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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Secessio - Seckelblume.

der Patronatsrechte (1712), unter Führung Erskines 1733 von der schottischen Staatskirche trennten und eine besondere Kirchengemeinschaft bildeten, welche der Lehre der Presbyterialkirche treu blieb, sich aber eine ganz demokratische Verfassung gab. Als von ihnen die Ableistung des Bürgereides vor Mitgliedern der Staatskirche verlangt wurde, zerfielen die S. in Burghers unter Erskine (gest. 1855), die diesen Eid leisteten, und in Antiburghers unter Gibb (gest. 1788), die ihn verweigerten. 1820 vereinigten sich beide Parteien wieder.

Secessio (lat.), Absonderung, Trennung; insbesondere der Auszug der römischen Plebs auf den Heiligen Berg 494 v. Chr. (vgl. Rom, S. 941).

Secessionisten, s. Sezessionisten.

Sech, s. Pflug, S. 973.

Sechellen (spr. sesch-), s. Seschellen.

Sechet, ägypt. Göttin, s. Bast, S. 436.

Sechs, die kleinste Zahl mit den Faktoren 2 und 3. Die S. ist unter dem Namen "Seh" statt der Zehn als Basis des Zahlensystems vorgeschlagen worden von O. Lehmann ("Revolution der Zahlen, die Seh in Schrift und Sprache", Leipz. 1869).

Sechsbätzner, das 24-Kreuzerstück, s. Batzen.

Sechseck (Hexagon oder Hexagramm), eine von sechs Seiten eingeschlossene Figur.

Sechseläuten, Züricher Volksfest, s. Zunftgebräuche.

Sechshaus, südwestlicher Vorort von Wien, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine neue, von Schmidt erbaute gotische Kuppelkirche, ein neues Rathaus und Amtsgebäude, eine Staatsoberrealschule, ein Bezirkskrankenhaus, Fabrikation von Leder, Baumwoll-, Schafwoll- und Halbseidenwaren, Farben, Maschinen, Öl, Spiritus, Kanditen, Bleicherei, Färberei, Druckerei und (1880) 11,650 Einw.

Sechsort, ein durch Aufeinanderlegung von zwei gleichseitigen Dreiecken entstandener sechsstrahliger Stern (s. Figur).

^[Abb.: Sechsort]

Sechsstädtebund (Oberlausitzer S.), am 26. Aug. 1346 von den Städten Bautzen, Zittau, Görlitz, Kamenz, Löbau und Lauban auf gemeinsame Hilfe zum Schutz des Landfriedens geschlossen, ward wegen Teilnahme am Schmalkaldischen Krieg im August 1547 durch den sogen. Pönfall seiner Gerechtsame beraubt, bestand aber noch bis 1815, wo infolge des Wiener Friedens mit dem größten Teil der Oberlausitz auch die Städte Görlitz und Lauban an Preußen fielen. Seitdem bilden die sächsisch gebliebenen den Bund der Vierstädte. Vgl. Köhler, Der Bund der Sechsstädte der Oberlausitz (Görl. 1846); Moschkau, Der Sechsstädtebund und die von ihm zerstörten Raubburgen (Zittau 1873).

Sechsunddreißigerausschuß, ein Ausschuß von 36 Mitgliedern, welcher aus der von den Führern des kleindeutschen Nationalvereins und des großdeutschen Reformvereins 6. Dez. 1863 berufenen Versammlung von 491 Mitgliedern der Landesvertretungen sämtlicher deutscher Staaten in Frankfurt a. M. 21. Dez. 1863 eingesetzt wurde, um für Durchführung der Rechte der Herzogtümer Schleswig-Holstein und ihres rechtmäßigen Herzogs Friedrich VIII. zu wirken. Derselbe wählte sofort einen engern geschäftsführenden Ausschuß, der seine Thätigkeit damit begann, die Geldsammlungen für die schleswig-holsteinische Sache in seiner Hand zu konzentrieren, und darüber 28. Dez. 1863 eine Erklärung erließ wie sehr in ihm von vornherein das süddeutsch-demokratische Element überwog, zeigte der auf einer neuen Versammlung in Frankfurt 26. Jan. 1864 erlassene, von blinder Leidenschaft erfüllte Aufruf an die Nation, in dem diese und die Mittelstaaten zum Kampf um die Freiheit von österreichischer und preußischer Knechtschaft aufgefordert wurden. Nach dem dänischen Krieg von 1864 verlor er schon alle Bedeutung, und die Ereignisse von 1866 machten ihm völlig ein Ende.

