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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schweigebefehl; Schweiger-Lerchenfeld; Schweigger; Schweighausen; Schweighäuser; Schweighofer

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Schweigebefehl - Schweighofer.

zu Christiania und 1840 Professor der Statistik und der Staatswissenschaften daselbst. Seit 1841 Vertreter der Hauptstadt auf sämtlichen Storthings, wußte er sich hier die Achtung aller Parteien zu erwerben und ward 1845 von der Versammlung zum Bankdirektor ernannt. Er starb 2. Febr. 1870 in Christiania, wo ihm 1883 ein Denkmal gesetzt wurde. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: "Norges Statistik" (Christian. 1840); "Den norske Handelsret" (das. 1841); "Commentar over den norske Criminallov" (das. 1844-46, 2 Tle.; 3. Ausg. 1882-83); "Den norske Proces" (das. 1849-58, 3 Bde.; 2. Ausg. 1854-85; 4. Ausg. 1879, Bd. 1). Vgl. Aubert, A. M. Schweigaard's Barndom og Ungdom (Christiania 1883).

Schweigebefehl, s. Öffentlichkeit.

Schweiger-Lerchenfeld, Amand von, Reiseschriftsteller, geb. 17. Mai 1846 zu Wien, erhielt eine wissenschaftlich-militärische Ausbildung, wurde Offizier und nahm 1866 an dem italienischen Feldzug teil. 1871 trat er aus der Armee und unternahm nun bis in die Gegenwart ausgedehnte Reisen, zunächst nach dem Orient, die er in einer Reihe von zum Teil illustrierten Werken anziehend beschrieb. Wir nennen davon: "Unter dem Halbmond", ein Bild des ottomanischen Reichs und seiner Völker (Jena 1876); "Armenien" (das. 1878); "Bosnien, das Land und seine Bewohner" (2. Aufl., Wien 1879); "Zwischen Pontus und Adria" (das. 1879); "Serail und Hohe Pforte" (anonym, das. 1879); "Arabische Landschaften" (das. 1879); "Das Frauenleben der Erde" (das. 1880); "Der Orient" (das. 1881); "Griechenland in Wort und Bild" (Leipz. 1882); "Die Adria" (Wien 1882); "Abbazia. Idylle von der Adria" (das. 1883); "Von Ozean zu Ozean" (das. 1884); "Afrika, der dunkle Erdteil" (das. 1885); "Aus unsern Sommerfrischen", Skizzenbuch (das. 1886); "Zwischen Donau und Kaukasus" (das. 1886); "Das Mittelmeer" (Freiburg 1888); "Führer an den ital. Alpenseen" (Wien 1888). Außerdem schrieb er das kulturgeschichtliche Werk: "Das eiserne Jahrhundert" (Wien 1883) und "Im Kreislauf der Zeit, Beiträge zur Ästhetik der Jahreszeiten" (das. 1885) u. a. Auch gab er eine "Kulturkarte von Kleinasien" (1878) heraus.

Schweigger, 1) Johann Salomo Christoph, Physiker, geb. 8. April 1779 zu Erlangen, studierte daselbst und habilitierte sich 1800 als Privatdozent, ward 1803 als Professor der Mathematik und Physik an das Gymnasium zu Baireuth und 1811 an die polytechnische Schule zu Nürnberg berufen, übernahm 1817 die Professur der Physik und Chemie zu Erlangen und folgte 1819 einem Rufe für dieselben Fächer nach Halle, wo er 6. Sept. 1857 starb. Seine Forschungen betrafen besonders die Elektrizität und den Galvanismus, und nachdem er schon 1808 ein Elektrometer zur Messung der elektrischen Kraft durch die magnetischen konstruiert hatte, erfand er den elektromagnetischen Multiplikator. Er übernahm 1811 das "Journal für Chemie und Physik" und schrieb noch: "Einleitung in die Mythologie auf dem Standpunkte der Naturwissenschaft" (Halle 1836); "Über naturwissenschaftliche Mysterien in ihrem Verhältnis zur Litteratur des Altertums" (das. 1843); "Über das Elektron der Alten" (Greifsw. 1847); "Über stöchiometrische Reihen" (Halle 1853).

