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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schumawa; Schumna; Schuner; Schunter; Schupflehen; Schupp; Schuppen

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Schumawa - Schuppen.

sitionen aller Formen für Soloklavier, unter denen namentlich die in knapper Fassung gehaltenen Stimmungsbilder unter dem Titel: "Novelletten", "Kreisleriana", "Kinderszenen" das überschwenglich reiche Seelenleben des Künstlers widerspiegeln. Das Gleiche gilt von seinen zahlreichen Liedern ("Liederkreis", Op. 24; "Myrten", Op. 25; "Gedichte von Rückert", Op. 37; "Liederkreis", Op. 39; "Frauenliebe und Leben", Op. 42; "Dichterliebe", Op. 48, etc.), in welchen Phantasie und Gemüt mit unbeschränkter Freiheit walten, so daß sie mit Recht zu den kostbarsten Schätzen der deutschen Vokalmusik gezählt werden. Eine kritisch revidierte Gesamtausgabe seiner Werke veranstalteten neuerlich Breitkopf und Härtel in Leipzig. Schumanns ästhetisch-kritische Schriften erschienen unter dem Titel: "Gesammelte Schriften über Musik und Musiker" (Leipz. 1854, 4 Bde.; 3. Aufl. 1875, 2 Bde.; auch in Reclams "Universalbibliothek", 1888-89). Biographien Schumanns schrieben J. ^[Joseph] v. Wasielewski (3. Aufl., Dresd. 1880), Reißmann (3. Aufl., Berl. 1879), Spitta (in Waldersees "Sammlung musikalischer Vorträge", Leipz. 1882), Reimann (das. 1887) und Erler ("R. Schumanns Leben, aus seinen Briefen geschildert", Berl. 1887, 2 Bde.). Vgl. ferner: "R. Schumanns Jugendbriefe" (hrsg. von Klara S., 2. Aufl., Leipz. 1886) und "Briefe, neue Folge" (hrsg. von Jansen, das. 1886); Jansen, Die Davidsbündler; aus R. Schumanns Sturm- und Drangperiode (das. 1883); B. Vogel, R. Schumanns Klavierpoesie (das. 1886); Dörffel, Litterarisches Verzeichnis der im Druck erschienenen Tonwerke Schumanns (Beilage zum "Musikal. Wochenblatt" 1870).

Seine Gattin Klara Josephine, Tochter des Klavierlehrers Friedrich Wieck (s. d.), geb. 13. Sept. 1819 zu Leipzig, erhielt seit ihrem fünften Jahr von ihrem Vater Klavierunterricht und trat 1828 zum erstenmal in einem öffentlichen Konzert auf. Durch den regen musikalischen Verkehr im Haus des Vaters entwickelten sich ihre Talente rasch, namentlich aber hatte Paganinis Auftreten in Leipzig 1829 den nachhaltigsten Einfluß auf das Kind. Als Klara elf Jahre alt war, unternahm der Vater mit ihr die erste Kunstreise nach Weimar, Kassel und Frankfurt a. M. und, von dort zurückgekehrt, eine zweite nach Paris. Der Erfolg war durchschlagend und für ihre künftige Laufbahn maßgebend. Ihre fortgesetzten technischen Übungen leitete der Vater; theoretischen Unterricht genoß sie bei dem Musikdirektor Kupsch und bei H. Dorn. Während der 30er Jahre unternahm sie wiederum größere Kunstreisen, auf denen sie unter andern Chopins Werke zuerst in Deutschland in die Öffentlichkeit einführte; dann beschloß sie den ersten Teil ihrer Künstlerlaufbahn als Klara Wieck, um sie an der Seite Schumanns und nach dessen Tod wieder allein fortzusetzen. 1863 ließ sie sich in Baden-Baden nieder, nahm später ihren Aufenthalt vorübergehend in Berlin und folgte 1878 einem Ruf an das Hochsche Konservatorium in Frankfurt a. M., an welchem sie noch gegenwärtig mit glänzendem Erfolg als Lehrerin wirkt. Auch in der Komposition versuchte sie sich mit Glück; gegen 20 ihrer Werke sind im Druck erschienen (darunter Lieder, ein Klavierkonzert, ein Klaviertrio, Präludien u. Fugen).

