde.), Burton (2. Aufl., Lond. 1872, 8 Bde.), Mackenzie (Edinb. 1867), Keith (das. 1886, 2 Bde.). Einzelne Perioden behandeln: Skene, Celtic Scotland, a history of ancient Alban (Edinb. 1876-80, 3 Bde.); Leslie, The early races of Scotland (das. 1866, 2 Bde.); Anderson, Scotland in pagan times (das. 1883-86, 2 Bde.); Pinkerton, Enquiry into the history of Scotland preceding the year 1056 (2. Aufl., das. 1814, 2 Bde.); Derselbe, History of Scotland from the accession of the house of Stuart to that of Mary (Lond. 1797, 2 Bde.); Tytler, History of Scotland from the accession of Alexander II. to the union of the crowns (neue Ausg., Edinb. 1869, 2 Bde.); Robertson, History of Scotland during the reigns of Queen Mary and of James VI. (Lond. 1758 u. öfter, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1829, 6 Bde.); Cook, History of the Reformation in Scotland (2. Aufl., Edinb. 1819, 3 Bde.); Chambers, Domestic annals of Scotland from the Reformation to the Revolution (das. 1859 bis 1860, 3 Bde.); Laing, History of Scotland from the union of the crowns to the union of the kingdoms (neue Aufl., Lond. 1819, 4 Bde.); W. Burns, Scotish war of independence ^[richtig: Scottish war of independence] (Glasg. 1874, 2 Bde.); Mackintosh, History of civilisation in Scotland (Aberdeen 1878-83, 3 Bde.); Bellesheim, Geschichte der katholischen Kirche in S. (Mainz 1883, 2 Bde.); Rogers, Social life in Scotland from early to recent times (Edinb. 1884-86, 3 Bde.).

Schout by Nacht (spr. schaut bei), in Holland die Benennung des Konteradmirals (s. Admiral).

Schouw, Joachim Frederik, Botaniker, geb. 7. Febr. 1787 zu Kopenhagen, studierte seit 1808 Rechtswissenschaft, beschäftigte sich aber nebenbei eifrig mit Botanik, machte 1812 mit dem Botaniker Smith eine Reise nach Norwegen, durch welche sein Interesse für die Pflanzengeographie, sein späteres Hauptstudium, geweckt wurde, und habilitierte sich 1820 an der Universität zu Kopenhagen. 1821 ward er Professor der Botanik und 1841 Direktor des botanischen Gartens. 1830 begann er die Herausgabe seiner Wochenschrift "Dansk Ugeskrift", welche anfangs einen auf die Verbreitung nützlicher Kenntnisse berechneten Zweck hatte, später aber Hauptorgan der liberalen Partei wurde. 1836-42 war er Mitglied der Ständeversammlung und begann darauf von neuem die Herausgabe der mittlerweile unterbrochenen "Dansk Ugeskrift", welche 1847-52 als "Dansk Tidskrift" fortgesetzt wurde. Er starb 28. April 1852 in Kopenhagen. Von Schouws Schriften erwähnen wir: "Beiträge zu einer allgemeinen Klimatologie" (Kopenh. 1827); "Grundtrak til en almindelig Plantegeographie" (das. 1822; deutsch, Berl. 1823); dazu ein Atlas (Kopenh. 1824; deutsch, Berl. 1823); "Skildring at Veirligets Tilstand i Danmark" (Kopenh. 1826); "Europa" (2. Aufl., das. 1835; deutsch, Kiel 1833); "Naturskildringer", eine Reihe allgemein faßlicher Vorlesungen (Kopenh. 1837, 2. Aufl. 1866; deutsch, Kiel 1840, und von Möller u. d. T.: "Die Erde, die Pflanzen und der Mensch", mit Biographie, Leipz. 1854); "Tableau du climat et de la végétation de l'Italie" (Kopenh. 1839) u. a. m. Sein bronzenes Brustbild ist 1857 auf dem Frue Kirke-Platz errichtet worden. Seine Biographie schrieben P. Pedersen in "Naturskildringer" und Clausen, "Schouws offentlige Liv".

Schouwen, niederländ. Insel, an der nördlichsten Spitze der Provinz Zeeland gelegen, 160 qkm groß mit 24,000 Einw., welche Krappbau, Salzraffinerie und Fischsalzerei treiben. Hauptstadt ist Zierikzee.

Schr., Schrad., bei botan. Namen Abkürzung für H. A. Schrader, geb. 1767 zu Alfeld bei Hildesheim, starb als Direktor des botanischen Gartens in Göttingen 1836. Flora Deutschlands, Cyperaceen.

Schrader, 1) Julius, Maler, geb. 16. Juni 1815 zu Berlin, besuchte die Berliner, darauf fünf Jahre die Düsseldorfer Akademie, wo er Schüler Schadows wurde, hielt sich dann noch zwei Jahre in Düsseldorf auf und machte sich zuerst durch Bildnisse und ein historisches Gemälde: Vergiftungsversuch an Kaiser Friedrich II. (1843), bekannt. Von 1845 bis 1847 verweilte er in Italien, namentlich in Rom. Nach seiner Rückkehr nach Berlin widmete er sich besonders den Geschichtsbildern. Er war in Berlin der erste, der