2) August Friedrich, Naturforscher, Bruder des vorigen, geb. 8. Sept. 1783 zu Erlangen, studierte daselbst Medizin, Botanik, Zoologie, ging 1804 nach Berlin, 1806 nach Paris, erhielt 1809 die Professur der Botanik und Medizin in Königsberg und wurde im Juni 1821 in Sizilien, unfern Camerata, ermordet. Er schrieb: "Kranken- und Armenanstalten in Paris" (Bair. 1809); "Handbuch der Naturgeschichte der skelettlosen ungegliederten Tiere" (Leipz. 1820); "Beobachtungen auf naturhistorischen Reisen" (Königsberg 1820).

3) Karl, Augenarzt, Sohn von S. 1), geb. 29. Okt. 1830 zu Halle, studierte in Erlangen und Halle Medizin, wurde in Halle Assistent an der medizinischen Klinik, habilitierte sich daselbst als Privatdozent, beschäftigte sich dann in Würzburg mit mikroskopischer Anatomie, siedelte hierauf nach Berlin über und war bis 1865 bei Albrecht v. Gräfe Assistent. 1868 folgte er einem Ruf als Professor der Augenheilkunde nach Göttingen, kehrte aber 1871 als Nachfolger Gräfes und Professor und Direktor der Universitäts-Augenklinik nach Berlin zurück. Schweiggers hervorragendste Leistungen sind seine mikroskopisch-pathologischen Untersuchungen des Auges. Er schrieb: "Vorlesungen über den Gebrauch des Augenspiegels" (Berl. 1864), "Handbuch der speziellen Augenheilkunde" (5. Aufl., das. 1885), welches als das beste der vorhandenen Lehrbücher allgemein anerkannt ist, "Klinische Untersuchungen über das Schielen" (das. 1881) und gab heraus: "Sehproben" (das. 1876, 48 Tafeln).

Schweighausen, Dorf im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Hagenau, Knotenpunkt der Eisenbahnen Hagenau-Beningen und Steinburg-S., hat eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, Papierfabrikation, Bierbrauerei, Hopfenbau und (1885) 1527 Einw. Dabei Wollspinnerei und Tuchfabrik Geißelbronn.

Schweighäuser, 1) Johann, namhafter Hellenist, geb. 26. Juni 1742 zu Straßburg, besuchte die Universität daselbst, machte eine wissenschaftliche Reise nach Paris, Holland und England und wurde 1770 außerordentlicher, 1778 ordentlicher Professor der griechischen und orientalischen Sprachen in Straßburg. Während der französischen Revolution verbannt, wurde er nach der Rückkehr geordneter Zustände Professor der griechischen Litteratur und Bibliothekar an der neuerrichteten Straßburger Akademie, 1821 freies Mitglied der Akademie der Inschriften und starb, zuletzt erblindet, 19. Jan. 1830. Seine Hauptwerke sind die Ausgaben des Appian (Leipz. 1785, 3 Bde.), des Polybios (das. 1789-95, 9 Bde.; auch Oxf. 1831, 5 Bde.), der "Epicteteae philosophiae monumenta" (Leipz. 1799-1800, 5 Bde.), des Athenäos (Zweibr. 1801-1807, 14 Bde.), der Briefe des Seneca (Straßb. 1809, 2 Bde.) und namentlich des Herodot (das. 1816, 6 Bde.) nebst dem wertvollen "Lexicon Herodoteum" (das. 1824, 2 Bde.). Seine kleinern Schriften sind gesammelt in "Opuscula academica" (das. 1806). Vgl. Stöber, Johann S. (Straßburg ohne Jahr).

2) Johann Gottfried, Archäolog, Sohn des vorigen, geb. 2. Jan. 1776 zu Straßburg, besuchte das Gymnasium daselbst, mußte 1793 auf einige Zeit Soldat werden, lebte dann mehrere Jahre in Paris und kehrte 1812 als Professor der lateinischen Litteratur nach Straßburg zurück. Seit 1829 gelähmt, starb er 14. März 1844. Sein Hauptwerk sind die mit Golbéry herausgegebenen "Antiquités de l'Alsace" (Straßb. 1823). Vgl. Spach, Les deux S. ("Œuvres choisies", Bd. 5, Nancy 1871); Rabany, Les S. (Par. 1884).

Schweighofer, Felix, beliebter Komiker, geb. 1842 zu Brunn, lernte zunächst als Kaufmann, war dann Beamter der Staatsbahn, bis er Mitte der 60er Jahre einem innern Drang zur Bühne folgte und Opern-^[folgende Seite]