2) Max, preuß. Ingenieuroffizier, geb. 27. Juni 1827 zu Magdeburg, trat in die 4. Pionierabteilung ein und stand als Offizier lange Zeit in Mainz und Luxemburg. Er beschäftigte sich früh mit der Verwendung des Eisens in der Befestigungskunst und konstruierte einen gepanzerten Geschützstand und eine Minimalschartenlafette, welche günstige Resultate lieferten. Später erbaute er einen eisernen Drehturm für 2-15 cm Geschütze, der sich ebenfalls bewährte. 1872 nahm S. seinen Abschied und trat mit Grusons Panzerfabrik in Buckau in Verbindung. Schießversuche in Kummersdorf ergaben 1882 die große Widerstandsfähigkeit einer Schumannschen Panzerlafette, und 1885 u. 1886 siegte sein Panzerdrehturm in Bukarest über die Konstruktion von Mougin. Er schrieb: "Bedeutung drehbarer Geschützstände (Panzerlafetten) für eine durchgreifende Reform der permanenten Befestigung" (2. Aufl., Potsd. 1885).

Schumawa (tschech.), der hohe Teil des Böhmerwaldes (s. d., S. 144).

Schumna (Schumla, bulgar. Schumen), Kreishauptstadt in Bulgarien, in einer Mulde des Avdschikbalkans u. an der Eisenbahn Rustschuk-Warna gelegen, hat zahlreiche Moscheen und Minarets, mehrere christliche Kirchen, ein Arsenal, mehrere Kasernen und ein Militärhospital, Fabrikation von vorzüglichen Kupferschmiedewaren, Pantoffeln, Kleidern, gestickten Leibchen, Weberei und Seidenspinnerei und lebhaften Handel. Die Bevölkerung betrug (1887) 23,161 Seelen (viel Mohammedaner). S. ist ein Punkt von strategischer Wichtigkeit, insofern sich hier die Hauptstraßen von den Donaufestungen über den Balkan nach Rumelien vereinigen u. von hier aus die östlichen Pässe des Balkans, die Donaupassagen bei Rustschuk und Silistria und die Hafenplätze Warna und Baltschik beherrscht werden. Die Festungswerke, welche dem Berliner Vertrag zufolge eingehen sollen, bestehen vorzüglich in detachierten Forts, welche ein großes befestigtes Lager begrenzen. Dreimal wurden die russischen Heere vor diesem Bollwerk aufgehalten, unter Romanzow 1774, unter Kaminski 1810, unter Wittgenstein 1828, in welchem Jahr Hussein Pascha S. verteidigte, wogegen es 1829 von Diebitsch umgangen wurde. - S. wurde 811 vom Kaiser Nikephoros zerstört, 1087 vom Kaiser Alexios I. belagert, 1388 von den Türken unter Ali Pascha durch Kapitulation genommen, 1649 und 1768 erweitert und verstärkt, im letztern Jahr durch den Großwesir Hassan Pascha, dessen prachtvolles Grabmal hier noch zu sehen ist. Im Frühjahr 1854 war S. das Hauptquartier Omer Paschas und der Konzentrationspunkt der türkischen Armee. Im September 1878 wurde es von den Türken geräumt.

Schuner, s. v. w. Schoner.

Schunter, rechter Nebenfluß der Ocker im Herzogtum Braunschweig, entspringt am Elm, fließt meiste nach NW. und mündet oberhalb Großschwülper.

Schupflehen, in Schwaben s. v. w. Fallgut (s. d.).

Schupp, s. v. w. Waschbär, s. Schuppenfelle.

Schupp, Joh. Balthasar, s. Schuppius.

Schuppen, 1) bei manchen Wirbeltieren, besonders bei den niedern, Verknöcherungen und Verhornungen der Haut. An der Bildung der S. ist nicht nur die Oberhaut, sondern auch die Lederhaut beteiligt. Entweder verknöchern nämlich die Papillen der letztern direkt, während die Oberhaut eine zahnartige Schicht abscheidet oder auch sich abreibt, so daß die S. nackt hervortreten (Knochenschuppen), oder sie wandeln sich zu großen und breiten Erhebungen um und werden von der meist sehr stark verhorntem Oberhaut überzogen (Hornschuppen). Bei den Fischen unterscheidet man vier Formen von S.: a) Plakoidschuppen, kleine Knochentäfelchen mit einer daraus hervorragenden Spitze, bei den Haien sehr verbreitet. b) Ganoid- oder Schmelzschuppen, größere, in derselben Weise gebildete Knochenschilde oder eckige, wie Dachziegel angeordnete Plättchen,