Sechsundsechzig, sehr beliebtes deutsches Kartenspiel zwischen zwei Personen mit 24 Blättern (Daus bis Neun). Jeder Spieler erhält sechs Blätter, der Rest wird verdeckt als Talon auf den Tisch gelegt, bis auf eine Karte, welche den Trumpf bildet. Man kann nur in der ausgespielten Farbe überstechen, außer mit Trumpf, der alles übersticht. Nach jedem Stich nehmen die Spieler eine neue Karte, bis der Talon zu Ende; doch kann auch vorher "gedeckt" werden, d. h. derjenige, welcher aus seiner Karte berechnen kann, er werde gewinnen, hat das Recht, durch Umdecken der Trumpfkarte das Nehmen zu sistieren. Das so gewonnene oder verlorne Spiel zählt doppelt. Die Stiche werden nach dem Werte der Figuren gezählt (Daus 11, Zehn 10, König 4, Ober 3, Unter 2, Neun nichts); König und Dame von gleicher Farbe in einer Hand zählen beim Ausspielen 40 im Trumpf, 20 in einer andern Farbe. Wer zuerst 66 hat, ist der Gewinner. Ist der Gegner noch "Schneider", d. h. hat er weniger als 33, so hat man doppelt, ist er "schwarz", d. h. hat er gar keinen Stich, so hat man dreifach gewonnen. Man spielt S. auch zu dritt (mit einem Strohmann) und zu viert, wobei die Karte ganz verteilt wird und je zwei gegen die andern spielen.

Sechswochenkosten, s. Schwängerungsklage.

Sechter, Simon, Musiktheoretiker, geb. 11. Okt. 1788 zu Friedberg in Böhmen, empfing seine Ausbildung in Wien durch Kotzeluch, Hartmann und Abt Stadler und wurde später Hoforganist daselbst sowie Kompositionslehrer am Konservatorium, welche Ämter er bis zu seinem Tod (10. Sept. 1867) bekleidete. Von seinen zahlreichen Kompositionen (darunter 25 Messen) hat sich keine als lebensfähig erwiesen; dagegen wirkte er als Lehrer überaus erfolgreich und galt mit Recht für einen der ersten Meister des Kontrapunktes. Sein Lehrbuch "Die Grundsätze der musikalischen Komposition" (Leipz. 1853-54, 3 Bde.) fand weiteste Verbreitung. Zu seinen Schülern gehören unter andern Thalberg, Vieuxtemps u. Döhler. Vgl. Markus, Simon S. (Wien 1888).

Sechura, Hafenstadt im Departement Piura der südamerikan. Republik Peru, am Rio Piura, der sich in die Bai von S. ergießt, mit (1876) 3077 Einw. In dem "Despoblado (Wüste) von S." schweifen verwilderte Pferde und Esel umher, denen die Yucca del Monte (ein Knollengewächs) als Nahrung dient. Auch findet man dort viel Salz und Soda.

Seckau, Marktflecken in der steirischen Bezirkshauptmannschaft Judenburg, am Fuß der Seckauer Alpen (Hoher Zinken 2370 m hoch), hat ein 1140 gegründetes Stift, eine roman. Domkirche (die Diözese S. ist gegenwärtig mit der von Leoben vereinigt und hat ihren Sitz in Graz) mit schönem, 1587 erbautem Mausoleum, worin sich ein Marmorsarkophag des Herzogs Karl II. von Steiermark befindet, ferner der Lichtensteinschen Kapelle mit dem Grab des Minnesängers Ulrich von Lichtenstein und (1880) 382 Einwohner.

Seckel, s. Sekel.

Seckelblume, s. Ceanothus.